"Wir haben für unseren Standpunkt gekämpft"

Frank Baumann über die Verlegung des Frankfurt-Spiels
Frank Baumann äußerte sich nach der Spielverlegung ausführlich (Foto: nordphoto).
Profis
Freitag, 28.02.2020 / 15:52 Uhr

Notiert von Yannik Cischinsky und Philipp Burde

Die Absage des Heimspiels am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt (siehe Extrameldung) hat zahlreiche Folgen. In einer Medienrunde beantwortete Frank Baumann die wichtigsten Fragen rund um die Verlegung auf zunächst unbestimmte Zeit. „Wir haben grundsätzliches Verständnis für die sportliche Situation der Eintracht. Zwei Spiele in drei Tagen zu bestreiten ist aus sportlicher Sicht nicht optimal, aber in meinen Augen auch nicht unmöglich“, so Baumann. WERDER.DE fasst die Aussagen des Geschäftsführers Fußball zusammen.

Frank Baumann über…

… die 48-Stunden-Regel: „Die Regelung ist grundsätzlich sehr sinnvoll. Eine Verlegung ist nur in Sonderfällen nötig, es müssen dafür übergeordnete Gründe vorliegen. In diesem Fall wird mit der Integrität argumentiert, aber aus meiner Sicht wird nur ein Wettbewerbsnachteil einer Mannschaft für einen Nachteil einer anderen getroffen. In diesem Fall wäre es besser gewesen, bei der Terminierung zu bleiben. Aber das müssen wir akzeptieren, uns damit arrangieren und versuchen, das Beste draus zu machen.“

… den Austausch zwischen allen Beteiligten: „Wir haben uns seit gestern mit der DFL und Eintracht ausgetauscht und konstruktiv eingebracht. Es gab gestern und heute auf verschiedenen Ebenen Telefonate. Wir haben unsere Position am Telefon und schriftlich klargemacht und eine Stellungnahme abgegeben. Wir haben für unseren Standpunkt gekämpft. Wir haben zwei Vorschläge gemacht, um der Eintracht 48 Stunden zu gewähren. Eine Variante wäre es gewesen, den Anstoß Sonntag auf 20.30 Uhr zu verschieben. Wir hätten uns unter gewissen Voraussetzungen auch Montag vorstellen können. Aber die DFL hat so entschieden, das müssen wir akzeptieren. Mit dieser Situation sind wir unzufrieden.“

… die Gründe dafür, dass es keine Verlegung auf Montag gegeben hat: „Dazu muss sich die DFL äußern. Es wären vermutlich zu viele Verschiebungen gewesen, um diese Regelung auch konsequent durchzusetzen, dass zwei Tage zwischen den Spielen liegen. Wir müssen mit der Verschiebung leben, die anderen Mannschaften können so weitermachen.“

Florian Kohfeldt und Frank Baumann müssen fürs kommende Wochenende umplanen (Foto: nordphoto).

… den dadurch entstehenden Nachteil: „Es gibt verschiedene Nachteile, die dadurch entstehen. Ein sehr wichtiger Grund ist die aktuelle Situation. Wir haben Samstag sehr deutlich gemacht, dass eine entscheidende Woche vor uns liegt. Der volle Fokus lag auf dem Spiel und die Trainingswoche wurde darauf ausgerichtet. Wir hätten Fans bei dem wichtigen Abschlusstraining dabeigehabt und wären mit einem Heimspiel in diese Woche gestartet. Nun werden wir voraussichtlich fünf Spiele hinterherlaufen. Das ist ein Nachteil in unserer Situation. Auch die reguläre Belastung Frankfurts durch die Spiele wäre ein Vorteil gewesen.“

… die veränderte Trainingswoche: „Das Trainerteam ist alles andere als glücklich, wir alle sind es nicht. Wir haben uns sehr gut vorbereitet und uns drauf gefreut. Wir hätten diese wichtige Woche mit einem Heimspiel beginnen können. Es wird jetzt schwieriger mit zwei Auswärtsspielen. Wir planen jetzt um, damit ist Florian gerade beschäftigt. Wir müssen schauen, wie wir uns in den nächsten Tagen auf das Pokalspiel vorbereiten.“

… das Mitspracherecht der Vereine: „Die DFL ist für die Spielansetzung zuständig. Das geschieht im regulären Betrieb nach Rücksprache beispielsweise mit der Polizei und teilweise dem Fernsehen. Wir hatten keine Möglichkeit, ein Veto einzulegen. Entschieden haben andere.“

… das Verhältnis zwischen Werder und DFL: „Ich gehe nicht davon aus, dass die jetzige Entscheidung mit dem Polizeikostenstreit in Verbindung gebracht werden kann. Das ist mir zu weit hergeholt.“

… einen möglichen Ausweichtermin: „Es gibt nur einen fixen Termin, der aktuell möglich ist und zwar zwischen dem 33. und 34. Spieltag eine ‚Englische Woche‘ einzubauen. Jeder kann sich denken, dass das nicht optimal ist, in einer entscheidenden Woche den Nachteil zu haben und nicht frisch in das letzte Spiel gehen zu können. Die DFL schaut sich nun an, wie sich die Eintracht in der Europa League schlägt. Wir drücken der Eintracht die Daumen. Es gibt gute Gründe, warum die letzten beiden Spieltage zeitgleich stattfinden. Davor wäre ein Termin nur möglich, wenn die Eintracht ausscheidet.“

 

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