Glücklose Bremer beenden Trainingslager mit 1:2-Niederlage

Markus Rosenberg stürmte gegen Besiktas Istanbul von Beginn an neben Hugo Almeida.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Es ist wie verhext. Auch im dritten Testspiel der Wintervorbereitung musste Werder Bremen eine Niederlage hinnehmen. Gegen Besiktas Istanbul verloren die Grün-Weißen denkbar unglücklich mit 1:2 (0:0). Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte der eingewechselte Boubacar Sanogo die Bremer in der 49. Minute verdient mit 1:0 in Führung. In der 60. Minute kamen die Türken durch Nobre wie aus dem Nichts zum glücklichen Ausgleich und konnten in der Nachspielzeit durch Holosko sogar noch den Siegtreffer bejubeln.

 

Cheftrainer Thomas Schaaf veränderte die Startformation der Grün-Weißen auch in diesem Testspiel wieder auf einigen Positionen. Sechs Spieler bekamen gegenüber der Begegnung am Dienstag gegen Galatasaray Istanbul eine Chance von Beginn an: Torhüter Nico Pellatz erhielt die angekündigte Bewährungschance zwischen den Pfosten der Grün-Weißen, Niklas Andersen bekleidete die Innenverteidiger-Position neben Per Mertesacker, Petri Pasanen ersetzte Sebastian Boenisch und rückte auf die linke Verteidigerposition, Kapitän Frank Baumann für Neuzugang Alexandros Tziolis und Spielmacher Diego für Timo Perthel durften im Werder-Mittelfeld ran, und das Sturmduo bildeten Hugo Almeida und Markus Rosenberg.

 

Werder erwischt den besseren Start

 

Geschäftsführer Klaus Allofs konnte nicht glauben, dass Mesut Özil zurückgepfiffen wurde.

Werder begann deutlich geordneter und druckvoller als noch zuletzt im Test gegen Galatasaray, als die Grün-Weißen die ersten Minuten verschliefen und bereits nach 20 Minuten mit 0:2 in Rückstand lagen. Dieses Mal nahmen die Bremer von Beginn an das Heft in die Hand und bestimmten in der Anfangsphase das Spielgeschehen. Der Ball lief schnell und direkt durch die eigenen Reihen, in der Defensive stand Werder kompakt und offensiv erspielten sie sich schon in der ersten Viertelstunde zwei dicke Gelegenheiten. Almeida, dessen Volleyschuss das Besiktas-Tor nur knapp verpasste, und Diego, dessen Ball von Rüstü im letzten Moment noch pariert werden konnte, ließen diese Chancen allerdings ungenutzt.

 

Durch gefälliges Kombinationsspiel fand Werder auch in der Folge immer wieder Lücken in der Abwehrkette der Türken und kam weiterhin zu nennenswerten Möglichkeiten. Markus Rosenberg (20.) und erneut Almeida (24.) konnten aber zunächst auch keinen Profit daraus schlagen. Die dickste Chance wurde den Bremern durch Schiedsrichter Baçkan zu Nichte gemacht, der zur verwunderung aller eine Abseitsstellung von Mesut Özil erkannt haben will. Da Werder-Schlussmann Pellatz gegen zum Ende der Halbzeit stärker werdende Türken auf der Gegenseite nur einmal eingreifen musste, als er in der 26. Minute einen Kopfball von Mert Nobre aus kurzer Distanz entschärfte, gingen beide Teams torlos in die Halbzeitpause.

 

Führung durch Joker Sanogo, Ausgleich aus dem Nichts

 

Im zweiten Durchgang waren gerade erst vier Minuten gespielt, als der zur Halbzeit für Rosenberg eingewechselte Boubacar Sanogo die verdiente und erlösende 1:0-Führung für Werder erzielte. Der Ivorer verwertete eine Vorlage von Diego mit einem strammen Schuss aus halbrechter Position in die lange Ecke. Wenige Minuten später hätte Hugo Almeida die Führung der Grün-Weißen eigentlich sogar noch auf 2:0 ausbauen müssen, der glücklose Portugiese traf mit seinem Kopfball aber nur den Außenpfosten.

 

Kapitän Frank Baumann präsentierte sich, wie die gesamte Mannschaft, sehr engagiert.

Umso ärgerlicher, dass Werder nach einer Stunde wie aus heiterem Himmel den unverdienten Ausgleich durch Mert Nobre hinnehmen musste. In der Offensive spielte Almeida den Ball völlig unbedrängt zum Gegner, die schnell konterten und durch den 28-Jährigen zum Erfolg kamen. Doch trotz der hohen Belastung der letzten Tage steckten die Bremer auch nach diesem Nackenschlag nicht auf, sondern kombinierten weiter snsehnlich und erspielten sich durch Diego (72.) und Frings (73.) weitere sehr gute Gelegenheiten.

 

Turbulente Schlussminuten

 

In der Schlussminute, als Werder der Trainingslager-Belastung dann aber sichtlich Tribut zollte, hatten die Grün-Weißen zunächst Glück, dass Besiktas ein Treffer wegen einer angeblichen Arbeitsposition abgesprochen bekam, mussten in der zweiten Minute der Nachspielzeit dann aber doch noch das Tor zur unverdienten 1:2-Niederlage durch den eingewechselten Filip Holosko hinnehmen, der den Ball nach einem Eckball aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie drückte.

 

Trotz dieser erneuten Niederlage war es der bisher beste Auftritt der Grün-Weißen in dieser Vorbereitung, bei dem die positiven Eindrücke überwiegen. Über weite Strecken dominierte Werder das Spielgeschehen und hatte die besseren Möglichkeiten auf seiner Seite. Einzig im Abschluss haperte es bei den Bremern noch.

 

 

von Dominik Kupilas