"Allererste Sahne" - Pizarros Traumtor

Da schlägt er ein: Sensationell hämmerte Claudio Pizarro den Ball zum 2:0 in die Maschen (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 05.03.2016 // 21:41 Uhr

Von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Am Samstag um 15.55 Uhr wurde es schlagartig ohrenbetäubend laut im Weser-Stadion. Sekunden zuvor hatte Claudio Pizarro den Ball gefühlvoll über die Gegenspieler Sakai und Milosevic gehoben und anschließend per Dropkick im linken oberen Eck des Hannoveraner Tores untergebracht. Es war ein besonderer Treffer, denn es war Bundesliga-Tor Nummer 100 im Werder-Trikot für den Peruaner. Seine Rekordjagd geht damit weiter – Werders ewiger Rekordschütze, Marco Bode, liegt nur noch einen Treffer vor dem 37-Jährigen. 

„Er hat meinen allergrößten Respekt. Es ist Wahnsinn, was er Woche für Woche leistet“, schwärmte Kapitän Clemens Fritz und ergänzte schmunzelnd: „Wir wissen um seine Qualität und man gewöhnt sich so langsam daran, dass er jedes Spiel trifft.“ Auf die Frage nach seinem Torjäger geriet auch Viktor Skripnik ins Schwärmen: „Er ist der erste, der kommt, und der letzte, der geht“, lobte der Cheftrainer die Professionalität Pizarros.

Ließ sich von seinen Teamkollegen nach dem 100. Tor für Werder kräftig feiern (Foto: nordphoto).

„Er kam damals mit großem Trainingsrückstand zu uns. Danach hat er sich durchgebissen und an seinem idealen körperlichen Zustand gearbeitet. Ich bin froh, dass er die gesamte Winter-Vorbereitung mit uns absolvieren konnte und ohne Verletzung geblieben ist. Jetzt sieht man, wie fit und wie spritzig er ist. Und dass er Fußballspielen kann, darüber brauchen wir nicht zu reden“, so der Bremer Coach weiter.

Nicht nur Trainer und Spieler, auch Geschäftsführer Sport, Thomas Eichin, schwärmte vom führenden Torjäger des SV Werder, bei dem jetzt elf Tore zu Buche stehen. „Er ist ein unglaublich geiler Kicker, der die Bälle behauptet und gute Pässe spielt. Mit seinem Näschen ist er immer gefährlich und gut für ein Tor. Das ist seine Stärke. Was er abliefert, ist allererste Sahne", so Eichin.

Die lobenden Worte schmeicheln dem Peruaner. „Es ist schön, so etwas zu hören“, sagte Pizarro angesprochen auf die Aussagen der Kollegen, „aber ich freue mich einfach jedes Mal, wenn ich auf dem Platz stehe und der Mannschaft helfen kann.“ Die Bescheidenheit, der Teamgedanke, die Einstellung – all diese Eigenschaften machen Claudio Pizarro für die Grün-Weißen so wertvoll und für die Bundesliga so unverzichtbar.