Wenn das Weser-Stadion zum Klassenzimmer wird

Bei der Stadionschule wurde das Weser-Stadion zum Ort der Berufsorientierung.
WERDER BEWEGT
Mittwoch, 01.06.2011 // 15:06 Uhr

"Das wichtigste ist der Augenkontakt und die eigene Präsenz gegenüber dem Arbeitgeber", so Christopher Thalmann von Hol ab! Getränkemarkt GmbH beim Bewerbungstraining ...

"Das wichtigste ist der Augenkontakt und die eigene Präsenz gegenüber dem Arbeitgeber", so Christopher Thalmann von Hol ab! Getränkemarkt GmbH beim Bewerbungstraining am ersten Tag der Stadionschule. 18 Mädchen und Jungen zwischen 14 und 17 Jahren der IS Hermannsburg aus Huchting nahmen am 26. und 27. Mai an dem Bildungsprojekt von "JuMixx" in den Räumlichkeiten des Fan-Projekts und des Weser-Stadions teil.

Bei einem Besuch im "Lernzentrum Ostkurvensaal" wurde den Jugendlichen, die sich in der Berufsorientierungsphase befinden, das Weser-Stadion als Arbeitgeber vorgestellt. Neben Tipps für die richtige Bewerbung standen am ersten Tag auch eine Stadionführung, jeweils eine Einheit zu Interviewtechniken und eine zum Thema Rechtsextremismus sowie Matheunterricht im Weser-Stadion auf dem Programm.

Am zweiten Tag hatten die Schüler Gelegenheit, weitere Ausbildungsmöglichkeiten kennenzulernen. Dies wurde ihnen in der jeweiligen Loge im Platin-Bereich des Stadions von verschiedenen Unternehmen ermöglicht. Hierzu gehörten die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG (Verkaufsgebiet Nord), die eurest sports and food GmbH, die elko und Werder Security GmbH und die swb AG. In kleinen Gruppen hatten die größtenteils migrantischen Jugendlichen die Chance, sich über die Betriebe, die dortigen Berufsfelder und die Einstellungsanforderungen zu informieren, aber auch erste Kontakte für Praktika oder Ausbildungsplätze zu knüpfen.

Im Anschluss daran konnten die Jugendlichen ihre am Tag zuvor erlernten Interviewtechniken und vorbereiteten Fragen bei einem Treffen mit Chadia Freyhat, Fußballspielerin der 1. Frauen bei Werder, anwenden. Abgerundet wurde der zweite Tag und somit der erste Durchlauf der Stadionschule mit einer Sporteinheit der Bremer Polizei, die in der Werder-Halle in der Pauliner Marsch theoretische und praktische Elemente des Eignungstest vorstellte. Teile davon konnten die Jugendlichen selbst ausprobieren, um herauszufinden, ob eine Bewerbung bei der Polizei für sie in Frage käme.

Ein begeisterter Schüler der IS Hermannsburg äußerte sich am Ende des zweiten Tages sehr positiv: "Es hat total Spaß gemacht und hilfreich für meine Berufsplanung war es auch."

Die Stadionschule ist Teil von "JuMixx", einem Projekt für Jugendliche mit Migrationshintergrund, das die Robert Bosch Stiftung seit Oktober 2010 innerhalb des Projekts "Politische Bildung im Lernzentrum Ostkurvensaal" des Fan-Projekt Bremen e.V. gemeinsam mit Werder Bremen fördert.

"Ziel der Stadionschule ist es, auf dem Ausbildungsmarkt benachteiligte Jugendliche neue Anreize zu geben, sich mit ihrer beruflichen Zukunft so schnell wie möglich auseinanderzusetzen. Und dafür nutzen wir die Faszination von Werder Bremen und dem Weser-Stadion", erklärt Gesa Mann, Projektkoordinatorin von "JuMixx".

Eine abgeschlossene Berufausbildung ist heutzutage eine wichtige Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen zu können und akzeptiert zu werden. Die Realität zeigt jedoch, dass immer mehr junge Menschen, vor allem mit einer Migrationsbiografie, unzufrieden sind und keine Perspektive für sich selbst auf dem Arbeitsmarkt sehen. Diese Einstellung soll durch das Bildungsprojekt möglichst aufgehoben und zu einer positiv besetzten Motivation umgewandelt werden.