Epizentrum Osterdeich

Der Vorbericht zum Nordderby

Rassige Zweikämpfe und die große sportliche Rivalität gehören zur DNA des Nordderbys (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 22.02.2018 // 15:05 Uhr

Zusammengestellt von OPTA und WERDER.DE

Samstag. Weser-Stadion. Nordderby. Flutlicht. Mehr Zutaten braucht es nicht, um das Herz aller Fußballfans in Norddeutschland höher schlagen zu lassen. Am Samstagabend um 18.30 Uhr (ab 18.15 Uhr im betway Live-Ticker) ist es wieder so weit. Der SV Werder Bremen empfängt am 24. Spieltag seinen Erzrivalen aus Hamburg zur 108. Auflage des Bundesliga-Klassikers. Selbstredend ist das Weser-Stadion bis auf den letzten Platz ausverkauft. Naturgemäß ist das Kräftemessen zwischen den beiden Mannschaft kein gewöhnliches Spiel und dennoch hat der SV Werder im Duell mit dem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt nur ein Ziel: dreifach punkten!

Die letzten Nordderbys: Emotional sind Nordderbys immer, fußballerisch ansehnlich zumeist auch, deswegen wird das letzte Nordderby aus der Hinrunde der laufenden Spielzeit wohl nur eine Randnotiz in der langen Tradition des Duells zwischen dem SVW und dem HSV bleiben. 0:0-Unentschieden endete das Duell im Hamburger Volkspark, das insgesamt eher von der Spannung lebte. Chancen waren tendenziell Mangelware und den einzigen großen Aufreger lieferte die Bremer Ersatzbank. Ersatztorwart Michael Zetterer – von der Stimmung mitgerissen – reklamierte in der Nachspielzeit von seinem Platz aus etwas zu leidenschaftlich - zumindest für den Geschmack des Unparteiischen Deniz Aytekin. Der Schiedsrichter quittierte dies mit dem gelben Karton für Zetterer und „verhalf“ dem Schlussmann somit zu einem Bundesliga-Rekord. Zetterer hatte nun zwei Verwarnungen auf dem Konto, ohne je in der Bundesliga aufgelaufen zu sein (zum Spielbericht). Das Rückspiel der abgelaufenen Saison sorgte da schon eher für sportliche Schlagzeilen, positive Schlagzeilen aus Bremer Sicht. Zwar gingen die Gäste durch den mittlerweile beim FC Augsburg äußerst erfolgreichen Michael Gregoritsch kurz nach Anpfiff in Führung, doch die Grün-Weißen erzielten vor dem Pausenpfiff - angetrieben von einer großartigen Kulisse - den verdienten Ausgleich durch Max Kruse. Im zweiten Durchgang drückte der SVW dann nochmal mehr auf das Gaspedal und belohnte sich schlussendlich mit dem umjubelten Siegtreffer von Florian Kainz in der 71. Minute (zum Spielbericht).

Thomas Delaney feiert am Samstag seine Derby-Heimpremiere (Foto: nordphoto).

Zur "Faszination Nordderby": „Das Kribbeln wird jetzt immer größer. Ich kann nur noch einmal betonen, wie sehr ich mich auf das Spiel freue“, fiebert Werder-Cheftrainer Florian Kohfeldt dem Anpfiff am Samstagabend entgegen. Dabei sind für Kohfeldt auch schon der Vorlauf zur Partie und die Atmosphäre in der Stadt echte Highlights: „Wer in Bremen unterwegs ist, merkt einfach, dass das für alle ein besonderes Spiel ist. Ich freue mich beispielsweise schon auf den Weg zum Stadion und die Stimmung, die die Fans dann verbreiten werden“, so Kohfeldt, der gleichzeitig aber auch klarstellt: „Ich wünsche mir rund um das Spielfeld eine friedliche Stimmung. Es gibt - keine Frage - eine Rivalität zwischen den Clubs, aber das ist und bleibt eine sportliche.“ Auch Werder-Innenverteidiger Milos Veljkovic nimmt in dieser Woche eine spezielle Gefühlslage in der Hansestadt wahr. „Wenn man beispielsweise Essen geht, kommen die Leute und wünschen einem viel Glück. Man merkt schon, wie gespannt alle sind“, erzählt der serbische Nationalspieler.

Florian Kohfeldt zur Partie: „Ein Derby steht in erster Linie immer für sich, aber natürlich macht die tabellarische Situation mit dem HSV als direkten Konkurrenten die Partie umso wichtiger." Ein Heimsieg hat für Kohfeldt oberste Priorität. Um nach der Partie jubeln zu können, bereitet sich die Mannschaft unter den Anleitung des Trainerteams mit maximaler Konzentration auf die Partie vor: „Wir haben einen Plan erarbeitet, den wir ab der ersten Minute umsetzen wollen. Ich denke, dass wir mit dem Ball Lösungen finden werden, um den HSV in Bedrängnis zu bringen. Dazu wollen wir sie ganz früh unter Druck setzen“, lässt Kohfeldt einen kleinen Blick ins 'Planungszentrum Trainerbüro' zu. Trotz des großen Vertrauens in den eigenen Plan, weiß der Fußballlehrer auch um die Stärken des kommenden Gegners. „Sie haben gerade in der Offensive mit Kostic und Wood Spieler, die speziell in Kontersituationen ein hohes Tempo mitbringen. Das müssen wir auf dem Schirm haben. Dazu besitzt Aron Hunt die Kreativität, um seine Mitspieler gut einzusetzen und selbst torgefährlich zu werden“, erläutert der Coach. Insgesamt erwartet er eine Partie, in der es auf dem Rasen äußerst intensiv zugehen wird. „Beide Mannschaften werden körperlich an die Grenzen gehen. Wir können uns auf viele Zweikämpfe einstellen, die hart, aber nicht unfair geführt werden sollten.“

0:0-Unentschieden endete das Hinspiel in Hamburg (Foto: nordphoto).

Alle Mann an Bord: Das Trainerteam kann für das Nordderby aus dem Vollen schöpfen. Florian Kohfeldt stehen auch Zlatko Junuzovic, der vergangenes Wochenende gegen Freiburg fehlte, sowie Philipp Bargfrede und Aron Jóhannsson zur Verfügung. Das Duo hatte lediglich ein dosiertes Programm absolviert und stand bereits zur Wochenmitte wieder mit den Teamkollegen auf dem Trainingsplatz.

Nordderby Nr. 108: So oft spielten Werder Bremen und der Hamburger SV bereits den Sieger des Nordderbys in der Bundesliga aus. Damit ist der Vergleich zwischen den beiden Teams die meistgespielte Partie im deutschen Fußball-Oberhaus. Die Allzeit-Bilanz ist äußerst ausgeglichen, spricht aber knapp für die Werderaner. 38 Mal gingen die Grün-Weißen als Sieger vom Platz, Hamburg nahm insgesamt 34 Mal drei Punkte aus dem Nordderby mit. Seit der Einführung der Bundesliga gab es beim Aufeinandertreffen der beiden Nordklubs zudem 35 Remis.

Sperr(en)gebiet Weser-Stadion: Mit neun gelben Karten in 21 Saisonspielen rangiert HSV-Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos auf Platz 1 der Rangliste für Gelbe Karten. Im Heimspiel gegen Leverkusen stand er nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder auf dem Platz, steht mit neun Gelben aber erneut vor seinem nächsten sperrenbedingten Ausfall für die Rothosen. Das gleiche Schicksal könnte seine Teamkollegen Dennis Diekmeier und Gideon Jung ereilen. Beide stehen bei vier Gelben Karten. Das gilt auch für vier Bremer. Philipp Bargfrede, Florian Kainz, Thomas Delaney und Robert Bauer würden bei einer erneuten Verwarnung im nächsten Spiel in Gladbach zusehen müssen.

Das ganze Paket: Für alle Grün-Weißen auf Ballhöhe! Ab 18.15 Uhr berichtet WERDER.DE mit dem betway Live-Ticker live aus dem Weser-Stadion! Dazu überträgt Sky das Topspiel live. Zudem können alle Werderaner die Partie unmittelbar nach Spielende re-live sowie ebenfalls kurz nach Abpfiff die Highlights der Begegnung bei WERDER.TV sehen!