Solider 4:0-Sieg gegen Sachsen Leipzig sichert Finaleinzug

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat das Finale beim Internationalen Fußballturnier im Leipziger Zentralstadion erreicht. Mit einem 4:0-Sieg am Freitagabend gegen den Oberligisten und Lokalmatadoren FC Sachsen Leipzig qualifizierten sich die norddeutschen Grünweißen für das Endspiel am Samstag, in dem sie auf die Mannschaft von Roter Stern Belgrad treffen.

 

Mit dem Sieg gegen die Leipziger blieben die Werderaner auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen. Den Grundstein für den erfolgreichen Abend legten die Bremer bereits in der ersten Hälfte. Mit einem Distanzschuss aus 25 Metern, der nur knapp rechts am Tor vorbeirauschte, sorgte der wieder im Mittelfeld eingesetzte Christian Schulz nach vier Minuten für das erste Achtungszeichen. Im Anschluss daran besaß der deutsche Meister 2004 zwar mehr Spielanteile, mussten aber gegen den frech spielenden Oberligisten auch gefährliche Situationen überstehen. So sorgten die Sachsen mit zwei Ecken in der 15. Minute für Verwirrung im Bremer Strafraum, ohne jedoch zu einem zählbaren Abschluss zu kommen. Der Bundesligist antwortete auf seine Weise. Aus dem Mittelfeld heraus hob Werders Mittelfeldspieler Johan Micoud die Kugel gefühlvoll auf die rechte Seite des Spielfeldes, wo Borowski in Höhe des Strafraumes völlig allein wartete. Der Nationalspieler erlief den Ball, legte den Ball clever am Sachsen-Keeper vorbei, umlief ihn und schob die Kugel an einem heranstürzenden Abwehrspieler vorbei ins leere Tor. Doch auch der Rückstand ließ die Sachsen nicht zurückstecken. Sie suchten weiter ihre Chance. In der 31. Minute musste Reinke zuerst einen Kopfball von Paeslack abwehren. Nur vier Minuten später versuchte es der Leipziger Stürmer noch einmal mit einem Schuss aus der Drehung, der Ball verfehlte jedoch sein Ziel. Kurz vor der Pause sahen die Zuschauer dann die Entscheidung. Werder-Profi Stalteri setzte sich nach einem Steilpass schön gegen seinen Bewacher durch und passte zur Mitte, wo ter Heide keine Mühe hatte die Kugel ins Tor zu schieben. Der Bundesligist, der trotz aller Bemühungen der Sachsen durch größere Ballsicherheit und Schnelligkeit im Kombinationsspiel mehr Spielanteile besaß, war kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal durch einen 25-Meter-Freistoß von Gerster an die Latte gegentorgefährdet, hatte aber in dieser Szene das Glück auf seiner Seite.

 

Nach der Pause spielten die Bremer noch souveräner und zeigten den Klassenunterschied deutlicher als im ersten Durchgang. Der Ball lief schneller und sicherer durch die Reihen. Logische Folge war das 3:0 in der 58. Minute. Nach einer langen Flanke von der linken Seite brachte Borowski an der rechten Strafraumgrenze die Kugel unter Kontrolle, gab zurück auf den mitgelaufenen Micoud, der zunächst einen Gegenspieler aussteigen ließ und dann beherzt links ins lange Eck vollstreckte. Elf Minuten später war es wieder der Franzose, der auch diesmal in Abwesenheit von Kapitän Frank Baumann und dessen Stellvertreter Fabian Ernst die Binde trug, der entscheidenden Anteil am vierten Treffer hatte. Mit dem Ball am Fuß lief er nach einem Steilpass auf das Tor der Sachsen zu, passte dann jedoch uneigennützig am herauseilenden Keeper vorbei auf den völlig freistehenden Robert Paul, der die Kugel ins leere Tor schob. Nach dem Treffer war die Luft raus aus dem Spiel. Die Werderaner spielten ungefährdet dem Schlusspfiff entgegen, ohne weitere erwähnenswerte Chancen herauszuarbeiten oder zuzulassen.

 

Nach dem Abpfiff zeigte sich Verteidiger Valerien Ismael zufrieden mit der Leistung: „Das sah doch ganz locker aus. Wir haben heute sicher nur getan, was wir mussten. Aber dafür muss man auch Verständnis haben. Wenn du jeden Tag auf dem Platz stehst, musst du dir die Kräfte einteilen. Morgen erwartet uns wieder ein schweres Spiel, dann werden wir sicher noch ein bisschen mehr Gas geben.“ Cheftrainer Thomas Schaaf sah es ähnlich: „Ich bin zufrieden. Wir sind heute sehr gut gefordert worden. Sachsen Leipzig war in dieser Vorbereitung bisher der beste Amateurklub, gegen den wir gespielt haben. Was wir uns vorgenommen haben, hat dennoch ganz gut funktioniert. Streckenweise lief der Ball ganz ordentlich und wir haben gut kombiniert.“

 

Werder Bremen: Reinke – Stalteri, Ismael (74. Stallbaum), Fahrenhorst, Magnin – Lagerblom (46. Paul), Borowski (80. Mohr), Schulz (69. Banecki), Micoud – ter Heide, Brückner (56. Friedrich)

 

FC Sachsen Leipzig: Domaschke (46. Burmeister) - Radkowski, Jack, Wejsfeld, Korb - Ferl, Gerster (69. Toku), Thielemann, Niestroj (57. Watzka) – Paeslack (57. Kittler), Kujat (85. Perdei)

 

Tore: 1:0 Borowski (16.), 2:0 ter Heide (41.), 3:0 Micoud (54.), 4:0 Paul (66.)

 

Schiedsrichter: Felix Zwayer

 

Zentralstadion Leipzig: 9.125 Zuschauer