Werders Weg: Über die "Null" zurück zum Erfolg

Raphael Wolf hielt gegen den Hamburger SV zum zweiten Mal in Folge seinen Kasten sauber (Foto: nph).
Profis
Mittwoch, 05.03.2014 // 11:43 Uhr

Insbesondere nach dem harten Auftakt im Bremer Kasten mit 14 Gegentreffern aus drei Partien, freut sich Wolf über diese Entwicklung. „Es tut mir als Torwart sehr gut, nicht so viele Tore zu kassieren. Wir stehen im Moment sehr kompakt, einfach sehr gut als Kollektiv und kommen richtig in die Zweikämpfe", zeigt sich Werders Nummer eins zufrieden.

Mit dem Schlusspfiff riss Raphael Wolf die Arme in den Himmel. Derbysieger! Zu Null gespielt! Für die Fans und seine Teamkollegen war es ein rundum gelungener Nachmittag, für den Werder-Keeper noch mehr. Insgesamt blieben die Grün-Weißen durch den 1:0-Sieg schon zum achten Mal in dieser Spielzeit ohne Gegentor.

Doch rundum positiv will sein Trainer, Robin Dutt, die Zu-Null-Statistik noch nicht einordnen. „Einerseits machen wir in diesem Bereich eine tolle Entwicklung durch, haben jetzt schon acht ‚Zu-Null-Spiele‘, andererseits verteilen sich dadurch viele Gegentreffer auf wenige Spiele und das ist viel zu viel“, merkt der Coach an. Ähnlich sieht es Aaron Hunt, der den SVW mit seinem Hackentrick im Nordderby auf die Siegerstraße zauberte. „Das zeigt, dass wir es schon können. Wenn man dann aber schaut wie viele Gegentore wir in den anderen Partien bekommen haben, ist das schon ein heftiger Unterschied. Da fehlt uns die Balance“, so der Vizekapitän.

In den letzten Begegnungen gelang die geforderte Balance besser: drei Spiele, zweimal sogar zu Null und dazu nur ein einziges Gegentor. „Keine Frage, zuletzt hat es besser geklappt, aber wir dürfen uns jetzt nicht wieder darauf ausruhen, sondern müssen genau da weiter machen“, mahnt Hunt. Schließlich kassierten die Grün-Weißen in elf Partien auch jeweils mehr als zwei Gegentreffer. „So eine Statistik habe ich noch nie erlebt“, wundert sich Dutt. Dennoch: „Wir haben uns in den letzten Wochen noch einmal weiterentwickelt. Wir lassen den Gegner nicht mehr zur Ruhe kommen und machen lange Wege. Das macht momentan den Unterschied aus“, lobt er. Die gewonnene Stabilität in der Rückwärtsbewegung ist unter anderem ein Erfolg der konsequenten und intensiven Trainingsarbeit. In den letzten sieben Bundesliga-Begegnungen spielte Grün-Weiß viermal zu Null, acht Zähler konnten damit aufs eigene Punktekonto gebucht werden.

Doch noch stehen weitere wichtige Duelle auf dem Spielplan. Mit Nürnberg, Stuttgart und Freiburg warten gleich drei Teams aus dem unteren Tabellendrittel auf den SV Werder. Da gilt es, in der Defensive effektiv zu arbeiten. „Die nächsten Spiele werden wieder sehr eng. Es wird entscheidend sein, dass die Offensive wieder so viel in der Defensive mitarbeitet und sich alle gegenseitig unterstützen“, findet Aleksandar Ignjovski. Das funktionierte im 100. Nordderby gegen den HSV prächtig. Mit Nils Petersen (12,02 km), Zlatko Junuzovic (11,64 km) und Ludovic Obraniak (11,58 km) waren die drei laufstärksten Spieler allesamt Offensivkräfte.

„Jeder hat mitgearbeitet, wir standen sehr gut und die Verteidiger haben wenig zugelassen“, blickt Geschäftsführer Thomas Eichin zurück. Für ihn und Dutt ist eine gefestigte Defensive weiterhin der Schlüssel zurück zum Erfolg. „Das war jetzt das achte Spiel zu Null. Das ist der Weg für Werder, den werden wir weitergehen, aber dieser Weg dauert seine Zeit“, erklärt Eichin. Gegen Nürnberg, Stuttgart und Freiburg hat das Team die Chance, weitere ganz wichtige Schritte auf dem Werder-Pfad zu gehen. Der Grundstein dafür wurde gelegt.

Von Yannik Cischinsky