Auf toller Defensivleistung aufbauen

Erhobenen Hauptes zu den Fans: Die Mannschaft zeigte eine kämpferisch ansprechende Leistung, die von den Werder-Fans mit tollem Support honoriert wurde. (Foto: NPH)
Profis
Samstag, 24.08.2013 // 02:19 Uhr

Tapfer gekämpft, knapp verloren! Im dritten Spiel musste der SV Werder beim amtierenden Champions League-Finalisten und Vizemeister Borussia Dortmund die erste Niederlage 2013/2014 einstecken. Am Freitagabend reichte eine starke Defensivleistung nicht aus, um auch aus dem Signal Iduna Park Zählbares zu entführen.

Hängende Köpfe waren aber anschließend in der Mixed-Zone dennoch nicht zu sehen. „Dortmund hat zwar verdient gewonnen, aber auch wir können auf unserer Leistung aufbauen", äußerte sich Werders Mittelfeldmotor Zlatko Junuzovic nach dem Match. Alle Beteiligten wissen aber ebenso, dass trotz guter Defensivarbeit der Fokus nun mehr und mehr auf die Offensive gelegt werden muss. WERDER.DE hat sich in den Dortmunder Katakomben bei unseren Grün-Weißen umgehört und notiert, wie die Spieler und Verantwortlichen das Spiel beurteilen und woran künftig noch genau gearbeitet werden muss.

Über das Spiel und das Werderaner Defensivverhalten:

Cedrick Makiadi: „Dortmund hat uns heute sehr unter Druck gesetzt. Wir haben es leider nach Ballbesitz nicht geschafft, für Entlastung zu sorgen. Wir haben die Bälle wieder zu schnell verloren, weshalb Dortmund immer wieder aufkam. Das ist dann einfach sehr schwer zu verteidigen."

Robin Dutt: "Das war heute ein absolut verdienter Sieg der Borussia. In der ersten halben Stunde waren wir taktisch sehr gut und haben defensiv sehr gut gestanden. Nach der Balleroberung waren wir aber nicht in der Lage, durch das Dortmunder Gegenpressing, für Gefahr zu sorgen. Nur in den letzten 15 Minuten haben wir unser offensives Potential zeigen können. Mit Elia und Di Santo kam noch einmal neuer Schwung. Da war dann schon die Hoffnung da, dass wenn die Heimmannschaft den Sack nicht zumacht, wir doch noch den Lucky Punch setzen können."

Thomas Eichin: „Gegen den BVB ist es immer sehr schwer. Die haben eine Hammer-Truppe. Wir haben zwar eine gute Laufbereitschaft an den Tag gelegt, aber bei Ballbesitz zu hektisch agiert. Dann wurde es natürlich brandgefährlich. Wir haben uns aber insgesamt ganz gut geschlagen. Andere Mannschaften haben hier schon ganz anders ausgesehen."

Zlatko Junuzovic: „Wir haben zwar mehr Schüsse als in anderen Spielen zugelassen, aber auch nicht allzu viel. Dortmund hat ein sehr, sehr gutes Gegenpressing gespielt. Da war es einfach schwer über die erste Reihe hinweg zu kommen. Außerdem waren sie sehr kaltschnäuzig und haben somit verdient gewonnen."

Marko Arnautovic: „Natürlich hat Dortmund verdient gewonnen. Man weiß aber, dass der BVB immer um Titel mitspielt, weshalb es natürlich sehr schwer ist, gegen einen Champions League-Finalisten zu punkten. Wir haben aber auch gesehen, dass wir sehr gut in der Defensive gestanden und dagegen gehalten haben."

Aaron Hunt: „Wir haben zwar vorne kein gutes Spiel gemacht, aber hinten einfach sehr gut gestanden. In der ersten Halbzeit konnten wir teilweise noch für Entlastung sorgen, in Halbzeit zwei haben wir es dann vorwiegend mit langen Bällen probiert. Wir hatten offensiv leider nur zwei gute Aktionen im gesamten Spiel. Der BVB hatte viele sehr gute Chancen und hat letztendlich verdient gewonnen."

Über die Lehren für künftige Aufgaben:

Cedrick Makiadi: „Man hat in allen drei Spielen sehen können, dass wir alles tun, um unser Tor zu verteidigen. Das haben wir auch heute wieder über ein sehr langen Zeitraum geschafft. Zum Ende hin konnten wir uns immer besser entlasten. Das hätten wir von Anfang an machen müssen, um hier eine Chance zu haben. Daran müssen wir in Zukunft arbeiten."

Marko Arnautovic: „Wir haben heute leider die erste Niederlage einstecken müssen. Wichtig ist jetzt aber vorauszuschauen und weiter hart zu arbeiten, damit wir in den nächsten Spielen wieder Punkte einfahren können."

Robin Dutt: „Defensiv haben wir gezeigt, dass wir gut mithalten können. Man sieht aber trotzdem noch, wie viel Arbeit wir in den nächsten Wochen noch vor uns haben. Wohin die Reise für Werder geht, kann man noch nicht sagen. Eins ist aber sicher: Mit dem Charakter des Teams bin ich sehr zufrieden. Alle arbeiten sehr gewissenhaft und gehen den steinigen Weg mit. Wann dieser steinige Weg etwas glatter wird, kann ich allerdings noch nicht voraus sagen."

Assani Lukimya: „Die Mannschaft hat sich weiter entwickelt. Die Mentalität stimmt einfach. Jeder geht den Weg für den anderen, jeder will jedem helfen. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass wir nach vorne durchschlagskräftiger werden."

Zlatko Junuzovic: „Die Mannschaftsleistung war echt in Ordnung. Wir müssen nur in Zukunft darauf achten, dass wir die Räume besser nutzen. Aber auf unserer Leistung können wir auf jeden Fall erst einmal aufbauen."

Aaron Hunt: „Es hat sich in den letzten Monaten schon einiges bei uns verbessert: Einerseits ist sich absolut keiner mehr zu schade, lange Wege zu gehen, andererseits ist unsere Viererkette sehr gut eingestellt. Das macht es dem Gegner nun allgemein schwerer als vielleicht noch letzte Saison."

Über Neuzugang Franco Di Santo:

Nils Petersen: „Hätte die Mannschaft kein gutes Spiel gezeigt, hätte ich natürlich auch gerne weitergeholfen. So war es schön für Franco, dass er zum Einsatz kam. Hätte er den Treffer bei seiner Kopfballchance gemacht, hätten wir alle zum Schluss gemeinsam feiern können."

Thomas Eichin: „Wir haben heute sehen können, dass Franco fit und spritzig ist und seinen Körper in den wichtigen Situationen immer gut reinstellt. Er braucht natürlich noch ein bisschen Mannschaftstraining, aber wir werden alle sehr viel Freude an ihm haben."

Über weitere Transferaktivitäten:

Robin Dutt: „Zu diesem Thema kann ich nichts beitragen. Ich hoffe, dass bald der 2. September ist, dann müssen wir allesamt nicht mehr spekulieren."


Aus dem Signal Iduna Park berichten Marcel Schmidt und Dominik Kupilas