Ronneburg trifft spät zum Sieg des Willens.

Auch José Alex Ikeng stand erstmals in dieser Saison in der Startelf.
U23
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Ein gutes Spiel war es nicht, das den rund 600 Zuschauern am Freitagabend im Stadion „Platz 11" geboten wurde, dafür aus Werder-Sicht ein erfolgreiches. Die grün-weiße U 23 siegte 1:0 gegen den SV Babelsberg und verließ zumindest für eine Nacht die Abstiegsränge seit dem 4. Spieltag...

Ein gutes Spiel war es nicht, das den rund 600 Zuschauern am Freitagabend im Stadion „Platz 11" geboten wurde, dafür aus Werder-Sicht ein erfolgreiches. Die grün-weiße U 23 siegte 1:0 gegen den SV Babelsberg und verließ zumindest für eine Nacht die Abstiegsränge seit dem 4. Spieltag. „Wir sind sehr glücklich über die drei Punkte, sie waren sehr wichtig. Wir mussten heute über den Kampf in das Spiel kommen. Das ist uns nach rund einer halben Stunde gelungen. Daher verbuche ich das heute mal als Sieg des Willens", sagte Werder-Trainer Thomas Wolter nach dem Schlusspfiff.

Der Bremer Coach sei, nach eigenen Angaben, heute ein hohes Risiko eingegangen: „Wir haben heute fünf Spieler in der Startelf gehabt, die noch nicht mal die Wintervorbereitung mitgemacht haben", erklärt Wolter. Einer dieser Fünf war Kevin Schindler, der nach rund einem halben Jahr Verletzungspause (Knorpelschaden) sein Comeback auf dem grünen Rasen feierte: „Ich freue mich, dass ich endlich mal wieder dabei sein konnte. Hinter mir liegen viele Monate, die sehr hart waren. Das war eine schwierige Zeit. Daher ist es natürlich umso schöner, dass wir bei meinem Comeback gewonnen haben", so der 22-Jährige, der nach rund 60 Minuten ausgewechselt wurde.

„Schön, dass er so lange durchgehalten hat. Eigentlich wollten wir ihn nur eine Halbzeit spielen lassen", verriet sein Coach Thomas Wolter später. „Nach dreißig Minuten hat er noch mal seine zweite Luft bekommen. Schade, dass er sich nicht mit einem Tor belohnt hat." Die Chancen dafür waren wohl da: Erst schoss er nach feinem Zuspiel von Pascal Testroet aus halblinker Position mit links am Tor vorbei (37.) und kurz darauf zielte er aus halbrechter Position unter Bedrängnis etwas zu hoch (45.). Es waren zugleich die einzigen beiden Möglichkeiten für die Bremer im ersten Durchgang. Auf der Gegenseite versuchten es Hendrik Hahne (12.) und Anton Makarenko (14.) aus der Distanz, verfehlten jedoch ebenso das Tor.

Über eine erfolgreiche Rückkehr durfte sich neben Kevin Schindler noch ein zweiter Bremer freuen: Felix Schiller. Der 21-Jährige stand die letzten Partien zwar bereits im Kader, kam jedoch nicht zum Einsatz. Gegen Babelsberg fand er sich zu seiner eigenen Überraschung plötzlich in der Startelf wieder: „Da war ich schon sehr überrascht. Ich habe es erst bei der Besprechung vor dem Spiel erfahren. Aber das war vielleicht auch gut so, da konnte ich mir dann nicht so viele Gedanken machen", blickte der Abwehrspieler später zurück. „Felix ist ein guter Typ. Er kann seine Teamkollegen mitreißen. Ihn haben wir heute gebraucht", erklärte Wolter seine Aufstellung.

An dem späten Siegtreffer waren jedoch weder Felix Schiller noch Kevin Schindler beteiligt: Kurz vor dem Ende gewann der eingewechselte Timmy Thiele nach einem Freistoß von Florian Nagel sein Kopfballduell, der Ball fiel dem ebenfalls eingewechselten Stefan Ronneburg vor die Füße, der aus sechs Metern zum 1:0 einschob (88.). „Das war natürlich ein wunderschönes Gefühl. es war für das gesamte Team ein wichtiger Sieg", so der glückliche Torschütze später, der von beiden Seiten ein über weite Strecken „verkrampftes Spiel" sah.

Nennenswerte weitere Möglichkeiten gab es im zweiten Durchgang weder für die nun besser agierenden Werderaner noch für die Gäste aus Babelsberg. Lediglich zwei Szenen sorgten für zwischenzeitliche Aufregung: Erst kam Guido Kocer nach einem Zweikampf mit Felix Schiller im Bremer Strafraum zu Fall (70.) und wenig später traf Kocer im Babelsberger 16er Stefan Ronneburg elfmeterreif (76.). Beide Male blieb der Pfiff von Schiedsrichter Dr. Manuel Kunzmann jedoch aus.

„Am Ende war es ein verdienter Sieg", war Felix Schiller überzeugt. „Wir sind hier heute als Truppe aufgetreten. Das war entscheidend. Fußballerisch können wir noch zulegen. Aber wenn wir weiterhin mit dieser Einstellung auftreten, holen wir auch unsere Punkte." Auch Thomas Wolter zeigte sich „sehr zufrieden. Aber auch nur für den heutigen Abend. Ab morgen bereiten wir uns schon auf Burghausen vor."

Norman Ibenthal

Werder Bremen: Wiedwald - Schiller, Balogun, Stallbaum, Hessel - Ikeng (68. Ronneburg), Nagel, Kroos (82. Thy), Artmann, Schindler (63. Thiele) - Testroet

SV Babelsberg 03: Unger - Jovanovic, Surma, Oumari, Robert Paul - Schütz (75. Rudolph), Hahne, Kocer, Anton Müller, Makarenko (75. Prochnow) - Stroh-Engel (84. Herrem)

Tor: 1:0 Ronneburg (88.)

Gelbe Karten: Ikeng, Wiedwald (beide Werder) - Jovanovic, Schütz, Hahne, Stroh-Engel (alle Babelsberg)

Schiedsrichter: Dr. Manuel Kunzmann (Bad Hersfeld)
Stadion „Platz 11": 600 Zuschauer

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