Doppelt schön: Klasnic-Comeback und 2:0-Sieg in Cottbus

Erwartet schwere Aufgabe: Werder-Kapitän Frank Baumann im Kopfballduell mit Francis Kioyo.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Ohne Glanz und Gloria, aber mit Kampf und individueller Klasse hat sich Werder Bremen am 14. Bundesliga-Spieltag bei Schlusslicht Energie Cottbus mit 2:0 durchgesetzt. Neben dem Ergebnis die zweite erfreuliche Nachricht des Tages: Stürmer Ivan Klasnic gab nach seiner Nierentransplantation fast ein Jahr nach seinem letzten Bundesliga-Einsatz sein Comeback, spielte über eine Stunde lang. Für die Tore sorgten aber zwei andere Grün-Weiße: Diego (63.) traf per Elfmeter nach Foul an Markus Rosenberg, ehe John Jairo Mosquera mit seinem ersten Bundesliga-Tor alles klar machte (83.).

 

Klasnic mit erster Chance

 

Nach fast einem Jahr zurück in der Bundesliga: Ivan Klasnic (l.) feierte gegen Energie Cottbus (hier mit Ervin Skela) ein langersehntes Comeback. Rechts Werder-Kapitän Frank Baumann.

Die Klasnic-Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne wurde begünstigt durch die Personalnot der Werderaner gerade im Sturm, wo mit dem verletzten Hugo Almeida und dem suspendierten Boubacar Sanogo die beiden treffsichersten Akteure fehlten. So kam Ivan ausgerechnet gegen den Gegner zu seinem Comeback, gegen den er vor über einem Jahr - am 4. November 2006 - sein letztes Bundesliga-Tor erzielt hatte. Neben Klasnic neu in der Startelf: Kapitän Frank Baumann, der Leon Andreasen (Sprunggelenksverletzung) ersetzte.

 

Klasnic hatte prompt die erste Chance des Spiels, scheiterte nach Ecke von Daniel Jensen jedoch aus kurzer Distanz an Energie-Schlussmann Gerhard Tremmel (5.). Ansonsten bot die Anfangsphase im spärlich gefüllten Stadion der Freundschaft nur wenig Aufregendes. Cottbus agierte gewohnt vorsichtig, stand tief und lauerte auf Konter, Werder mit deutlich mehr Ballbesitz und spielerischem Übergewicht, doch ohne zündende Idee, wie die Abwehr der Lausitzer zu knacken wäre.

 

Die dickste Bremer Chance des ersten Durchgangs resultierte aus einer Standardsituation. Nach Foul von Vragel da Silva an Ivan Klasnic hämmerte Naldo den Ball aus 17 Metern an die Latte (32.). Cottbus verzeichnete indes durch Daniel Ziebig (43.) ebenfalls einen wuchtigen Schuss ans Gebälk, so dass es zur Pause auch nach Lattentreffern unentschieden stand.

 

Cottbus-Tor wegen Abseits nicht gegeben

 

Naldo kämpft mit Cottbus' "Zehner" Stiven Rivic um den Ball.

Auch deshalb, weil Schiedsrichter Manuel Gräfe einem Tor der Gastgeber wegen angeblicher Abseitsstellung die Anerkennung verweigerte. Nach einem Freistoß von Ervin Skela gelangte der Ball zu Stiven Rivic, dessen Schuss Tim Wiese nur abklatschen konnte. Den Abpraller netzte Vragel da Silva ein, doch Assitent Guido Winkmann hob die Fahne - sehr zum Ärger der Cottbuser, die da Silva auf gleicher Höhe mit Werders Per Mertesacker wähnten (21.).

 

Zur Pause gab’s personellen Veränderungen, und auch auf dem Feld änderte sich zunächst nichts. Werder blieb feldüberlegen, hatte 64% Ballbesitz, aber keine nennenswerten Torchancen. Mit einer Ausnahme in der 54. Minute, als Stanislav Angelov auf der Linie einen Kopfball von Per Mertesacker für den bereits geschlagenen Torwart Tremmel klärte.

 

Diegos siebtes Saisontor - ein Elfmeter

 

Erst nach gut einer Stunde wurde es auf dem Feld wieder deutlich lebhafter. Zunächst vergab Ervin Skela eine gute Freistoßmöglichkeit für Energie, dann bekamen die Werderaner einen Elfmeter zugesprochen. Mario Cvitanovic hatte gegen Markus Rosenberg geklammert und den Schweden schließlich zu Fall gebracht - eine vertretbare Entscheidung von Schiedsrichter Gräfe. Diego ließ sich die Chance nicht entgehen und versenkte die Kugel unhaltbar im linken oberen Eck - 0:1 (63.).

Unmittelbar danach war das Comeback für Ivan Klasnic beendet, der viel gerackert hatte, aber nach der langen Pause noch ohne Sicherheit im Torabschluss war. Für den Kroaten kam der junge Österreicher Martin Harnik.

 

“Mosquis” freches Flanken-Tor

 

Markus Rosenberg schirmt den Ball von Igor Mitreski ab.

Nach dem Rückstand musste Cottbus mehr für die Offensive tun, scheiterte aber mit seinen wenigen Chancen jedes Mal am tadellosen Tim Wiese im Bremer Tor. Der zwischenzeitlich für Markus Rosenberg eingewechselte John Jairo Mosquera sorgte in der 83. Minute für die endgültige Entscheidung. Nach einem Konter setzte er auf der linken Seite zu einer vermeintlichen Flanke an, verblüffte den herauslaufenden Gerhard Tremmel jedoch mit einem Torschuss, der zum 0:2 im langen Eck einschlug.

 

Danach brachten die Grün-Weißen den Vorsprung souverän über die letzten Minuten und freuten sich am Ende über den siebten Erfolg in den letzten neun Bundesliga-Spielen. Der Rückstand auf Tabellenführer Bayern München (2:1 gegen Wolfsburg) beträgt damit weiter nur einen Punkt.

 

von Kevin Kohues