Zu Gast bei Freunden

Der Vorbericht zum Sommercup in Essen

Auf geht's: Martin Harnik, Max Kruse und Co. sind zum Turnier bei Rot-Weiß Essen zu Gast (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 21.07.2018 // 08:46 Uhr

Von Max Brosta

Keine 24 Stunden sind vergangen ehe der SV Werder nach dem letzten Testspiel im Trainingslager gegen den 1. FC Köln wieder auf dem Platz steht. Aus dem Zillertal geht es für die Mannschaft von Cheftrainer Florian Kohfeldt am Samstagmorgen auf den knapp 800 Kilometer langen Weg nach Essen, um dort am Interwetten Sommercup 2018 teilzunehmen und im Halbfinale auf die rot-weißen Gastgeber zu treffen (ab 15.45 Uhr live auf WERDER.TV und im betway Live-Ticker auf WERDER.DE). Ein Duell mit enormer Geschichte: 1938 trafen beide Klubs das erste Mal aufeinander. 19 Pflicht- und etliche Freundschaftsspiele später stehen RWE und der SVW nun wieder zusammen auf dem Feld. Die Chance für die Grün-Weißen, nach dem intensiven, harten und zehntägigen Trainingslager die einstudierten Inhalte der vergangenen Einheiten optimal umzusetzen.

Der Turniermodus: Die vier teilnehmenden Mannschaften am Interwetten Sommercup 2018 spielen den Sieger des Turniers im klassischen Pokalmodus aus. Dabei trifft im ersten Halbfinale Gastgeber Rot-Weiß Essen um 16 Uhr auf den SV Werder. Das zweite K.o.-Duell bestreiten Huddersfield Town und Real Betis Sevilla um 17 Uhr. Im Anschluss wird um 18 Uhr der dritte Platz ausgespielt, ehe um 19 Uhr das Finale im Stadion Essen stattfindet. Jede Begegnung dauert jeweils 45 Minuten.

Cheftrainer Florian Kohfeldt fordert von seiner Mannschaft vollen Einsatz (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt zum Turnier: „Das Turnier ist für mich der Abschluss des Trainingslagers. Auch da werden wir die Spielanteile noch mal neu verteilen. Nach den intensiven Einheiten hier und dem Spiel gegen Köln ist es wichtig, dass wir jetzt schnell regenerieren. Natürlich soll es ein guter Abschluss werden.“

Personalsituation beim SV Werder: Florian Kohfeldt muss beim Sommercup in Essen auf die verletzten und bereits unter der Woche aus dem Zillertal abgereisten Aron Johannsson (siehe Extrameldung) und Jannes Vollert (siehe Extrameldung) verzichten. Alle anderen Grün-Weißen sind fit und können an der Hafenstraße auflaufen. Darunter Martin Harnik und Milot Rashica (siehe Extrameldung), die unter der Woche angeschlagen waren. Aufgrund des Testspiels am vorherigen Freitagabend wird Kohfeldt kräftig durchrotieren und so vielen Werder-Profis wie möglich Spielzeit geben. Doch die Partien dauern nur jeweils 45 Minuten. Für den Werder-Coach trotzdem kein Grund für Ausreden. "In dieser kürzeren Zeit muss jeder Vollgas geben", fordert er. Einer der Grün-Weißen darf sich wohl jetzt schon auf einen Einsatz freuen: U 19-Talent Ilia Gruev, der im Köln-Test nach Absprache nicht spielte.

Seit Jahrzehnten pflegen die Werderaner und Essener eine enge Fanfreundschaft (Foto: nph).

Rot-weißer Viertligist: Als eine Konstante der Regionalliga West kann man Rot-Weiß Essen mittlerweile bezeichnen. Nach dem Insolvenzantrag 2010 musste der traditionsreiche Klub aus Nordrhein-Westfalen den Gang in die NRW-Liga antreten, um 2011 wieder gestärkt und schuldenfrei in die Regionalliga West aufzusteigen. Dort sind die Rot-Weißen nun seit sieben Jahren aktiv. In der vergangenen Saison führte, nach dem Trainerwechsel Anfang April, Karsten Neitzel die Mannschaft auf Platz zehn. Nach dessen Amtsantritt blieben die Essener fünf Spiele lang ungeschlagen und holten zwei Siege und drei Remis. An die glorreichen Zeiten der 1950er Jahre kann der Klub aus dem Ruhrgebiet aktuell jedoch nicht anknüpfen. Damals gewann RWE mit Spielern wie dem goldenen WM-Finaltorschützen im Wunder von Bern 1954, Helmut Rahn, sowohl die deutsche Meisterschaft als auch den DFB-Pokal.

So läuft die Vorbereitung des RWE: Kurz vor dem Regionalligastart der Rot-Weißen gegen den SV Rödinghausen (Samstag, 28.07.2018) wartet ein letzter Härtetest auf die Mannschaft von Neitzel. „Duelle gegen solche Mannschaften sind immer etwas Besonderes. Ich bin überzeugt, dass wir gut vorbereitet sind und ausgeruht in die Spiele gehen können“, so der 50-Jährige vor dem Turnier. Sein Team bereitet er seit dem 18.06.2018 auf die neue Saison vor. Die Testspiel-Bilanz ist dabei eher durchwachsen: Zwei Niederlagen stehen einem Remis und zwei Siegen gegenüber, darunter auch ein 17:0-Kantersieg gegen Kreisligist und Jugendverein von Werder-Legende Otto Rehhagel, TuS Helene Essen.

Gute Freunde kann niemand trennen: 14.05.1994. Berlin. DFB-Pokalfinale. Der SV Werder gewinnt das Endspiel gegen den damaligen Zweitligisten aus Essen mit 3:1 und holt zum dritten Mal nach 1961 und ’91 durch Tore von Dietmar Beiersdorfer, Andreas Herzog und Wynton Rufer den goldenen Pokal in die Hansestadt. Doch bereits lange vor dem gemeinsamen Pokalfinale verbindet die Werderaner und Essener eine lange Fanfreundschaft, die sich in den 1980er Jahren entwickelte und bis heute Bestand hat. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Freundschaft feierten die Anhänger beider Vereine 2009 gemeinsam in Essen. Der Klassenunterschied von mittlerweile drei Ligen spielt dabei keine Rolle. Doch nicht nur beide Fan-Lager hegen seit nun knapp vier Jahrzehnen große Sympathien füreinander, auch mehrere ehemalige Grün-Weiße schnürten sowohl für RWE als auch für den SVW die Fußballschuhe – darunter Mario Basler und Mesut Özil.

Namhafte Gegner: Im zweiten Spiel trifft der SVW auf Huddersfield oder Real Betis Sevilla (Foto: nordphoto).

Ein Hauch von Europa: Durch das Stadion an der Hafenstraße in Essen weht am heutigen Samstag ein Hauch von Europa. Im zweiten Halbfinale stehen sich Premier-League-Klub Huddersfield Town und Real Betis Sevilla aus der spanischen Primera Division gegenüber. Die Engländer stiegen im Sommer 2017 sensationell mit dem deutschen Trainer David Wagner in die höchste Spielklasse auf und hielten in einer Liga mit Top-Klubs von Manchester City, dem FC Liverpool und Chelsea die Klasse – der größte Erfolg des Klubs nach drei Meisterschaften und einem Pokaltriumph in den 20er-Jahren. Der spanische Pokalsieger von 2005, Real Betis, komplettiert das Teilnehmerfeld. Die Mannen aus der südspanischen Stadt Sevilla haben sich nach einer starken Saison in der Primera Division, die die „Beticos“ auf dem sechsten Rang beendeten, für die Europa League qualifiziert.

Das ganze Paket: Beide Begegnungen der Grün-Weißen zeigt WERDER.TV live und exklusiv. Eine ausführliche Zusammenfassung gibt es im Anschluss ebenfalls auf WERDER.TV. Zudem berichtet das Content-Team des SV Werder live -  sowohl mit dem Live-Ticker, der auch mobil verfügbar ist, als auch über die Social-Media-Kanäle der Grün-Weißen verpasst ihr keine Höhepunkte des Turniers.

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