Bitteres Finish: Hübscher-Debüt endet 2:2

Werder U 23 kassiert Last-Minute-Gegentore - Friedl erstmals in Grün-Weiß

Der Kampfgeist, den Werder in Wiesbaden zeigte, wurde am Ende nur mit einem Punkt belohnt (Foto: kebografie).
U23
Sonntag, 11.02.2018 // 16:07 Uhr

Von David Steinkuhl

Beim Debüt von Sven Hübscher als Trainer der U 23 des SV Werder holen die Grün-Weißen einen Punkt in Wiesbaden. Wie schon in der letzten Woche erspielte sich der SVW beim 2:2 (0:1) zunächst einen Zwei-Tore Vorsprung, Ousman Manneh (29./69.) erzielte beide Treffer. In der Schlussphase gelang Stephan Andrist (88.) zunächst der Anschlusstreffer, in der Nachspielzeit traf Manuel Schäffler (90.) per Handelfmeter noch zum Ausgleich. Unter dem Strich ist die Punkteteilung gerecht, für Werder nach der Führung und den späten Gegentreffern aber extrem bitter. Immerhin verlassen die Werderaner durch den Punktgewinn wieder den letzten Tabellenplatz und belegen nach 24 Partien Rang 19.

Aufstellung und Formation: Sven Hübscher stellt das System der Grün-Weißen um und setzt auf zwei kompakte Viererketten sowie zwei Angreifer. In der Innenverteidigung kommt Marco Friedl zu seinem Pflichtspieldebüt für Werder nachdem er im Profiteam zuletzt dreimal von der Bank zusehen musste. Gemeinsam mit Friedl bildet Marc Pfitzner die Abwehrzentrale, auf der linken Seite ist Thore Jacobsen nach seiner Gelbsperre wieder mit dabei. Im Mittelfeld kümmern sich Marc-André Kruska und Fridolin Wagner um das Zentrum, Boubacar Barry und Idrissa Touré besetzen die Flügel. In vorderster Front agieren mit Niklas Schmidt und Ousman Manneh die beiden Torschützen der Münster-Partie.

Höhepunkte der 1. Halbzeit

8. Minute: Der erste Abschluss der Begegnung gehört dem Gastgeber. Patrick Breitkreuz ist der Absender, Empfänger Oelschlägel fliegt das Ding aber genau in die Arme. Auf der Gegenseite spielen sich Schmidt und Jacobsen mit einem Doppelpass durch die Wiesbadener Viererkette, Keeper Kolke ist aber auf dem Posten und schmeißt sich auf die Kugel, bevor Jacobsen seine Fußspitze ans Leder bekommt.

20. Minute: Viel passiert nicht in der BRITA-Arena, Sven Hübscher kann mit dem Auftritt seiner Grün-Weißen bislang aber durchaus zufrieden sein. Werder steht defensiv gut, im Offensivdrittel fehlen aber noch die zwingenden Aktionen. Dass kein wirklicher Spielfluss zustande kommen will, ist aber wohl auch etwas dem Geläuf geschuldet, das sehr holprig und seifig daherkommt.

 27. Minute: Die Hausherren kommen über rechts, von wo Andrist die Flanke auf den zweiten Pfosten schlägt. Schäffler legt das Leder per Kopf auf Breitkreuz ab, der fünf Meter vor dem Tor von Friedl noch entscheidend gestört wird und ein Offensivfoul begeht. Werders junger Österreicher zeigt hier eine richtig gute Premiere in Grün und Weiß!

29. Minute: TOOOR für Werder, 0:1, Ousman Manneh! Über die Stationen Wagner und Touré landet die Kugel beim Gambier, der Innenverteidiger Dams umkurvt und dann draufhaut. Etwas Glück ist zwar dabei, weil Kolke den Schuss von Manneh unter seinem rechten Arm durchrutschen lässt, die Kombination im Vorfeld wird aber zurecht belohnt. Für Manneh ist es das vierte Saisontor, gemeinsam mit Rafael Kazior führt er jetzt die interne Torjägerliste an.

35. Minute: Wehen Wiesbaden hat die Riesenchance aufs 1:1! Reddemann bringt die Flanke genau auf den Kopf von Breitkreuz, der aus kürzester Distanz einnetzen will, aber einmal mehr an Marco Friedl scheitert, der auf der Linie steht klärt.

40. Minute: In der Luft sind die Werder-Jungs noch etwas anfällig. Pfitzner verliert am Elfmeterpunkt das Kopfballduell gegen Dams, das Spielgerät fliegt knapp über den Querbalken. Die Gastgeber haben in den letzten zehn Minuten den Druck deutlich erhöht, der bevorstehende Halbzeitpfiff kommt aus Werder-Sicht wohl genau richtig.

43. Minute: Jetzt rettet Oelschlägel – und wie! Wieder ist die SVW-Defensive im Luftkampf unterlegen, weil diesmal Andrist am höchsten steigt. Der platziert seinen Kopfball eigentlich richtig gut, aber Oelschlägel macht sich lang und länger und fischt das Ding noch aus dem Winkel.

45. Minute: Pause in Wiesbaden. Zeit für die Werderaner, mal kurz durchzuatmen, der Gastgeber erhöhte die Schlagzahl nach Mannehs Führungstor spürbar. Oelschlägel und Co. hielten dem Anrennen stand, so geht Grün-Weiß mit einem knappen Vorsprung in die Kabine.

Höhepunkte der 2. Halbzeit

Marco Friedl gab in Wiesbaden sein Debüt im grün-weißen Trikot (Foto: kebografie).

53. Minute: Wehen drückt weiter. Rechtsverteidiger Kuhn bringt den Ball ins Zentrum, wo Stephan Andrist völlig frei ist und Platz hat, um zum Fallrückzieher anzusetzen. Die Kugel trifft er zwar satt, das Tor aber nicht – drüber.

60. Minute: Mit seinem ersten Ballkontakt prüft der eingewechselte Dittgen Werder-Keeper Oelschlägel, aber der ist einmal mehr auf dem Posten und faustet das Leder sicher zur Seite weg. Sekunden später hat Schäffler die nächste Kopfballchance, Friedl fälscht noch ab und es gibt Eckstoß. Es bleibt dabei, das Spiel läuft eigentlich nur in eine Richtung.

65. Minute: An der Mittellinie trifft Kazior mit einer Grätsche klar den Ball bevor ein Wiesbadener Verteidiger da ist. Touré hätte freie Bahn in Richtung SVWW-Tor, aber Schiedsrichter Börner pfeift Kaziors Einsteigen zurück.

68. Minute: TOOOR für Werder, 0:2, Ousman Manneh! Kazior bedient Manneh mit einem flachen Ball in die Gasse, alleine vor Kolke bleibt der 20-Jährige eiskalt. Dann ein kurzer Moment der Verwirrung, weil der Linienrichter zunächst die Fahne wegen einer Abseitsposition gehoben hatte, Börner gibt das Tor trotzdem. Manneh stand aber wohl tatsächlich in der verbotenen Zone. Egal, Werder führt 2:0!

74. Minute: Wieder klärt ein Bremer auf der Linie, diesmal ist es Philipp Eggersglüß! Andrist hatte den Ball nach einem Diawusie-Querpass auf den Kasten gebracht, Eggersglüß grätscht mit vollem Einsatz dazwischen.

87. Minute: Eric Oelschlägel ist nicht zu schlagen. Erst zeigt der Schlussmann einen Wahnsinnsreflex gegen Schäffler, dann wehrt er den zweiten Versuch von Dittgen noch mit dem Fuß ab.

88. Minute: Tor für Wehen Wiesbaden, 1:2, Stephan Andrist. Wieder holt Oelschlägel zunächst einen Flachschuss aus der unteren linken Ecke, von dort fällt die Kugel aber Diawusie vor die Füße. Der Außenstürmer behält die Übersicht und bedient Andrist, der das Leder nur noch über die Linie schieben muss.

90. Minute: Tor für Wehen Wiesbaden, 2:2, Manuel Schäffler. Schäffler gleicht vom Punkt aus. Den Strafstoßpfiff gab es zurecht, Marco Friedl hatte zuvor im Kopfballduell nach einer Ecke die Hand zur Hilfe genommen.

90. Minute: Schluss in Wiesbaden. Werders U 23 und der SV Wehen Wiesbaden trennen sich nach turbulenter Schlussphase mit 2:2.

Stimmen zum Spiel

Marco Friedl: „Kämpferisch und läuferisch haben wir heute alles gegeben, dafür hätten wir uns gerne belohnt. Aktuell können wir noch nicht glücklich sein, dass wir hier einen Punkt geholt haben, sondern sind eher traurig, dass wir zwei verloren haben. Der Elfmeter war schon berechtigt, ich will zum Ball hochspringen und komme dann unglücklich mit der Hand an den Ball. Solche Spiele wie heute musst du gewinnen, auch wenn Wiesbaden in der Tabelle ja oben mit dabei ist. Unser Einsatz stimmt mich aber sehr zuversichtlich, was die nächsten Aufgaben angeht.“

Sven Hübscher: „Wenn uns vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir hier einen Punkt mitnehmen, wäre ich zufrieden, aber so fühlt es sich extrem bitter an. Nun ist es so wie es ist, wir haben immerhin gegen einen richtig guten Gegner einen Zähler mitgenommen. Wir werden die Partie analysieren, in der nächsten Woche weiterarbeiten und dann sehen, dass wir so schnell wie möglich mal wieder gewinnen.“

Die Statistik

SV Wehen Wiesbaden: Kolke - Kuhn (89. Pezzoni), Reddemann (71. Blacha), Dams, Mintzel - Diawusie, Mrowca, Andrich, Andrist - Schäffler, Breitkreuz (59. Dittgen)

SV Werder U 23: Oelschlägel - Eggersglüß, Pfitzner, Friedl, Jacobsen - Touré, Wagner, Kruska (90. Bektic), Barry (77. Bünning) - Schmidt (62. Kazior), Manneh

Tore: 0:1 Manneh (29.), 0:2 Manneh (69.), 1:2 Andrist (88.), 2:2 Schäffler (90./Handelfm.)

Gelbe Karten: Wagner

Schiedsrichter: Bastian Börner

BRITA-Arena: 1.374 Zuschauer