Mit neuem Mut gegen "schwankende" Leverkusener

Gibt die Richtung vor: Tim Borowski
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Natürlich sitzt die Enttäuschung über den so unglücklich verloren gegangenen "Pokal-Thriller" vom letzten Dienstag noch tief. "Das Leben geht aber trotzdem weiter", meint Tim Borowski, einer der Protagonisten aus dem denkwürdigen Spiel gegen Schalke 04. Weiter geht auch der Bundesliga-Alltag für die Grün-Weißen, die es am Sonntag, 24.04.2005, um 17.30 Uhr in der BayArena mit Bayer Leverkusen zu tun bekommen.

 

Es könnte durchaus von Vorteil sein, dass die Bremer ihr Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen erst am Sonntag bestreiten müssen. Und zwar in zweierlei Hinsicht: Erstens bleibt so, nach dem kräftezehrenden Pokal-Drama mit Verlängerung und Elfmeterschießen, ein Tag mehr Zeit zur Regeneration und Vorbereitung auf die nächste Partie. Fast wichtiger erscheint aber der psychologische Aspekt. Für die Spieler geht es darum, möglichst schnell die bitteren Erlebnisse zu verarbeiten und aus den Köpfen zu bekommen. Nach dem Motto 'Zeit heilt alle Wunden' gewinnt die Mannschaft aufgrund des Sonntags-Termins 24 zusätzliche Stunden, um sich die nötige geistige Frische für das Match gegen Leverkusen zurückzuholen. Wenn man den Worten von Werders Nationalspieler Tim Borowski Glauben schenken will, befindet sich das Team mental schon wieder auf dem Weg der Besserung: "Etwas Enttäuschung ist zwar noch dar, aber die Trauerstimmung ist gewichen. Bis Sonntag gilt es, sich weiter davon frei zu machen, und ich bin optimistisch, dass uns das auch gelingen wird."

 

Bayer in Lauerstellung

 

Werder bot seinen Fans gegen Schalke 04 ein begeisterndes Spiel. Auf des Gegners Platz überzeugten die Grün-Weißen wie schon so oft in letzter Zeit mit einer sowohl spielerisch als auch kämpferisch überzeugenden Leistung. Hinzu kam, dass sich das Team auf einem sehr hohen taktischen Niveau präsentierte. Alles Dinge, die im Hinblick auf die eminent wichtige Partie gegen den Werks-Klub Mut machen. Wichtig deshalb, weil Bayer Leverkusen in der Tabelle, vor dem Duell mit dem deutschen Meister, auf Tuchfühlung zu den Uefa-Cup-Plätzen liegt. Derzeit auf Rang sieben platziert, beträgt der Rückstand der Mannschaft von Cheftrainer Klaus Augenthaler auf die punktgleichen Bremer (4.) und Berliner (5.) lediglich vier Zähler.

 

Nach einer Negativserie von sechs sieglosen Spielen wurde der 3:1-Auswärtserfolg beim designierten Absteiger SC Freiburg vom letzten Wochenende bei den Westdeutschen als eine Art Befreiungsschlag deklariert. Richtige Zufriedenheit wollte bei den Spielern nach dem Erfolg aber noch nicht aufkommen: "Das war nicht das, was man von uns erwarten darf, aber es war ein erster Schritt", meinte Keeper Hans-Jörg Butt, "jetzt müssen wir gegen Bremen nachlegen." Um den zweiten Schritt folgen zu lassen, bezogen die Leverkusener von Montag bis Mittwoch sogar extra ein Trainingslager. In Bitburg feilte der Coach weiter im mentalen, aber auch konditionellen Bereich.

 

Weiter Abwarten bei Klose

 

"Bayer spielt eine durchwachsene Saison mit Ausschlägen, die nach unten, aber eben auch weit nach oben reichen", fasst Thomas Schaaf zusammen. Am Sonntag rechnet er mit einem "ganz starken Kontrahenten". Werders Mittelfeldspieler Krisztian Lisztes weist auf die Heimstärke des kommenden Gegners hin: "Die Bayer-Elf ist zwar sehr schwankend in ihren Leistungen, aber gerade vor eigenem Publikum hat sie leider immer gute Spiele abgeliefert. Uns wird alles abverlangt werden."

 

Ob die Grün-Weißen in diesem richtungweisenden Spiel auf die Dienste ihres Torjägers Miro Klose (Knieprobleme) zurückgreifen können, bleibt ungewiss. Der Stürmer konnte allerdings am Donnerstagvormittag erstmals in diese Woche wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Auch der Einsatz von Ümit Davala (muskuläre Probleme im Oberschenkel) wird sich erst kurzfristig entscheiden. Bayer Leverkusen muss gegen Werder einige Umstellungen vornehmen: Der Argentinier Placente wird genauso wenig mitwirken können wie Carsten Ramelow (beide Gelbsperre). Mit Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Castro stehen zwei hoffnungsvolle Nachwuchstalente bereit, die die entstandenen Lücken ausfüllen könnten. Weiterhin nicht dabei sein, werden die Verletzten Nowotny (Kreuzband-OP), Ponte (Knieverletzung) sowie Stürmer Franca (Angina).

 

Klaus Bellstedt