Interview mit Werder-Geschäftsführung: "Wiesenhof hat mehr zu bieten"

Die Geschäftsführung des SV Werder Bremen: Klaus-Dieter Fischer, Klaus Allofs sowie Klaus Filbry.
Profis
Freitag, 10.08.2012 // 13:04 Uhr

Die Geschäftsführung: Wir freuen uns sehr darüber, dass wir einen so starken Partner gefunden haben, der erste aus dem Werder-Land, sehr verbunden mit der Region und wie Werder mit internationalen Ambitionen. Gemeinsam mit unserem Vermarktungspartner Infront, der mit der Suche des neuen Hauptsponsors betraut war, ist es uns gelungen, einen Vertrag abzuschließen, der sich auf dem Niveau der vorangegangenen Partnerschaft mit der TARGOBANK bewegt. Das ist ein großer Erfolg.

Herr Allofs, Herr Filbry, Herr Fischer, Werder Bremen hat einen neuen Hauptsponsor. Die Profis gehen schon beim Testspiel gegen Aston Villa mit dem Wiesenhof-Logo auf Torejagd. Wie wichtig ist dieser Abschluss für die Grün-Weißen?

In den vergangenen Tagen ist Kritik laut geworden an der nun feststehenden Partnerschaft. Sie haben eine verantwortungsvolle Entscheidung für einen Partner angekündigt, der zu Werder passt.

Die Geschäftsführung: Und dazu stehen wir. Wir haben uns für Wiesenhof entschieden, nachdem wir uns in intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen über den Betrieb, die Motivation und die Ziele ausgetauscht haben. Wir werden in ständigem Kontakt sein und uns auch vor Ort über die Produktionsstätten von Wiesenhof informieren. Wir wissen, dass Wiesenhof, anders als oft in der öffentlichen Wahrnehmung, ein bodenständiges Familienunternehmen der dritten Generation ist, das mit Kritikern der modernen Nutztierhaltung offen über alle Themen diskutiert und kontinuierlich an Verbesserungen des Tierwohls arbeitet und eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe übernimmt: Lebensmittel zu produzieren.

Lebensmittel, die einige Werder-Fans ablehnen?

Die Geschäftsführung: Das wissen wir und wir respektieren eine solche Lebenseinstellung, genauso wie wir den Respekt gegenüber anderen Haltungen zu diesem Thema erwarten. Die Diskussionen um unseren Partner werden hochemotional geführt. Wir würden uns eine Versachlichung der Debatte wünschen.

Wie passt Wiesenhof zu Werder?

Die Geschäftsführung: Was bisher in der Öffentlichkeit untergeht: Wiesenhof hat mehr zu bieten als man denkt. Im Leitbild des Unternehmens sind Leitsätze wie ökologisches und nachhaltiges Denken, verantwortungsbewusstes Handeln, Pflegen einer offenen Kommunikation, Sicherheit und Vertrauen für den Kunden sowie Wertschätzung und Respekt gegenüber den Mitarbeitern verankert. Diese passen zu den Grundsätzen des SV Werder Bremen. Über Werder will Wiesenhof den Fokus auch auf diese Punkte lenken.

Für Wiesenhof ist es ein mutiger Schritt, sich auf so einer öffentlichkeitswirksamen Bühne zu präsentieren, wie sie die Fußball-Bundesliga bietet.

Die Geschäftsführung: Und wer die ersten Reaktionen darauf sieht, weiß, wie das gemeint ist. Für uns steht fest: So präsentiert sich kein Unternehmen, das etwas zu verbergen hat. Wiesenhof ist ein offenes und transparentes Unternehmen mit sehr innovativen Ansätzen. Wer hat schon gehört, dass Wiesenhof neben konventionellen Geflügelfleischprodukten, auch Bio-Gefügel oder die Marke „Privathof" vertreibt, ein Geflügelfleischkonzept, das im Austausch mit dem Deutschen Tierschutzbund entwickelt wurde. Auch stellt das Unternehmen z.B. Bio-Treibstoff aus Geflügelfett her. Wir sind in unseren Gesprächen mit Wiesenhof-Verantwortlichen auf viele solcher interessanten Punkte gestoßen. Wiesenhof bekommt jetzt die Chance, sie besser in den Fokus zu rücken.