Starker Joker: Zweimal Rosenberg beim 2:1 gegen Freiburg

Vor allem zu Beginn des Spiel beherrschten Zweikämpfe am Boden und der Luft die Partei zwischen Werder und dem SC Freiburg (Bild:NPH)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder hat seinen ersten Härtetest in der Vorbereitung auf die Saison 2010/2011 gegen den Bundesligakonkurrenten SC Freiburg mit 2:1 (0:0) gewonnen. Nachdem der eingewechselte Caliguri für die Freiburger nach chancenarmer ersten Hälfte die Führung erzielen konnte (65.), sorgte Werders Joker Markus Rosenberg postwendend für den Ausgleich (68.) und schließlich für den hart erkämpften Sieg.

 

Werder steigert sich nach langsamen Beginn

 

Von Beginn spielte bei Werder mit der vermeintlich stärksten Elf, die Cheftrainer Thomas Schaaf momentan in Abwesenheit der deutschen WM-Spieler und der verletzen Torsten Frings und Naldo zu Verfügung steht: Mielitz begann im Tor, davor bildeten Sebastian Boenisch, Petri Pasanen, Sebastian Prödl und Clemens Fritz die Abwehrreihe. Im Mittelfeld starteten Tim Borowski, Philipp Bargfrede, Aaron Hunt und Neuzugang Marko Arnautovic das Mittelfeld, während Claudio Pizarro und Hugo Almeida die erste Sturmreihe bildeten.

 

Starker Technikter: Marko Arnautovic bei der Ballannahme (Bild:NPH)

Bei angenehmen Temperaturen um zwanzig Grad setzte Werder in der vierten Minute das erste gefährliche Ausrufezeichen: Pizarro legte einen Ball auf Hunt zurück, dessen Schuss jedoch knapp über das Tor und auf das Tornetz flog. Freiburgs erster Schuss durch den Ex-Werderaner Ivica Banovic rollte deutlich rechts am Tor vorbei (7.), drei Minuten später lenkte die grün-weiße Mauer einen Schuster-Freistoß zur Ecke. Bei einsetzendem Regen hatten die Breisgauer zunächst mehr vom Spiel; vielleicht eine Folge des freien Trainingstages, den die Männer von Trainer Robin Dutt am Donnerstag bekommen hatten. Und so waren es auch die Freiburger, welche die erste Riesenchance hatten: Schuster steckte durch in den Lauf von Banovic, der den Ball an Mielitz vorbei legte. Aus spitzem Winkel fand sein Schuss jedoch nicht den Weg ins Werder-Tor, sondern nur den Kopf von Clemens Fritz, der mit einem beherzten Einsatz den sicheren Gegentreffer verhindern konnte(15.). Bei immer stärker werdenden Regen kam Rosenthal zwei Minuten später zum Abschluss aus rund 30 Metern, aber auch er verfehlte das Tor deutlich.

 

Werder versuchte die Freiburger nun vermehrt im Spielaufbau zu stören, die wiederum Spielgeschehen geschickt verlagerten und sehr agil und selbstbewusst auftraten. Torchancen blieben trotz der zurückgekehrte Sonnenschein dennoch äußerst rar: Weder Reisingers Kopfballkerze (27.) noch Bargfredes vermeintlicher Torschuss (28.) sorgten für echte Aufregung. Die kam eine Minute später kurz auf, über Hunt, Pizarro und Arnautovic freigespielt zog Fritz über rechts in den Strafraum, musste nur noch querlegen, aber die Freiburger Abwehr ging resolut dazwischen und störte auch den heraneilenden Pizarro am Einschuss.

 

Dennoch wurde es so etwas wie eine Drangphase von Werder: Nach einem flach getretenen Freistoß von Bargfrede ließ Petri Pasanen den Ball geistesgegenwärtig durch für den ebenfalls aufgerückten Sebastian Prödl, der aus der Drehung knapp über das von Simon Pouplin gehütete Tor schoß (33.). Der Österreicher schien gefallen an seiner neuen Torgefahr gefunden zu haben, nach Ecke von links (zuvor hatte Butscher einen Pizarro-Schuss abgefälscht) war sein Kopfball aber ebenfalls ein Stück zu hoch angesetzt. Das Spiel wurde nun munterer, ein Distanzschuss von Reisinger landete sicher in den Armen von Sebastian Mielitz (38.). Die Werder-Standards brachten jedoch mehr Torgefahr: Nach Bargfredes Freistoß-Hereingabe von links köpft Claudio Pizarro nur knapp am Freiburger Tor vorbei (43.). Es war die letzte Chance der ersten Halbzeit, wenig später pfiff Schiedsrichter mÜnc zur Pause. Nach anfänglichen Problemen speziell im Spielaufbau waren die Grün-Weißen vor der Halbzeit deutlich besser ins Spiel gekommen und konnten ein Chancenplus verzeichnen. Freiburg hatte jedoch durch Banovic die beste Torgelegenheit der ersten 45 Minuten.

 

Doppelschlag der Einwechselspieler in der zweiten Hälfte

 

Zwei Wechsel zu Beginn der zweiten Hälfte: Niemeyer und Rosenberg kamen für Pizarro und Almeida, Marko Arnautovic schob sich dafür von der rechten Außenbahn weiter nach vorne in die Spitze. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff die erste Werder-Chance: Borowski leitete einen schönen Angriff ein und setzte Boenisch in Szene, der seinen Flankenlauf auf links gut abschließen konnte, seine Hereingabe köpfte Tim Borowski aber knapp über das Tor. Ganz coole Aktion dann von Sebastian Mielitz: Zwei Stürmer kamen auf ihn zu, doch Werders junger Schlussmann spielte sie gekonnt aus und leitete den Werder-Angriff ein (51.). Einen gefährlichen Werder-Angriff unterband Schiedsrichter Münch mit einem umstrittenen Abseitspfiff (56.): Arnautovic zeigte aber, was ein wahrer Sportsmann ist und bedankte sich trotzdem bei seiner Auswechslung beim Unparteiischen (60.). Er wäre frei vor dem Tor durch gewesen.

 

Das Spiel kam nicht wirklich in Fahrt, in der 65.Spielminute dann aber das 1:0 für Freiburg: Werders Abwehr ließ die Mitte sträflich offen, der eingewechselte Caligura tankte sich nach Pass Reisingers durch und ließ Sebastian Mielitz mit seinem trockenen Abschluss keine Chance. Und nur eine Minute fast das 2:0, Makiadi schickte Banovic, diesmal konnte Mielitz aber den Flachschuss parieren. Werder zeigte sich dennoch nicht geschockt: Langer Ball von Fritz in Richtung Markus Rosenberg, der sich im Laufduell mit dem ebenfalls eingewechselten Sereinig durchsetzen und souverän zum Ausgleich einschieben konnte. Eine starke Szene des 27-jährigen Schweden!

 

Augen zu und durch: Sebastian Prödl im Zweikampf mit Stefan Reisinger (Bild:NPH)

Es kam nun zu deutlich mehr Szenen in Tornähe, einen Fernschuss des schussstarken Schuster konnte Mielitz aber leicht stoppen (71.). Daniel Sereinig hätte seinen Fehler beim 1:1 fast ausgeglichen, als er völlig freistehend nach einer Ecke zum Kopfball hochsteigen konnte, doch der Österreicher konnte das Leder zum Glück für Werder nicht richtig drücken (77.). Ein Distanzschuss von Caliguri (79.) fehlte ebenfalls einiges an Genauigkeit. Knapper war es bei der Chance von Tim Borowski: Nach feinem Doppelpass mit dem engagiert aufspielenden Rosenberg schoss er wuchtig am Freiburger Tor vorbei (80.). Als das Spiel Richtung Ende schiedlich und friedlich zu Ende zu gehen schien, stach Joker Rosenberg ein zweites Mal: Sandro Wagner über die linke Seite in den Strafraum, sein Abschluss konnte der neue Freiburger Schlussmann Baumann noch parieren, aber in der Mitte rutschte der Schweder vor seinem Bewacher in den Ball und grätschte den Ball über die Linie (85.). Der 30.Werder-Treffer in dieser Vorbereitung! Trotz eines letzten Aufbäumens der Freiburger reichte dieses Tor für Werders Sieg gegen den Bundesligakonkurrenten. Ein Sieg, der sicherlich noch unter den Belastungen des Trainingslagers litt und Optimierungsmöglichkeiten auf beiden Seiten offenbarte. Dennoch konnte Cheftrainer Thomas Schaaf zufrieden mit der Einstellung und unter dem Strich auch der Leistung der Grün-Weißen sein.

 

von Werders Testspiel in Villingen berichtet Paul Hüsing