1:5! BVB lässt Werder keine Chance auf Wiedergutmachung

Auch Philipp Bargfrede konnte den doppelten BVB-Torschützen Henrykh Mkhitaryan nicht stoppen (Foto: nph).
Samstag, 08.02.2014 // 17:28 Uhr

Keine Chance auf einen Punktgewinn. Werder Bremen musste sich im Heimspiel des 20. Spieltages vor ausverkaufter Kulisse im Weserstadion dem stark aufspielenden Vize-Meister Borussia Dortmund deutlich mit 1:5 (0:2) geschlagen geben...

Keine Chance auf einen Punktgewinn. Werder Bremen musste sich im Heimspiel des 20. Spieltages vor ausverkaufter Kulisse im Weserstadion dem stark aufspielenden Vize-Meister Borussia Dortmund deutlich mit 1:5 (0:2) geschlagen geben. Einzig in der Anfangsphase konnten die Gastgeber mithalten und teils auch offensiv eigene Akzente setzen. Doch spätestens in der Folge des ersten Gegentores durch Robert Lewandowski (26.) fanden die Bremer weder offensiv und noch weniger defensiv ein probates Mittel, um den Schwarz-Gelben etwas entgegen zu setzen. Henrykh Mkhitaryan (41./62.), Manuel Friedrich (48.) und abermals Lewandowski (85.) ließen die schlussendlich weit überlegenen Gäste auf fünf Tore davonziehen, ehe Youngster Levent Aycicek kurz vor dem Abpfiff noch ein Ehrentreffer gelang.

Nach der in allen Belangen unterirdischen Teamleistung in Augsburg veränderte Cheftrainer Robin Dutt seine Startformation gleich auf mehreren Positionen. Luca Caldirola übernahm Garcias Linksverteidigerposten, dafür rutschte Assani Lukimya in die Innenverteidigung neben Sebastian Prödl. Im Mittelfeld gab Neuzugang Ludovic Obraniak sein Debüt, zudem kehrte Aaron Hunt nach Verletzung zurück. Auch Philipp Bargfrede rückte in die Startelf. Makiadi und Kroos mussten genauso wie Petersen auf die Bank weichen. Den frei gewordenen Part im Angriffszentrum übernahm Franco Di Santo.

Dortmund nutzt eiskalt Werders erste Unkonzentriertheit

Kein Durchkommen für Petersen gegen Sokratis und Weidenfeller (Foto: nph).

Zunächst bekam das grün-weiße Publikum die in der Vorwoche noch schmerzlich vermissten Grundtugenden von ihrer Mannschaft wieder geboten. Der hochdekorierte BVB-Angriff musste es mit einer energischen und vielbeinigen Bremer Defensive aufnehmen, die den Kontrahenten so wenig wie möglich Luft zum Atmen gönnen wollte. Offensiv selbst traten die Gastgeber erstmals in der elften Minute in Erscheinung. Hunt legte herrlich per Hacke auf Elia, der bediente den heraneilenden Di Santo von der Grundlinie aus, ehe der Argentinier im Fünfmeterraum im letzten Augenblick noch gestört werden konnte. Werders Verteidiger zeigten sich in der Anfangsphase aufmerksam bei Flanken, Eingaben und Soli-Versuchen des Gegners. So beispielsweise als Mkhitaryan vollsten Tempos in den Strafraum eingedrungen war und Caldirolas langer Fuß weiteres Ungemach verhinderte (18.) oder Lukimya sich entscheidend in den zielgenauen Zwölf-Meter-Abschluss von Reus warf (21.).

Und dennoch brauchte es lediglich die erste Unkonzentriertheit, die der BVB gleich eiskalt zu seinen Gunsten auszunutzen wusste. Einen schon gewonnen geglaubten Ball verloren die Grün-Weißen letztendlich doch noch an den aufgerückten Schmelzer, dieser bediente umgehend Robert Lewandwoski und den plötzlichen Freiraum im Sechszehner nutzte Dortmunds Ausnahmestürmer für einen unhaltbaren Schlenzer ins lange Eck zum 0:1 (26.). Werder reagierte alles andere als eingeschüchtert. Obraniaks genaue Ecke köpfte Prödl scharf aber leider knapp über die Querlatte (31.). Nur Augenblicke darauf passte Hunt abermals Obraniak in den Lauf, dessen direkte Flanke fast von der linken Außenlinie platzierte Di Santo mit einem guten Kopfball in Richtung rechtes Toreck, den BVB-Schlussmann Weidenfeller allerdings reaktionsschnell unter sich begrub. Glück hatte Werder zehn Minuten vor dem Pausenpfiff, als Henrykh Mkhitaryan Aubameyangs Kopfballquervorlage aus kürzester Distanz nur ans Außennetz stochern konnte. Zum Bremer Leidwesen sollte dies jedoch nicht die letzte Szene des armenischen Nationalspielers in der ersten Hälfte gewesen sein. In der 41. Minute zog der offensive Mittelfeldspieler die Strafraumgrenze entlang, weder Bargfrede noch Lukimya konnten ihn davon abhalten, woraufhin Mkhitaryan aus gut 18 Metern scharf und diagonal die Führung der Dortmunder auch noch auf 2:0 erhöhte.

Schlechtmöglichstes Szenario nach dem Wiederanpfiff

Der Moment des 0:4: Prödl und Wolf können nur machtlos hinterherblicken (Foto: nph).

Zu allem Übel trat unmittelbar nach dem Pausentee gleich das schlechtmöglichste Wiederanpfiffszenario ein. Jeglichem Anflug von neuem Bremer Mut setzten die Gäste den dritten und wohl entscheidenden Nackenschlag entgegen. Bargfrede verlängerte Reus' Ecke an den langen Pfosten, wo Innenverteidiger Manuel Friedrich sein langes Bein ausfuhr und den Ball zum 0:3 über die Linie drückte (48.). Dem Vizemeister wurde es augenblicklich immer einfacher gemacht, sich teils leichtfüßig bis in Werders Gefahrenzone zu kombinieren. In der 51. Minute steckte Reus durch, Lewandowskis Drehschuss geriet zwei Meter zu hoch. Dann trat Piszczek einen donnernden Versuch aus der zweiten Reihe, der die Querlatte hinter Raphael Wolf zum Erzittern brachte (56.). Im dritten Dortmunder Anlauf kurz hintereinander war Wolf dann erneut machtlos.

Einen unnötigen Bremer Ballverlust in der Vorwärtsbewegung konterten die Schwarz-Gelben blitzschnell über drei Stationen, Reus assistierte letztendlich per Hacke, was Mkhitaryan nunmehr für sein zweites Tor des Tages nutzte (62.). Werders bis dato größte Chance der zweiten Halbzeit eröffnete sich Petersen allein vor Weidenfeller, der allerdings im Herauslaufen geschickt den Winkel verkürzte (64.). Während die Gäste in der Restspielzeit ihr Tempo deutlich reduzierten, versuchte Robin Dutts zu keiner Zeit aufgebende Elf in der Folge unentwegt, wenigstens noch ein offensives Ausrufezeichen zu setzen. Kobylanski prüfte Weidenfeller (75.), zudem übersah Schiri Günter Perl ein Handspiel von Nuri Sahin im Gäste-Strafraum. Nachdem Lewandowski auf Vorlage von Hofmann sogar noch der fünfte Borussen-Treffer gelungen war (86.), blieb dem Bundesliga-Debütanten Levent Aycicek in der Schlussminute dann immerhin noch der Ehrentreffer zur Ergebniskosmetik vorbehalten.

von Maximilian Hendel


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