"Wir haben uns heute selbst geschlagen"

Die Stimmen nach dem Spiel gegen Kiel

Marco Friedl in der Mixed Zone des wohninvest WESERSTADIONS.
Enttäuschte Gesichter nach dem Spiel gegen Kiel (Foto: WERDER.DE).
Profis
Freitag, 29.04.2022 / 22:27 Uhr

Von Solveig Haas

2:3 gegen Holstein Kiel im eigenen Stadion, ein bitterer Rückschlag für den SV Werder Bremen. So richtig fand keiner der Beteiligten Worte für das, was da am Freitagabend passiert war. Klar ist jedenfalls: Man wird in die Analyse gehen und mit Fokus auf das Spiel bei Erzgebirge Aue aufarbeiten, was da nicht zusammengepasst hat. 

Werder.de fasst die Stimmen nach dem Spiel zusammen:

Zum Spielverlauf:

Anthony Jung: "Es ist sehr schwer, so kurz nach Abpfiff Worte zu finden. Es lief zuerst alles so, wie wir uns das gewünscht haben. Wir haben Zwei zu Null geführt und das Spiel dann aus der Hand gegeben. Wir sind total enttäuscht. Wir haben uns so viel vorgenommen vor dieser Heimspiel-Kulisse. Dass wir das Ding nicht mit nach Hause genommen haben, ist für mich immer noch unfassbar. Das Gegentor hätte vielleicht so eine Art Weckruf sein können, so ein 'strafft euch, ihr müsst noch mehr Prozent drauflegen'. Aber wir konnten das irgendwie nicht ummünzen. Es lag alles in unserer Hand und dann ging es 2:3 für den Gegner aus. Wir hatten die ein oder andere Chance, mit der wir das Ganze vielleicht noch hätten umbiegen können. Wir waren nicht gierig genug in den Zweikämpfen. Aber das ist jetzt alles 'hätte, wäre', das Spiel ist aus, wir haben verloren."

Marco Friedl: "In der ersten Hälfte hätte das Spiel kaum besser laufen können. Wir sind eigentlich aus dem Nichts 2:0 in Führung gegangen. Aber dann haben wir 70 Minuten lang einfach richtig schlechten Fußball gespielt. Wir hatten einige Chancen, das 3:1 zu machen und auch nach dem Ausgleich noch das 3:2, aber wir haben es nicht geschafft. Statt dessen haben wir aus drei Möglichkeiten drei Tore kassiert. Wir haben nicht ganz unverdient verloren, sondern uns, das muss man leider sagen, heute einfach selbst geschlagen. Wir haben hinten schlecht verteidigt und vorne Chancen vergeben. Wir sind angelaufen, waren hinten offen und haben dann das Spiel verloren."

Ole Werner: "Wir sind sehr enttäuscht darüber, wie wir uns das haben nehmen lassen. Das Spiel lief für uns, wir haben gut ins Spiel gefunden. Dann hatten wir im Endeffekt zwar hier und da Probleme, Zugriff zu finden, trotzdem aber auch gute Passagen im eigenen Ballbesitz. Wir hätten mit 2:0 in die Halbzeit gehen müssen, dann wäre das Spiel am Ende in unsere Richtung gelaufen. Aber das haben wir nicht geschafft und in der 2. Halbzeit ist es dann, obwohl wir gute Möglichkeiten hatten, komplett gekippt. Ich glaube es gab Situationen, in denen wir keinen Zugriff hatten, wo wir auch mit hohem Risiko hinten verteidigt haben. Die spielentscheidenden Situationen sind aber andere Dinge, zum Beispiel die Entstehung des Eckballs vor dem 2:1 und wie wir das versucht haben, zu klären. Wir haben es aber in der zweiten Halbzeit für meine Begriffe deutlich besser gemacht und insgesamt auch, mit Ausnahme der Chance von Wriedt gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit, nicht allzu viele klare Torchancen zugelassen. Wir haben insgesamt auch nach vorne gespielt, und Situationen herausgespielt, wir hatten durchaus die Möglichkeiten, das Spiel in unsere Richtung zu drehen. Wir haben aber auch nachlässig verteidigt und vorne einige Chancen liegengelassen."

Zur Vorbereitung auf Aue:

Antony Jung: "Wir werden das Spiel jetzt analysieren und müssen es beim nächsten Mal besser machen. Wir wissen, dass das Saisonfinale brutal eng ist und auch bis zum Ende so bleiben wird. Am Sonntag in Aue müssen wir anders verteidigen und unsere Chancen besser nutzen, dann geht das Ding auch für uns aus."

Marco Friedl: "Es wird sicher zwei, drei Tage dauern, bis wir diesen Rückschlag verarbeitet haben. Wir hätten heute einen Riesenschritt machen können und haben es einfach selbst vergeben, weil wir den Gegner wieder ins Spiel gebracht haben. Das tut uns doppelt weh, weil wir durch den Sieg letzte Woche ja alles in der eigenen Hand hatten und heute auch gut ins Spiel gestartet sind. Wir haben es die ganze Woche schon gesagt: Wenn man sich anschaut, wo wir herkommen und wie wir uns zurückgekämpft haben, hatten wir alles selbst in der Hand. Das haben wir in 70 Minuten hergeschenkt, dafür habe ich keine Worte. Jetzt müssen wir schauen, dass wir die nächsten beiden Spiele gewinnen, denn wenn wir das nicht schaffen, dann wird der Traum, den wir uns vorgenommen haben, nicht verwirklicht."

Ole Werner: "Ab morgen müssen wir das gemeinsam Aufarbeiten und ansprechen, warum die Dinge nicht funktioniert haben. Das werden wir in Ruhe mit der Mannschaft machen. Danach werden wir einen relativ normalen Ablauf habe. Wir entscheiden morgen, wie wir in die Woche gehen und eine sinnvolle Vorbereitung auf Aue machen, die es uns ermöglicht, dort auch wieder zu gewinnen. Wir haben einen Ablauf etabliert, der für uns in den letzten Wochen und Monaten sehr gut funktioniert hat. Damit können wir Spiele gewinnen, deshalb werden wir das jetzt nicht groß ändern. Der Blick muss nach vorne gerichtet werden. Wir haben jetzt eine lange Woche vor uns, in der wir die Möglichkeit haben, an Dingen zu arbeiten. Die Frage, warum es uns nicht gelungen ist, die Agressivität und Galligkeit aus dem Schalkespiel auf den Platz zu bringen, kann man so ad hoc nach dem Spiel nicht beantworten. Das wird zentraler Teil unserer Analyse sein."

 

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