Aufsteiger mit Siegeswillen

Bereits am ersten Spieltag stand Vollert in der 3. Liga auf dem Platz (Foto: hansepixx).
U23
Freitag, 24.11.2017 // 12:35 Uhr

Von David Steinkuhl und Marcel Kuhnt

Für Jannes Vollert ging alles ziemlich schnell. Keine Eingewöhnungsphase, keine große Adaptionszeit – gleich ab ins kalte Wasser. Ohne jede Profierfahrung aus Werders A-Junioren im Sommer in die U 23 der Grün-Weißen hochgezogen, stand er in vier der ersten sechs Drittligaspielen der Saison gleich in der Startelf. Mit so vielen Einsätzen zu Beginn seines ersten Seniorenjahres hatte nicht einmal der 19-Jährige selbst gerechnet. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich am Anfang gleich so viel Spielzeit bekomme“, sagt Vollert über seine ersten Schritte im Profifußball, „die Spielpraxis hat mir aber geholfen, mich an die höheren Anforderungen anzupassen.“ Nun will Vollert mit dem Team endlich wieder zurück in die Erfolgsspur.

Auch wenn Vollert der Übergang vom Junioren- in den Seniorenbereich vergleichsweise leichtgefallen ist, die Unterschiede sind für den gebürtigen Rendsburger dennoch groß: „Gerade Physis und Geschwindigkeit sind etwas ganz anderes. In den Zweikämpfen ist viel mehr drin, da muss man alles reinhauen.“ In der letzten Länderspielpause Anfang November wurden dem Defensivspieler, der im Alter von 15 Jahren von Holstein Kiel an die Weser kam, diese Attribute auch schon im Training der Bundesliga-Mannschaft nähergebracht. „Eine seltene, aber sehr wertvolle Maßnahme“, so Vollert.

Jannes Vollert durfte schon ins Training der Bundesliga-Profis reinschnuppern (Foto: W.DE).

Neben den athletischen Merkmalen ist vor allem die Erfahrung ein entscheidendes Kriterium, welches Profi- und Jugendfußball voneinander trennt. „Die Abgezocktheit zeichnet vor allem in der 3. Liga einige Teams aus.“ Für Vollert könnte das auch ein möglicher Grund für die aktuell durchwachsene Phase von Werders U 23 sein, als Ausrede solle das allerdings keinswegs dienen. „Man merkt unserem Team an, dass uns in diesem Bereich noch einiges fehlt“, sagt der Jungspund und nimmt die Partie der letzten Woche als Exempel. „In Jena sind wir angerannt und haben uns Torchancen erspielt, aber nichts daraus gemacht. Die kontern uns einmal in der zweiten Hälfte aus und erzielen so das Siegtor. Das war einfach effizient und abgezockt.“

Dennoch zieht der Innenverteidiger ein positives Fazit aus der Niederlage in Thüringen am vergangenen Samstag: „Insbesondere in der zweiten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel abgeliefert. Wenn wir daran anknüpfen, werden wir auch wieder Ergebnisse zu unseren Gunsten einfahren.“ Geht es nach Jannes Vollert, dürfte das nicht mehr allzu lange dauern. Für das morgige Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt erwarte er einen harten Fight zwischen dem 19. und dem 20. der 3. Liga – mit einem positiven Ausgang für Grün-Weiß: „Diesen Sieg werden wir uns holen." Ein Einstellungsproblem haben Vollert und Co. definitiv nicht…