Schaaf: "Wir haben uns das Topspiel erarbeitet."

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Gespannt blickt der SV Werder Bremen dem Spitzenspiel des 9. Spieltages der Fußball-Bundesliga entgegen, wenn am Samstag, 18.10.2003, um 15.30 Uhr der Tabellenführer im Weser-Stadion auf den Verfolger VfB Stuttgart trifft. "Der Rahmen ist gesteckt. Die Mannschaft hat sich das Topspiel erarbeitet und jetzt freuen wir uns natürlich darauf", so Werders Cheftrainer Thomas Schaaf, der dem VfB gerne seine erste Saisonniederlage beibringen möchte.

 

Diese Aufgabe dürfte für die Werderaner aber nicht ganz so leicht werden. Immerhin kommt mit dem VfB Stuttgart eine Mannschaft, die seit 825 Minuten ohne Gegentor ist. "Timo Hildebrand hat bisher hervorragend gehalten. Die Defensive ist sehr stark und das gesamte Team zeigte bisher eine geschlossene Leistung", honoriert Werders Cheftrainer den derzeitigen Erfolg der Schwaben. Trotz der zurückliegenden turbulenten Wochen beim SV Werder sieht Schaaf der Partie zuversichtlich entgegen: "Wir sind mental und körperlich absolut topfit. Die Mannschaft macht einen ruhigen, lockeren Eindruck, und trotz Gelassenheit baut sie die nötige Konzentration auf, die man zu so einem Topspiel braucht. Das hat sie bereits bei den beiden Testspielen in der vergangenen Woche bewiesen."

 

Bester Saisonstart aller Zeiten?

 

Für den Bremer Chefcoach schien es durch die Bekanntgabe der Wechsel von Ailton und Mladen Krstajic in den vergangenen Tagen nicht immer leicht zu sein, zur Normalität zurückzukehren. "Für uns ist es wichtig, dass keine Unruhe aufkommt. Wir beschäftigen uns nur noch mit dem Gegner und sonst nichts", so Schaaf, der auch bei Ailton und Krstajic keinen Leistungsabfall feststellen kann. "Beide haben bisher sehr professionell gearbeitet und ich gehe auch davon aus, dass es so bleibt. Wie die Reaktionen der Zuschauer am Samstag auch ausfallen, sie dürfen nicht der Mannschaft schaden. Es geht um den Erfolg, und das Team braucht die Unterstützung. Dazu gehören auch Toni und Mladen!"

 

Wie historisch wichtig ein Erfolg sein kann, offeriert ein Blick in die Geschichte. Sollte der SV Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart gewinnen, legen die Grün-Weißen den bisher besten Saisonstart aller Zeiten hin. Bisher war der in der Saison 1987/88 zu finden. Damals führten die Werderaner mit sechs Siegen und zwei Unentschieden ebenfalls die Tabelle des 8. Spieltages an. Leider verlor das Team ein Wochenende später mit 1:2 gegen den FC Bayern München.

 

Da möchten die Spieler von Cheftrainer Thomas Schaaf doch lieber das Ergebnis des Vorjahres wiederholen. Vor 28.000 Zuschauern besiegten die Grün-Weißen im Dezember das Team von VfB-Trainer Felix Magath mit 3:1. Die Torschützen hießen damals ausgerechnet Ailton mit einem Doppelpack und Mladen Krstajic.

 

Wer am Samstag für Werder auf Tore-Jagd gehen wird, wollte Thomas Schaaf aber noch nicht verraten. "Es ist ein sehr enger Kampf unter den Angreifern und alle üben natürlich einen gewissen Druck aus." Aber auch in der übrigen Besetzung hat Werders Cheftrainer die Qual der Wahl. Nachdem alle Nationalspieler gesund von ihren Länderspieleinsätzen zurückgekehrt sind, fallen nur der Langzeitverletzte Victor Skripnik (Schambeinentzündung) und Ludovic Magnin, der seinen Muskelfaserriss auskuriert, für die Partie gegen den VfB aus. Ebenfalls mit vollem Kader wird der VfB Stuttgart an die Weser reisen, so dass Felix Magath seine "erste Elf" aufbieten kann.

 

Norman Ibenthal