"Es war zunächst eine Wette"

Vier-Vier-Zwei mit Thore Jacobsen

Thore Jacobsen hat in der Jugend schon viele tolle Fußball-Momente erlebt (Foto: WERDER.DE).
U23
Dienstag, 17.01.2017 // 11:55 Uhr

Notiert von Marcel Kuhnt

Mit viel Tempo zieht Thore Jacobsen in den Strafraum und schließt ab. Der Ball fliegt an Schlussmann Tobias Duffner vorbei ins Tor und alle jubeln. Werders Linksverteidiger hat einen Treffer erzielt. Beim 19-Jährigen kommt es nicht so oft vor, dass er trifft – selbst im Training. „Ich muss mich unbedingt im Offensivspiel verbessern“, weiß Jacobsen, der dafür mit seiner Sprintstärke und seinem Auge für den freien Raum punktet.

Im Trainingslager in Alhaurin el Grande hat sich Thore Jacobsen mit WERDER.DE zum „Vier-Vier-Zwei“-Interview getroffen. Im Check-Up mit vier sportlichen, vier persönlichen und zwei außergewöhnlichen Fragen, gibt er Antworten auf sein Verhältnis zum Friseur und verrät, wann er wieder zum Friseur geht.

Vier sportliche Fragen:

Im Trainingslager holt sich der Außenverteidiger sein Ballgefühl wieder (Foto: WERDER.DE).

# Trainingslager sind für mich …

"… die Hölle (lacht). Natürlich sind diese Tage immer sehr anstrengend, aber andererseits ist die Woche für mich persönlich sehr wichtig, um wieder in Tritt zu kommen. Gerade nach einer längeren Pause ist es wichtig, da ich meistens in der Sommer- und Winterpause den Ball links liegen lasse und einfach mal abschalte. Natürlich macht man Sport, doch richtig Fußball habe ich in der Zeit vor dem Trainingsauftakt nicht gespielt. Deshalb hat das Trainingslager einen besonderen Stellenwert für mich, da man sich wieder an den Ball gewöhnt und den Fitnesszustand weiter verbessert.“

# Mein Zimmerpartner …

"… ist Björn Rother und wir ticken ziemlich gleich. Im Trainingslager ruhen wir uns nach dem Mittagessen meistens aus, um fit für die zweite Einheit zu sein. Wir nutzen die Freizeit zur Regeneration. Auf den Auswärtsfahrten sind wir auch immer auf einem Zimmer. Bei uns hat es von Anfang an gepasst.“

# Verbessern muss ich mich …

"… im Offensivspiel. Meine Flanken müssen härter und präziser werden. Zudem muss ich meine Torgefährlichkeit steigern. Und natürlich auch den schwachen Fuß, den jeder Spieler verbessern möchte.“

 # Mein schönster Moment im Fußball …

"… ist schon ziemlich lange her. Natürlich war der Klassenerhalt letzte Saison in Aalen ein schöner Moment, aber das schönste Erlebnis hatte ich mit 14 oder 15 Jahren. Damals haben wir mit der Segeberger Kreisauswahl immer an einem Turnier in Göteborg teilgenommen. Das hieß Gothia Cup und war ein ziemlich großes Turnier. Dort haben wir im Halbfinale im strömenden Regen gespielt und mit 0:2 zurückgelegen. Am Ende haben wir das Spiel noch gedreht und sogar das Finale gewonnen.“

Vier persönliche Fragen:

Spiele gegen Hamburger Teams sind für Jacobsen immer besonders (Foto: nordphoto).

# Der TSV Nahe …

"… war mein erster Verein, wo es professioneller ablief und es um Leistung ging. Das war mit knapp zehn Jahren. Der TSV Nahe hat bei uns in der Region am höchsten gespielt. Das war dann in der Kreisliga.“

# Morgens nach dem Aufstehen …

"… gehe ich direkt unter die Dusche und putze dabei die Zähne. Das spart Zeit. Nach dem Aufstehen muss das erstmal sein. Ohne Duschen geht bei mir morgens gar nichts.“

# Nordderbys sind für mich …

"… im Moment eher selten. In der Jugend war es natürlich besonders. Egal ob gegen den Hamburger SV oder auch gegen St.Pauli. Es waren immer andere Spiele als gegen der Rest der Gegner. Es waren mehr Zuschauer da und es war auch mehr Pfeffer im Spiel. Da wollte man sich immer beweisen.“

# In meiner Freizeit …

"… gehe ich sehr gerne Wasserski fahren. Ich habe mich früher mit meinen Freunden zwei bis drei Mal an der Anlage getroffen. Die Anderen sind dann immer Wakeboard gefahren. Das habe ich dann auch mal ausprobiert und mir zuletzt auch eins gekauft, damit ich im Sommer öfter fahren kann.“

Zwei außergewöhnliche Fragen:

Zu Saisonbeginn waren die Haare noch kurz bei Thore Jacobsen (Foto: nordphoto).

# Ich gehe erst zum Friseur, wenn …

"… der Sommer da ist. Dann habe ich es zwölf Monate durchgezogen. Ich kann auch das genaue Datum sagen. Am 17.August war ich zum letzten Mal beim Friseur. Es war zunächst eine Wette mit Tom Pachulski. Bis Weihnachten wollten wir den Bart wachsen lassen, aber da mein Bartwuchs nicht so ausgeprägt ist, sind es bei mir die Haare geworden. Die langen Haare gefallen mir jetzt so gut, dass ich sie noch ein wenig weiterwachsen lasse.“

# Lautstark auf dem Platz zu sein …

"… ist nicht so mein Ding. Ich bin nicht der Fan davon, sich mit jemanden anzulegen. Ich möchte es in erster Linie auf dem Rasen fußballerisch klären. Andererseits gibt es Momente, wo es gut wäre, wenn ich lauter wäre. Zum Beispiel, wenn ich Raum habe und angespielt werden will. Das muss ich noch verbessern.“