Frustriert aber realistisch

Kurzpässe am Montag

Max Kruse zeigt sich frustiert über das Nürnberg-Remis, ordnet dieses aber realtistisch ein (Foto: nordphoto).
Kurzpässe
Montag, 17.09.2018 // 13:01 Uhr

+++ Zwischen Anspruch und Realität : Keine 20 Stunden nach dem ärgerlichen Remis gegen den 1. FC Nürnberg hat sich Werder-Kapitän Max Kruse am heutigen Montagmorgen ausführlich den Fragen der Journalisten gestellt. „Es ist richtig ärgerlich, weil wir gestern förmlich um den Ausgleich gebettelt haben“, sagt Kruse. „Wir haben noch kein Spiel verloren, das darf man auch nicht außer Acht lassen, aber zwischen Anspruch und Realität klafft bei uns aktuell noch eine zu große Lücke“, macht Werders Nummer zehn deutlich. Als Kapitän spricht er dabei aber nicht nur über die Leistung der Mannschaft, sondern bewertet auch seine eigene Situation: „Wenn ich nach drei Spielen noch keinen Scorerpunkt habe, ist das für mich natürlich nicht in Ordnung. Wichtig ist immer der Erfolg der Mannschaft, aber ich muss mich auch noch verbessern.“ Cheftrainer Florian Kohfeldt hat seinem Kapitän bereits gestern während des Spiels mitgegeben, mehr das Zentrum zu halten. „Ich will immer viele Ballkontakte und die Kontrolle haben und habe mich deshalb zu oft aus der Mitte herausbewegt“, meint Kruse. „Wir haben aber beispielsweise mit Davy und Nuri Spieler, die das auch sehr gut können und wollen. Daran muss ich mich noch mehr gewöhnen.“ Schon am Samstag können es die Grün-Weißen besser machen. Nach dem Auslaufen am Montag ist am Dienstag frei, ab Mittwoch liegt der Trainingsfokus dann auf der Partie gegen den FC Augsburg. +++

+++ Dauerläufer und Mittelfeldmotor: Davy Klaassen ist Werders Dauerläufer. Der niederländische Mittelfeldmotor der Grün-Weißen legte in allen drei Bundesliga-Spielen die größte Distanz zurück – in Zahlen 34,45 Kilometer. Am gestrigen Sonntag lief er gegen den 1. FC Nürnberg so viel wie kein anderer Spieler auf dem Platz – 12,64 Kilometer. Auch gegen Eintracht Frankfurt und Hannover 96 stand Klaassen in der Statistik der zurückgelegten Kilometer ganz oben in der Auflistung. „Davy ist ein enorm wichtiger Spieler für uns“, betont Frank Baumann. Doch damit nicht genug: „Er stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft und weiß genau, was das Team braucht“, freut sich Werders Geschäftsführer Fußball über die Leistungen Klaassens, der neben Ludwig Augustinsson, Theodor Gebre Selassie, Milos Veljkovic, Niklas Moisander und Maximilian Eggestein noch keine einzige Minute in allen vier Pflichtspielen dieser Saison verpasste. +++

Ärgert sich über das Remis bei seinem Pflichtspiedebüt: Nuri Sahin (Foto: nordphoto).

+++ Für drei Punkte lieber verzichtet: „Mein Debüt hätte ich mir natürlich besser vorgestellt“, betont ein sichtlich enttäuschter Nuri Sahin nach der Partie am Sonntagnachmittag. In der 71. Minute kommt der Last-Minute-Neuzugang der Grün-Weißen für Philipp Bargfrede ins Spiel und muss kurz vor Schluss mit ansehen, wie der SV Werder gegen den 1. FC Nürnberg eine 1:0-Führung aus der Hand gibt und in der zweiten Minute der Nachspielzeit den späten Ausgleichstreffer hinnehmen muss. „Ich hätte auf mein Debüt lieber verzichtet und dafür die drei Punkte geholt“, so die Nummer 17 des SVW. „Er ist in einer schwierigen Phase reingekommen“, erklärt Frank Baumann. „Er hat sich gut eingefügt“, so Werders Geschäftsführer Fußball weiter. +++

+++ Ein deutliches Zeichen gegen Rechts: Die Ostkurve hat am gestrigen Sonntag wiederholt klar Stellung gegen Rassismus und gesellschaftlichen Rechtsruck bezogen. Im Fußball, im Stadion und überall ist kein Platz für Faschismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Die Anhänger des SV Werder sendeten zu Beginn der zweiten Halbzeit im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg dafür ein klares Zeichen. „Kein Fußball den Faschisten“ war auf einem großen Banner zu lesen. Der Protest gegen Rechts fand sich auf vielen weiteren Spruchbannern mit Aufschriften wie „Rassismus tötet“ oder „Hass macht hässlich“ wieder. Damit vertritt auch die aktive Fan-Szene der Grün-Weißen die Werte des SV Werder, der sich stets für Weltoffenheit und Toleranz einsetzt (siehe Extrameldung). +++

Werder-Coach Florian Kohfeldt stellt den alten Rekord von Otto Rehhagel ein (Foto: nordphoto).

+++ Rekord eingestellt: Die Enttäuschung nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg war groß. Dennoch bleibt der SV Werder unter Florian Kohfeldt im heimischen Weser-Stadion ungeschlagen. Seit Oktober letzten Jahres, seit Kohfeldt an der Seitenlinie steht, haben die Grün-Weißen kein Spiel mehr am Osterdeich verloren. 14 Mannschaften haben versucht, den SVW zu schlagen. 14 Mannschaften sind daran gescheitert. Damit stellt der Cheftrainer einen alten Rekord eines ganz großen Werderaners ein. Nach Otto Rehhagel schaffte es nun auch Kohfeldt, über einen so langen Zeitraum nach Amtsantritt im Weser-Stadion ungeschlagen zu bleiben. +++

+++ Ab in die Festung: Der SV Werder ist seit 14 Bundesliga-Spielen im Weser-Stadion ungeschlagen. Das soll auch im nächsten Heimspiel gegen Hertha BSC am Dienstag, 25.09.2018, um 18.30 Uhr so bleiben. Doch dafür brauchen die Grün-Weißen euch! Also sichert euch noch schnell die Tickets für das Duell mit der Alten Dame aus Berlin, seid am Osterdeich live dabei und pusht den SV Werder zum ersten Heimsieg dieser Saison! Tickets gibt es wie gewohnt im Online-Shop auf WERDER.DE, im Callcenter (Tel. 0421 – 434590) oder im Ticket-Center am Weser-Stadion. +++

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