"Wir kämpfen bis zum Schluss"

Manjou Wilde im Interview

Mit vollem Einsatz: Manjou Wilde ist zurück bei Werder und hat den Klassenerhalt als Ziel (Foto: Gloth).
Frauen
Samstag, 19.03.2016 // 08:25 Uhr

Als gebürtige Bremerin ist der SV Werder für sie etwas ganz Besonderes. Über viele Jahre hinweg spielte sie in Grün-Weiß. Nach einem eineinhalbjährigen Abenteuer beim SC Freiburg ist Manjou Wilde seit Beginn der Rückrunde zurück in ihrer Heimat.

WERDER.DE traf sich mit der 20-Jährigen und sprach mit ihr über ihre Zeit im Breisgau, die Rückkehr nach Bremen und den Kampf um den Klassenerhalt.

WERDER.DE: Manjou, am Wochenende geht es für Dich und die Mannschaft gegen den SC Freiburg. Du triffst damit auf deine ehemaligen Teamkolleginnen. Wie ist das Gefühl bei Dir?

Manjou Wilde: "Es ist natürlich ein anderes Gefühl als bei anderen Punktspielen. Vor allem, weil ich weiß, was die Truppe drauf hat. Aber es ist keine Wehmut dabei. Wir haben als Mannschaft ein klares Ziel und daher gehe ich auch selbst mit klaren Gedanken in die Partie."

Alte Zeiten: Manjou Wilde ist bei Werder groß geworden. Jetzt ist sie zurück an der Weser.

WERDER.DE: Du warst insgesamt eineinhalb Jahre in Freiburg. Wie war Deine Zeit dort? Hast Du Dich wohl gefühlt?

Manjou Wilde: "Ja, ich habe mich dort wohl gefühlt. Sowohl in der Stadt, als auch in der Mannschaft. Wir waren ja auch eine junge Truppe. Insgesamt war es eine schöne Zeit."

WERDER.DE: Hast Du noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielerinnen?

Manjou Wilde: "Ich habe dort mit drei Mitspielerinnen in einer WG gewohnt. Zu ihnen habe ich noch Kontakt. Für mich war es eine ganz neue Erfahrung. Ich hätte mich sonst nie als WG-Menschen bezeichnet. Aber es war schön, jemanden um sich zu haben. Das hat mir am Anfang sehr geholfen. Darüberhinaus tausche ich mich auch noch mit anderen ehemaligen Teamkolleginnen aus."

WERDER.DE: Welche Erfahrungen konntest Du in Freiburg sammeln?

Manjou Wilde: "Das erste Jahr war unfassbar aufregend. Mein Ziel war es immer schon in der Bundesliga zu spielen. Ich habe viel Spielzeit bekommen und habe das genossen. Außerdem bin ich persönlich gereift. Man sammelt positive und negative Erfahrungen und von daher würde ich sagen, dass mich die Zeit dort geprägt hat."

Klar, ist es leicht in die Heimat zurückzukehren.
Manjou Wilde

WERDER.DE: In der Hinrunde der laufenden Saison hattest Du dann auf einmal kaum noch Einsätze in der Bundesliga. Woran lag das aus Deiner Sicht?

Manjou Wilde: "Die Saison hat unglücklich angefangen. Wir hatten einen Trainerwechsel in der Sommerpause. Ich war im Sommer längere Zeit krank und haben das Trainingslager verpasst. Es ist dann immer schwer, wenn ein neuer Trainer kommt, der einen nicht kennt, diesen Rückstand aufzuholen. Die Mannschaft hatte sich dann auch soweit gefestigt. Deshalb wurde es für mich immer schwerer wieder reinzukommen."

WERDER.DE: War das der ausschlaggebende Punkt für deine Rückkehr nach Bremen? Oder gab es noch einen anderen?

Manjou Wilde: "Mich hat auf jeden Fall das Gefühl gereizt, dass jedes Spiel wie ein Endspiel ist. Wir brauchen im Abstiegskampf jeden Punkt. Bei einem Verein wie Freiburg gibt es dieses Gefühl nicht, weil man normalerweise im gesicherten Mittelfeld steht. Da geht weder nach oben noch nach unten etwas. Natürlich geht man als Sportler in jedes Spiel, um zu gewinnen, aber dieses K.O.-Gefühl gibt es dort nicht."

Glauben an den Klassenerhalt: Die Winterneuzugänge Mona Lohmann und Manjou Wilde (Foto: Gloth).

WERDER.DE: Als gebürtige Bremerin war es sicherlich schön zurückzukehren?

Manjou Wilde: "Klar, ist es leicht in die Heimat zurückzukehren. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass es nicht nur beim Verein stimmt sondern auch seine Freunde und Familie wieder um sich zu haben. Daher hat mich das in meiner Entscheidung bestärkt. Aber vorrangig habe ich an das Sportliche gedacht."

WERDER.DE: Seit Deiner Rückkehr aus Freiburg spielst Du auf der Außenverteidigerposition. In Freiburg hast Du oft offensiver gespielt. Wie kommst Du damit klar?

Manjou Wilde: "Ich habe die Position schon bei der Nationalmannschaft gespielt. In Freiburg war es nicht so. Deshalb war es schon eine Umstellung für mich. Aber letztendlich ist es so, dass der Trainer entscheidet. Wenn er mich dort aufstellt, gebe ich natürlich mein Bestes."

WERDER.DE: Das Rennen um den Klassenerhalt wird immer enger. Wie ist die Stimmung in der Mannschaft? Könnt Ihr gegen Freiburg was holen?

Manjou Wilde: "Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben. Wir werden bis zum letzten Spiel an unsere Chance glauben. Alles andere wäre zu diesem Zeitpunkt auch falsch. Es ist noch alles drin und so müssen wir auch in die Spiele gehen. Das Hinspiel hat bereits gezeigt, dass wir gegen Freiburg punkten können. Daher glaube ich, dass durchaus auch drei Punkte drin sind."