Schreibtisch statt Klassenzimmer

Stephanie Goddard über ihr Referendariat
Stephanie Goddard ist auf der Zielgerade in ihrem Referendariat (Foto: WERDER.DE).
Frauen
Sonntag, 03.05.2020 / 16:10 Uhr

Von Marcel Kuhnt

Verwaiste Klassenräume, leere Schulhöfe, vorgezogene Ferien: Auch im Schulwesen sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Obwohl erste Abschlussklassen in Bremen unter Berücksichtigung strenger Regeln den Lehrbetrieb wieder aufgenommen haben, kann von Normalität keine Rede sein. Eine Situation, die auch Stephanie Goddard trifft. Für Werders Angreiferin steht schließlich die Abschlussprüfung ihres Referendariats bevor.

Anstatt wie gewohnt im Schulgebäude zu sein, ist Stephanie Goddards momentaner Alltag der heimische Schreibtisch. Die 32-Jährige, die ihr Referendariat in der „Oberschule an der Ronzelenstraße“ absolviert, steht kurz vor ihrem Abschluss. Normalerweise gehört am Ende eines Referendariats eine Abnahme zweier Schulstunden auf dem Programm. Aber eben nur normalerweise. „Aufgrund der aktuellen Situation werde ich keine klassische Prüfung mit Schülern machen“, sagt Goddard gegenüber WERDER.DE, die sich nun auf eine theoretische Unterrichtsstunde einstellen muss: „In den letzten Wochen wurden verschiedene Szenarien erarbeitet, wie so eine Prüfung aussehen kann. Letztlich wird es eine Theorieprüfung werden.“

Heimtraining, Lehrproben, Abschluss

Stephanie Goddard bereitet sich auf ihre Lehrprobe vor (Foto: WERDER.DE).

Für Goddard, die bereits seit 2011 an der Weser ist und über 100 Spiele für die Grün-Weißen absolvierte, kein Problem. Denn letztlich „ist auch eine Verschiebung keine sichere Variante, weil niemand weiß, wie es in ein paar Wochen aussieht.“  

Außerdem ändert sich in ihrer persönlichen Vorbereitung nichts: „Ich bereite mich so vor, als wäre es eine normale Prüfung. Wichtig ist, dass das Lehrbeispiel so ausgearbeitet ist, dass es zu einem passt. Die Prüfung wäre ja auch nicht meine erste Schulstunde gewesen.“ Zwischen zwölf und 15 Unterrichtsbesuche hat Goddard, die vor ihrem Referendariat ihr Studium in Sport und Sonderpädagogik abschloss, mitgemacht. Und selbst eine mündliche Prüfung stand bei ihr bereits an. „Daher weiß ich ungefähr, was mich erwartet“, erklärt sie. Und trotzdem ist es „eine seltsame Situation“, wie Werders Nummer 23 zugibt.

Neustrukturierung der Klassenzimmer, anbringen von Aufklebern am Boden: Mit all diesen Dingen haben die Kollegen und Kolleginnen von Stephanie Goddard momentan zu kämpfen. Da ihre 7. Klasse eine der Altersstufen sein wird, die aufgrund nicht vorhandener Abschlussarbeiten mit als Letztes an die Schulen zurückkehren, liegt der Fokus bei ‚Steffi‘ Goddard voll auf ihrem persönlichen Abschluss. Der Sport kommt dabei aber keinesfalls zu kurz: „Ich versuche direkt morgens mein Sportprogramm zu machen, damit ich das erledigt habe. Zudem ist es ein guter Start in den Tag, ehe ich meine Lehrproben vorbereite.“

In die Verlegenheit, über das vergangene Werder-Wochenende zu sprechen, kommt sie somit nicht. Generell hat sie, was das angeht, eine Abmachung mit ihren Schülerinnen und Schülern getroffen. „In der Schule bin ich Lehrerin und nicht die Fußballerin Stephanie Goddard. Natürlich kommen von den Schülern auch mal Fragen zum Fußball, aber das ist kein Thema, womit Langweile in der Unterrichtsstunde gefüllt wird. In den Pausen sprechen wir aber gerne darüber und im Sportunterricht spielen wir natürlich auch Fußball“, lacht Goddard, die hofft nicht nur bald wieder auf dem Platz, sondern auch im Unterricht zu stehen.  

 

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