"Mir fehlten die richtigen Worte"

Junuzovic im Interview
Getrübte Freude: Zlatko Junuzovic macht sich Vorwürfe nach seiner 5. Gelben und den anschließenden Äußerungen (Foto: nordphoto).
Profis
Montag, 07.03.2016 / 14:54 Uhr

Zlatko Junuzovics Euphorie nach dem wichtigen Heimsieg war groß. Ein eigener Treffer, der zweite Sieg in Folge und drei wertvolle Punkte im Abstiegskampf. Es hätte kaum besser laufen können für den werdenden Papa und Werder. Doch die Aussagen des Österreichers hinsichtlich seiner Gelbsperre, die er sich aufgrund eines Zeitspiels eingehandelt hatte, sorgten in der Folge für große mediale Aufregung.

Im Interview mit WERDER.DE blickt Junuzovic auf die Situation unmittelbar nach dem Abpfiff zurück, bezieht Stellung zu den Vorwürfen und erklärt den Stand der aktuellen Ermittlungen.

WERDER.DE: Hallo Sladdi, das war ein turbulentes Wochenende für dich. Endlich wieder ein Heimsieg, dann der Wirbel wegen deiner 5. gelben Karte und deinen Aussagen anschließend in der Mixed Zone. Wie fühlst du dich heute?

Zlatko Junuzovic: "Ehrlich gesagt ist die Freude über die wichtigen drei Punkte schon etwas getrübt. Ich hätte nie gedacht, dass meine Aussagen in der Euphorie nach dem Spiel eine solche Aufregung nach sich ziehen, eine solche Tragweite bekommen. Es tut mir leid, wenn die Aussage selbst von einigen als unsportlich verstanden wurde. Es war nie meine Absicht, gegen Regeln zu verstoßen oder mich unsportlich zu verhalten."

Schiedsrichter Felix Zwayer im Dialog mit Zlatko Junuzovic, der zuvor Gelb sah (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Es steht der Vorwurf im Raum, dass du bereits im Vorfeld geplant hättest, eine Sperre für das Spiel gegen Bayern München zu provozieren, um danach wieder spielen zu können.

Zlatko Junuzovic: "Ja, so haben es viele aufgefasst, aber ich war einfach nur froh, dass ich endlich nicht mehr diese Last mit den vier gelben Karten mit mir herumtragen muss. Das hat mich in den letzten Wochen schon gehemmt, darüber habe ich mit ein paar Teamkollegen gesprochen. Nicht mehr und nicht weniger. Das war die sogenannte Absprache, von der ich geredet hatte. Es war nicht vorher besprochen, dass ich gegen den FC Bayern fehlen soll. Es waren weder die Trainer, irgendein Betreuer noch Thomas Eichin irgendwie eingeweiht. Es war einfach eine dumme Aussage."

WERDER.DE: Machst du dir Vorwürfe, dass du mit deinen Worten den Vorgang so missverständlich ausgedrückt hast?

Zlatko Junuzovic: "Na klar, das tut mir vor allem für Clemens leid, der da jetzt mit reingezogen wird. Ich war emotional, es war Minuten nach dem Abpfiff. Mir fehlten die richtigen Worte. Wenn das jetzt juristisch auf die Goldwaage gelegt wird, werde ich künftig keine Interviews direkt nach dem Spiel geben und die Emotionen erstmal verziehen lassen."

WERDER.DE: Weißt du schon, wie es jetzt weitergeht? 

Zlatko Junuzovic: "Ich habe heute ein Schreiben des DFB bekommen, in der um eine Stellungnahme bis Dienstag gebeten wird. Da werde ich alles genau schildern. Ich hoffe, dass die Ermittlungen ergeben, dass ich nicht unsportlich gehandelt habe. Ich habe auf Zeit gespielt und habe die gelbe Karte bekommen. Die Karte habe ich billigend in Kauf genommen, so wie jeder andere Spieler, der auf Zeit spielt, ein taktisches Foul begeht oder beim Torjubel sein Trikot auszieht, was jedes Mal Interpretationen zuließe, dass der Spieler eine „abgesprochene“, vorher geplante gelbe Karte bekommen habe. Über meine Aussagen danach habe ich schon gesprochen, die tun mir wirklich leid. Ich wollte niemandem schaden, nicht unsportlich sein. Ich wollte ehrlich sein, dabei fehlten mir die richtigen Worte."

Wir wünschen Dir, dass sich alles auflöst und du nicht zusätzlich sanktioniert wirst.

 

Mehr zum Thema