Bundesliga-Fußball und Identifikation als Motor

Die Geschäftsführung äußerte sich zum vergangenen Geschäftsjahr und zur aktuellen Situation (Foto: Heidmann).
Mitglieder
Montag, 20.11.2017 // 22:49 Uhr

Der SV Werder Bremen ist mehr als Profi-Fußball, aber das Bundesliga-Geschäft bleibt der Motor von dem das Wohl und Weh des Vereinssports abhängt. Das unterstrich Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald zu Beginn auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, dem wichtigsten Organ des Vereins, am Montagabend. 325 stimmberechtigte Mitglieder kamen in die Werder-Halle Hemelinger-Straße. Neben den Berichten aus dem Präsidium des Vereins sowie der Geschäftsführung der Kapitalgesellschaft wurden die wirtschaftlichen Kennzahlen vorgetragen (siehe Extrameldung) und die obligatorischen Ehrungen (siehe Extrameldung) vorgenommen.

Neben dem Aufsichtsrat, der Geschäftsführung, dem Gesamtpräsidium und dem Ehrenrat waren auch Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer, Ehrenspielführer Clemens Fritz, das komplette Trainerteam der Lizenzspielabteilung, Mannschaftsrat bestehend aus Kapitän Zlatko Junuzovic, Max Kruse und Thomas Delaney sowie Johannes und Maximilian Eggestein, die geehrt wurden, anwesend.

WERDER.DE liefert einen kurzen Überblick über die wichtigsten Aussagen und Themen der drei Geschäftsführer.

Frank Baumann - Geschäftsführer Sport

Frank Baumann nahm zur Trainersuche und medialer Kritik Stellung (Foto: nordphoto).

„Es gab in meiner Laufbahn keine Situationen, die der Achterbahnfahrt der vergangenen Saison gleichkommen.“ Mit ehrlichen und offenen Worten hat Frank Baumann auf das Geschäftsjahr 2016/17 zurückgeblickt. Die Trennung von Alexander Nouri und die Suche nach einem Nachfolger sei aufgrund von öffentlichem und zeitlichem Druck sowie der hohen Erwartungshaltung eine der „schwierigsten Prozesse“ seiner Tätigkeit gewesen.

Über die mediale Berichterstattung und die Diskussion in der Öffentlichkeit verlor Baumann ebenfalls kritische Worte. „Unter meiner Verantwortung werden die Regeln der Fairness nicht angetastet. Ich werde mit dem Trainer immer bis zum letzten Moment der Zusammenarbeit respektvoll umgehen und hinter dem Rücken des Trainers keine Vertragsverhandlungen führen, selbst wenn das von außen für naiv oder unprofessionell gehalten werden mag. Diese Prinzipien sind mir deutlich wichtiger als die Rückendeckung am Stammtisch, bei Facebook oder im Doppelpass.“

Baumann gewährte einen Einblick in seine Arbeit. Der SV Werder habe annähernd hundert Trainerkandidaten unter die Lupe genommen und auf die 32 Anforderungskriterien überprüft, daran war auch eine externe Firma beteiligt. „Mit einem kleineren Favoritenkreis wurden Gespräche geführt, daraus haben wir uns für den besten entschieden, für Florian Kohfeldt; ein Name, der seit Jahren in Fachkreisen große Beachtung findet.“ Baumann machte in gleichen Atemzug noch einmal das große Vertrauen in den neuen Cheftrainer deutlich. Die Befristung bis zur Winterpause sei kein Widerspruch dazu, sondern böte größere Handlungsspielräume für beide Seiten.

Klaus Filbry - Vorsitzender der Geschäftsführung

Schlug die Brücke zwischen Internationalisierung und Heimatverbundenheit: Klaus Filbry (Foto: nph).

Als kaufmännischer Geschäftsführer des SV Werder Bremen nutzte Klaus Filbry die Mitgliederversammlung um aus seinen Geschäftsbereichen zu berichten. Filbry ging zunächst auf das „Zahlenwerk“ ein und konnte dort ein positives Gesamtergebnis verkünden. Mit einem Überschuss von 700.000 Euro erwirtschafteten die Grün-Weißen erneut ein positives Ergebnis. „Durch Transfereinnahmen wie beispielsweise für Serge Gnabry und eine stabile Kostenstruktur, die auf der einen Seite immer die sportliche Leistungsfähigkeit berücksichtigt, dabei aber auch nie die wirtschaftliche Vernunft außer Acht lässt, konnten wir dieses für uns zufriedenstellende Jahr verzeichnen“, so Filbry.

Im Anschluss an den Blick auf die aktuellen Finanzen, richtete Filbry den Blick nach vorne und ging auf das große Thema „Internationalisierung“ ein. „Wir haben zwei chinesische Partner gewonnen. Dazu wird ab dem Frühjahr mit Josh Sargent ein Spieler aus den USA für uns auflaufen. Somit wird auch dieser Markt interessant, zudem arbeiten wir in unseren Kommunikationskanälen stetig daran, Werder-Fans im Ausland zu erreichen und vor allem Neue dazu zu gewinnen“, gab Filbry einen Ausblick auf die Möglichkeiten und Ziele des SV Werder in Puncto Auslandsvermarktung. "Es können pro Saison nur 700.000 Zuschauer ins Weser-Stadion kommen. Wir haben in Deutschland aber 22 Millionen Sympathisanten und drei Millionen Fans. Für die möchten wir den SV Werder Bremen ebenfalls erlebbar machen", unterstrich Filbry nochmals die Bedeutung der digitalen Medien der Grün-Weißen.

Frei nach dem Motto „Act Global, think local“, war es Filbry aber auch wichtig zu betonen und zu definieren, wofür der SV Werder stand, steht und auch in Zukunft immer stehen wird. Dies fasste der Geschäftsführer unter dem Begriff „Moin“ zusammen, denn die hanseatische Begrüßung stehe wie kein zweites Wort für die Heimatverbundenheit des Vereins vom Osterdeich. „Wir müssen weiterhin die Werder-Emotionen transportieren, die Beliebtheit ausbauen. Dabei bleibt Werder Bremen anfassbar und nah an den Fans. Das ist unser Weg“, bekannte sich Filby zu den Grundwerten des SVW. Natürlich ist es die sportliche Lage, die die Entwicklung der Grün-Weißen in den nächsten Jahren elementar bestimmen wird. Auch hierfür formulierte der Vorsitzende der Geschäftsführung eine Maßgabe für die Zukunft. „Wir wollen dauerhaft in der oberen Tabellenhälfte stehen. Natürlich möchten wir auch langfristig wieder nach Europa, allerdings nur im Einklang mit wirtschaftlicher Stabilität.“ Eine Vorgehensweise, die wohl alle Werderaner unterstützen dürften.

Dr. Hubertus Hess-Grunewald - LZ, Frauenfußball, andere Sportarten, CSR

Dr. Hubertus Hess-Grunewald hob die Identifikation mit dem Verein heraus (Foto: nordphoto).

Wie Filbry gewährte auch Dr. Hubertus Hess-Grunewald einen Einblick in den Strategieprozess, in seiner Funktion als Präsident blickte er auf den Gesamtverein. In diesem Prozess wurde ein umfangreiches Faktenpapier erarbeitet, das zahlreiche Themenkomplexe umfasst. Unter anderem müsse die Mitgliedschaft auch in Zukunft „eine Herzenssache“ bleiben und so attraktiv wie möglich gestaltet werden. „Die Identifikation mit dem Verein ist das höchste Gut für Mitglieder, Mitarbeiter, Fans und die Region, sie hebt uns von anderen Vereinen ab“, so Hess-Grunewald.

Außerdem warf er einen Blick auf den Standort des Leistungszentrums in der Pauliner Marsch, an dem man festhalten wolle. „Wir suchen den Dialog mit den Anwohnern und ich bin optimistisch, das realisieren zu können.“ Allerdings wies Hess-Grunewald darauf hin, dass der bestehende Gebäudetrakt am „Platz 11“ auch nach einem Umbau nicht die nötigen Kapazitäten beherbergen werde können. Neben einem positiven Zeugnis, dass Hess-Grunewald den verschiedenen Sportarten des Vereins wie Handball, Leichtathletik oder Schach ausstellte, bezeichnete er das soziale Engagement unter der Marke WERDER BEWEGT als "markenbildend". 

 

Mehr zur Mitgliederversammlung:

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