Schaaf gespannt darauf, "ob Möller groß aufspielt."

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nach dem DFB-Pokalerfolg gegen den VfL Wolfsburg, steht für den SV Werder Bremen der 11. Spieltag der Fußball-Bundesliga auf dem Programm. Am Samstag, 1.11.2003, um 15.30 Uhr treffen die Werderaner im Weser-Stadion auf Eintracht Frankfurt. Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht die Rollenvergabe bei dieser Partie. Während Werder auf Platz drei liegend um den Einzug ins internationale Geschäft mitspielt, lautet das Saisonziel des Aufsteigers aus Hessen "Klassenerhalt". "Wir sind ganz klarer Favorit. Die Erwartungen der Fans sind hoch", sagte auch Werders Cheftrainer Thomas Schaaf auf der Pressekonferenz am Donnerstag und gab damit eine genaue Marschroute vor.

 

"Wir sind die Mannschaft, die das Spiel machen muss. Wir müssen angreifen und von Anfang an Druck auf den Gegner ausüben", sagte Schaaf deutlich und erklärte zugleich, mit welcher Taktik er im Spiel der Eintracht rechnet. "Frankfurt will die Klasse halten. Bisher haben sie in der Bundesliga stark defensiv agiert. Sie machen das Mittelfeld eng und versuchen mit einer Spitze auf Konter zu spielen." Daher ist es für Werders Cheftrainer wichtig, ihre Schwachstellen rigoros auszunutzen. "Sie haben noch nicht das Selbstbewusstsein groß aufzuspielen. Ihnen fehlt noch die Sicherheit im Spiel. Daher müssen wir versuchen, sie zu Fehlern zu zwingen", so Schaaf, der auf die Stärken des eigenen Teams setzt. "Man sieht, zu was wir in der Lage sind. Die Mannschaft funktioniert und hat das richtige Gefühl für ein gewisses Risiko im Spiel."

 

Form von Möller wird entscheidend sein

 

Trotz der Favoritenrolle will Werders Cheftrainer sich auf keine Experimente einlassen. "Es wird keine Veränderungen in unserem Spiel geben." Dennoch wollte er die Frage, ob er überlegt am Samstag mit drei Sturmspitzen aufzulaufen, nicht von vornherein verneinen. "Die Möglichkeit ist immer gegeben."

 

Wer letztendlich gegen die Hessen auf dem Platz stehen wird, entscheidet sich erst kurz vor Spielbeginn, da die Partie gegen den VfL Wolfsburg doch einige Spuren hinterlassen hat. Valérien Ismael hat sich eine Verletzung im Sprunggelenk zugezogen, Frank Baumann bereiten die Adduktoren Probleme. Fabian Ernst und Ümit Davala plagen sich mit einer Oberschenkel-Verhärtung. Zudem prellte sich Markus Daun beim Training am Mittwoch den Zeh. "Ich gehe aber davon aus, dass alle am Samstag wieder fit sind", so Thomas Schaaf optimistisch, der aber die Schuld für die Blessuren nicht auf die Zusatzbelastung durch das Pokalspiel schiebt. "Von einer Überbelastung kann keine Rede sein. Die Verletzungen sind durch ganz normale Zweikämpfe entstanden. Bis Samstag ist der Akku bei allen Spielern wieder voll." Definitiv am Samstag werden Victor Skripnik (Schambeinentzündung) und Ludovic Magnin (Muskelfaseriss) nicht zur Verfügung stehen.

 

Etwas größere Sorgen plagen dagegen Eintracht-Trainer Willi Reimann. Jens Keller erholt sich gerade von einer Knieoperation, Jermaine Jones leidet an einer Entzündung am Mittelfußknochen, Jean Tsoumou-Madza holt seinen Trainingsrückstand auf und Abwehrchef Uwe Bindewald zog sich beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln eine Kapselverletzung im rechten Fuß zu. Entscheidend für das Frankfurter Spiel wird am Samstag auch die Form von Welt- und Europameister Andreas Möller sein. "Andy hat in seiner Karriere großartige Leistungen gezeigt. Es wird sich zeigen, ob er auch am Wochenende groß aufspielt", so Thomas Schaaf.

 

Norman Ibenthal