Nicht schön, aber wertvoll: 2:0-Sieg gegen Nürnberg

Dieses Duell war ein entscheidendes: Nach einem dicken Fehler von Andreas Wolf erzielte Markus Rosenberg das 1:0 für Werder.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

2:0 gegen den 1. FC Nürnberg – es war kein schöner und kein besonderer Sieg von Werder Bremen. Aber hochverdient war es allemal, nie wirklich gefährdet sogar. Das lag vor allem an der frühen gelb-roten Karte für Nürnbergs Ivan Saenko, der bereits nach 20 Minuten nach einer harten Entscheidung vom Feld musste. Danach hatte Werder zwar keinesfalls leichtes Spiel, aber immer das Heft in der Hand. Markus Rosenberg (27.) und der eingewechselte Ivan Klasnic (84.) münzten diese Überlegenheit in Tore um.

 

Wegen Naldos Rotsperre und der Erkrankung Patrick Owomoyelas war Werders Cheftrainer Thomas Schaaf wieder zu Umstellungen in der Abwehr gezwungen. So rückte im Vergleich zum UEFA-Cup-Spiel gegen Braga wieder Dusko Tošiæ auf die linke Verteidiger-Position, Frank Baumann begann wieder in der Innenverteidigung. Da Tim Borowski gelbgesperrt fehlte, bekam Jurica Vranjes im Mittelfeld wieder einmal eine Möglichkeit, sich zu zeigen. Hugo Almeida kehrte nach seiner Rotsperre auch in der Bundesliga in die Startelf zurück.

 

Werder startet gut, aber Riesenchance für Nürnberg

 

Es war von Anfang an kein einfaches Spiel für Werder. Die vom Saisonverlauf, von Verletzungen und vom Spielplan gebeutelten Gäste waren auf Sicherung bedacht, ihre Konterpläne waren klar erkennbar. Werder kam durch Aaron Hunts schönen Schuss aus 18 Metern zur ersten

Auf jeden Fall ein wichtiger Baustein dieses Spiels: der frühe Platzverweis von Saenko.

Möglichkeit, nur um Zentimeter strich der am rechten Kreuzeck vorbei (4.). Gleich danach schickte Vranjes Rosenberg auf die Reise, Peer Kluge grätschte ihn im letzten Moment ab. Diese halblangen Bälle leicht nach vorn außen versuchte Werder immer wieder, die dichte Club-Abwehr fing sie immer wieder ab. Nach zehn Minuten befreiten sich die Gäste aus Werders Start-Offensive und kamen bald darauf zu ihrer besten Chance im ganzen Spiel. Tošiæ hatte Nicky Adler links viel zu viel Platz gelassen, der konnte den Ball flach in die Mitte legen – der völlig frei vor Tim Wiese stehende Jan Kristiansen traf aber den Ball nicht. Riesenglück für Werder (12.)!

 

In der 17. Minute sah FCN-Außenstürmer Ivan Saenko die gelbe Karte nach einem harten Foul an Daniel Jensen. Das ist deshalb erwähnenswert, weil er drei Minuten später einen Freistoß von Jensen weit in der Werder-Hälfte blockierte. Dafür zeigte ihm Schiedsrichter Florian Meyer erneut Gelb, ergo war das Spiel für den Russen beendet. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Logisch, dass das die Voraussetzungen für die Franken nicht eben verbesserte. Sie mussten auf 4-4-1 umstellen und beraubten sich so selbst ihrer gefährlichen Konter-Waffe.

 

Rosenberg profitiert von Wolfs dickem Patzer

 

In der Folge gewann Werder klar die Oberhand über die Partie. Allerdings: klare Chancen blieben ersehnte Mangelware. Es fehlten

Auch wenn Jan Koller ein hartes Stück Arbeit war, Werders Abwehr um Per Mertesacker hatte sich gut auf ihn eingestellt.

Inspiration, Präzision und Durchsetzungskraft. Die Szene, die die Grün-Weißen ironischerweise auf die Siegerstraße brachte, war dafür ein gutes Beispiel. Jensen hatte wieder einen halbhohen Pass auf Rosenberg gespielt, den Andreas Wolf locker hätte abfangen können. Der Club-Innenverteidiger ging jedoch irgendwie komisch, halb mit der Hacke, zum Ball, und verfehlte die Kugel. Plötzlich stand Rosenberg allein vor Blazek und ließ sich die Chance per Tunnel nicht entgehen. Das erlösende 1:0, Werders Offensivblockierung wollte aber auch nach diesem Führungstor nicht verschwinden.

 

Die Bemühungen blieben umständlich, Gelegenheiten ergaben sich nur aus Schüssen wie von Rosenberg (aus 16 Metern links vorbei, 31.) und Hugo Almeida (aus 25 Metern knapp über den Balken, 43.). Kurz vor der Pause nahmen die Gäste nochmal ihr Herz in beide Hände. Eine Spielverlagerung auf die rechte Seite brachte Werders Abwehr in Nöte, Per Mertesacker musste Dominik Reinhardts Flachpass im Fünfmeterraum in letzter Sekunde zur Ecke klären (44.). Ein Kristiansen-Schuss strich danach rechts am Tor vorbei.

 

Besserung nach der Pause? Nun ja...

 

Hälfte zwei schien für Werder besser zu werden, hatten doch Rosenberg (46.) und Almeida (49.) frühe, gute Möglichkeiten. Beide schlossen aber

Typisch: Diego wurde auf Schritt und Tritt verfolgt.

zu kraftlos ab. Danach aber doch das gewohnte Bild: Diego wurde vom Club fast aus dem Spiel genommen, irgendwer stand ihm immer auf den Füßen. Alle anderen zehn hinderten Werder an stilvollem Spiel nach vorn. Von entsprechender Qualität waren die wenigen Möglichkeiten. Diego konnte mal mit links abschließen, nachdem er glücklich an den Ball gekommen war und Glauber ausgetanzt hatte – der Schuss strich aber links oben vorbei (55.). Auch Rosenbergs Schuss nach schönem Durchstecker von Jensen verfehlte das Ziel deutlich (58.). Jensens und Diegos Schüsse von der Strafraumgrenze trudelten abgefälscht ins Toraus. Man sieht: fast ausschließlich Versuche aus mittlerer Distanz mit begrenzter Erfolgsaussicht.

 

Das Gute daran: Der 1. FC Nürnberg kam überhaupt nicht mehr zu Entlastung, der frierende Tim Wiese lief 30 Meter vor seinem Tor armkreisend hin und her. Es war der eingewechselte Ivan Klasnic, der eine Akklimatisierung an dieses kühle Spiel verweigerte und für die letzten erwärmenden Höhepunkte sorgte. In Minute 80 schloss er aus spitzem Winkel noch zu früh ab und jagte die Kugel übers Tor. Kurz darauf aber guckte er nach einer Halbfeld-Flanke vom starken Jensen Nürnbergs Keeper Blazek aus und lupfte den Ball per Kopf aus acht Metern zur Entscheidung ins Tor (81.)! Bis auf das Comeback von Sebastian Boenisch passierte danach nix mehr in einem Spiel, das bis auf das Ergebnis nicht der Rede wert war.

 

von Enrico Bach

 

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