Bescheidener Startelf-Debütant

Levent Aycicek zeigte bei seinem Startelf-Debüt eine gute Leistung und war entsprechend zufrieden (Foto: nph).
Profis
Mittwoch, 29.10.2014 // 17:03 Uhr

Zwei Jahre musste Levent Aycicek darauf warten, bis er zum ersten Mal einen Anpfiff mit den Werder-Profis auf dem Platz erleben durfte. Das 20-jährige Talent aus den eigenen Reihen feierte im Pokalspiel gegen den Chemnitzer FC sein Startelf-Debüt. Auch wenn er sich lange darauf vorbereiten konnte, war es letztlich trotzdem der berühmte Sprung ins kalte Wasser.

Und er zeigte sich der schweren Aufgabe gewachsen, machte bis zu seiner Auswechslung in der 81. Minute eine ordentliche Partie. Ebenso ordentlich verlief die Bundesliga-Premiere des Youngster. In der Saison 2013/2014 kam er gegen Borussia Dortmund in die Partie und erzielte zehn Minuten später direkt sein erstes Tor im ersten Spiel im Oberhaus. Ein Lichtblick bei der 1:5-Niederlage vor knapp neun Monaten. Seither sind zwei weitere Kurzeinsätze für den Mittelfeldspieler hinzugekommen.

Seine Leistungen mit der U23 in der Regionalliga Nord ließen aber aufhorchen. In zehn Einsätzen in dieser Saison erzielte Aycicek sieben Tore und gab ebenso viele Vorlagen. „Levent war in der U23 ein sehr dominanter Spieler, ein Leistungsträger", weiß Viktor Skripnik, der als ehemaliger U23-Coach zu Wochenbeginn die Werder-Profis übernahm. Und plötzlich war die Zeit für Aycicek gekommen. Stand er eine Woche zuvor noch gegen den VfB Oldenburg auf dem Platz, sah er sich nun dem Chemnitzer FC gegenüber. Auch wenn der Unterschied im Namen nicht groß erscheint, war er doch riesig. Denn das Werder-Eigengewächs stand erstmals mit den Profis zu Spielbeginn auf dem Platz. „Es war ein schönes Gefühl in der Startelf zu stehen", resümierte der 20-Jährige anschließend.

Doch wie schon zuvor, gehen die Verantwortlichen bewusst vorsichtig mit dem frisch gebackenen und beim SVW ausgebildeten Sport- und Fitnesskaufmann um: „Alle sagen, dass er ein großes Talent ist. Das soll er nicht nur im Training bei den Profis zeigen können, sondern auch im Spiel. Diese Balance ist wichtig für ihn", erklärt Skripnik. Das Lob nach dem Spiel war ihm in jedem Fall sicher: „Es war nicht einfach für ihn, aber er ist unbefangen in das Spiel gegangen und hat das sehr ordentlich gemacht", befand Geschäftsführer Thomas Eichin. Auch sein Kollege Izet Hajrovic bescheinigte ihm ein „gutes Spiel."

Der Spieler selbst weiß die Situation aber richtig einzuordnen, schließlich war „Chemnitz ein Gegner aus der 3. Liga, in der Bundesliga kommen andere Gegner auf einen zu. Überhaupt ist das Tempo dort viel höher. Daran muss ich mich noch gewöhnen". Ob er am kommenden Samstag in Mainz dazu Gelegenheit bekommt, steht noch nicht fest: "Dass ich mich im Pokal für ihn entschieden habe, bedeutet aber nicht automatisch, dass das auch am Samstag so sein muss", so sein alter und neuer Trainer.

Von Erik Scharf