Stolz aber nicht zufrieden

12.05.24 von Von Moritz Studer

Ein Nachbericht zum Unentschieden bei RB Leipzig

Die Mannschaft feiert das Führungstor.

Der SV Werder hatte das Siegtor in Leipzig auf Kopf und Fuß (Foto: W.DE).

Profis

Sonntag, 12.05.2024 / 14:00 Uhr

Von Moritz Studer

Wenn eine Mannschaft nach einem Auswärtsspiel bei RB Leipzig mit einem Punkt nicht wirklich zufrieden ist, spricht es für die Leistung dieses Teams. Denn beim 1:1-Unentschieden des SV Werder gegen die Sachsen lieferten die Gäste einen bemerkenswerten Auswärtsauftritt ab. „Für die Leistung“, sagt Cheftrainer Ole Werner, „können wir der Mannschaft nur gratulieren.“

Ein Schlüssel für den mutigen Auftritt war ein selbstbewusster Matchplan. Immer wieder lösten die Grün-Weißen Drucksituationen mit einer ruhigen Spieleröffnung. Deshalb verfügte der SVW auch mit Schlusspfiff noch über die höhere Ballbesitzquote als die favorisierten Hausherren. „Wir sind schon mit dem Ziel ins Spiel gegangen, das Spieltempo vorzugeben“, erklärt Torhüter Michael Zetterer. „Wir wollten das hin und her, das sie provozieren wollen, unterbinden.“ Daher blieb RBL im ersten Durchgang weitestgehend harmlos, während Werder nur die finale Durchschlagskraft fehlte. Schließlich half Leipzigs Nicolas Seiwald mit, eine Hereingabe von Milos Veljkovic zur Gastführung ins Netz zu verlängern (35.).

Leipzig erhöht den Druck, doch Werder fehlt nicht viel

Jens Stage kommt nach einem Eckball zum Kopfball.

Dem Sieg ganz nahe: Jens Stage hat spät die große Chance per Kopf (Foto: W.DE).

Erst in der Nachspielzeit des ersten Abschnitts erarbeitete sich das Team von Marco Rose seinen ersten Hochkaräter. Sowohl gegen Mohamed Simakan als auch gegen Yussuf Poulsen blieb Keeper Zetterer jedoch Sieger (45.+3). Seine beste Parade zeigte der 28-Jährige allerdings nach dem Seitenwechsel, als er aus kurzer Distanz einen Kopfball von Christoph Baumgartner über die Linie lenkte (46.). „In der zweiten Halbzeit hatten wir schon Glück“, sagt Kapitän Marco Friedl, „dass wir nicht schon eher den Ausgleich kassieren.“ Für diesen sorgte nämlich der eingewechselte Benjamin Sesko, der nach einer Kopfballablage von Simakan trocken unter den Querbalken abschloss (61.).

Für einen kurzen Moment drohte in dieser Phase die Begegnung zu kippen. Werder arbeitete sich aber zurück auf die Karte und bekam immer wieder seine Momente. In der Nachspielzeit bot sich dem SVW sogar die beste Gelegenheit auf den Siegtreffer. Nach einer Deman-Ecke stieg Jens Stage hoch, doch RBL-Keeper Peter Gulacsi kratze das Leder noch von der Linie (90.+3). Mit dem Schlusspfiff rutschte Mitchell Weiser noch eine Schmid-Hereingabe, doch bekam das Spielgerät nicht entscheidend auf das Tor gedrückt (90.+6). „Diesen Chancen trauern wir hinterher, auch wenn das Unentschieden sicherlich das gerechte Ergebnis ist“, sagt Coach Werner, dessen Schützlinge vermehrt festhielten: „Auf die Art und Weise können wir stolz sein.“