"Mit Leidenschaft spielen"

Romano Schmid im Interview
Ab Sommer zurück am Osterdeich: Romano Schmid (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 26.04.2020 / 13:03 Uhr

Das Interview führte Marcel Kuhnt

Kaum war er da, da war er auch schon wieder weg. Romano Schmid wechselte im Januar 2019 an die Weser und wurde im Anschluss an den Wolfsberger AC verliehen. Im Sommer kehrt der 20-Jährige nach eineinhalb Jahren beim WAC zurück an die Weser (zur Extrameldung). Und darauf freut er sich jetzt schon. „Es war schon immer mein Traum, in der Bundesliga zu spielen. Bei Werder dieses Ziel zu erreichen, freut mich extrem“, so Schmid gegenüber WERDER.DE.

Im Interview spricht Romano Schmid zudem über die aktuelle Situation in Österreich, seine persönliche Saisonbilanz und wie er die Grün-Weißen aus dem Nachbarland verfolgt hat:

WERDER.DE: Moin, Romano. Zunächst einmal: Wie geht es dir?

Romano Schmid: „Bei mir ist alles in Ordnung und ich bin fit. Zudem dürfen wir im Moment eh nicht viel machen, da wir eine Ausgangssperre haben.“

WERDER.DE: Wie sieht die Ausgangssperre in Österreich aus?

Romano Schmid: „Die Situation ist so, dass man zu Hause bleiben soll. Nur für wichtige Dinge wie das Einkaufen oder die Arbeit soll man rausgehen. Sport darf man aber auch machen.“

WERDER.DE: Du hast dann sicherlich auch ein paar Sporteinheiten gemacht, oder?

Romano Schmid: „Ja, wir haben in den letzten vier Wochen unser Heimtrainingsprogramm absolviert. In den kommenden Tagen soll nun wieder in Kleingruppen trainiert werden. Das ist zumindest der Plan.“

WERDER.DE: Vor der Saisonunterbrechung aufgrund der Corona-Pandemie konntest du in 21 Ligaspielen zwei Tore und fünf Vorlagen für den Wolfsberger AC erzielen. Bist du mit dieser Bilanz zufrieden?

Romano Schmid: „Mit meiner persönlichen Bilanz bin ich nicht ganz zufrieden. Ich hätte sicherlich das eine oder andere Tor mehr machen können, obwohl ich hier auf der Acht und somit ein bisschen defensiver spiele, als ich es gewohnt bin. Grundsätzlich ist es aber eine gute Saison.“

WERDER.DE: Auf welcher Position siehst du dich am liebsten?

Romano Schmid: „Früher habe ich immer auf der Zehn gespielt. Mittlerweile ist es für mich aber nicht entscheidend, wo ich dem Team helfen kann. Am besten gefällt mir aber schon eine Position im Mittelfeld. Ganz vorne drin, sehe ich mich nicht (lacht).“

WERDER.DE: Mit dem Wolfsberger AC steht ihr nach 22 Partien auf Rang vier. Wie bewertest du die bisherige Saison?

Romano Schmid: „Auch als Mannschaft hätte es noch besser laufen können. Ich denke, dass wir mehr Punkte hätten sammeln können, wenn wir uns in einigen Spielen keine Nachlässigkeiten erlaubt hätten. Zum Beispiel im letzten Match vor der Unterbrechung haben wir gegen Rapid Wien in der Nachspielzeit den Ausgleich bekommen. Ansonsten wären wir jetzt Dritter. Wenn die Saison fortgesetzt werden sollte, haben wir also gute Chancen mindestens auf Platz drei zu springen. Und das wollen wir unbedingt schaffen.“

WERDER.DE: Ab der neuen Saison bist du fester Bestandteil des Profi-Kaders des SV Werder. Freust du dich schon?

Romano Schmid: „Es war schon immer mein Traum, in der Bundesliga zu spielen. Bei Werder dieses Ziel zu erreichen, freut mich extrem. Daher blicke ich gespannt der Rückkehr entgegen, nachdem ich meinen perfekten Zwischenschritt beim Wolfsberger AC beendet habe.“

Freunde von früher haben die Szene auch mitbekommen und dann Glückwünsche geschickt.
Romano Schmid über seinen Trick gegen Gladbach

WERDER.DE: Es klingt so, als wäre die Leihe genau das Richtige für dich gewesen…

Romano Schmid: „Absolut. Ich habe viel Spielpraxis erhalten, haben mich weiterentwickelt und konnte Erfahrungen in der Europa League sammeln. Dadurch, dass wir einen guten Fußball spielen, waren die letzten Monate umso besser für mich.“

WERDER.DE: Apropos Europa League: Mit eurem Sieg bei Borussia Mönchengladbach habt ihr für Aufsehen gesorgt. Du selbst hast zudem mit einer starken Finte die Zuschauer beeindruckt. Hast du danach mehr Anrufe oder Nachrichten bekommen als sonst?

Romano Schmid: „Ja, ein paar mehr Nachrichten waren es. Freunde von früher haben die Szene auch mitbekommen und dann Glückwünsche geschickt. Generell war es aber ein tolles Spiel vom gesamten Team. Wir hatten uns viel vorgenommen. Dass es direkt so gut klappt, hatte keiner vermutet. Aber in diesem Spiel wurde auch unsere große Stärke, die Kameradschaft innerhalb der Mannschaft, deutlich.“

Schmid: "Versucht jedes Spiel zu sehen"

Romano Schmid trägt ab Sommer wieder das W auf dem Trikot (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Als du im Januar 2019 zu Werder kamst, ging alles sehr schnell. Kennst du dich überhaupt schon in Bremen aus?

Romano Schmid: „Das Trainingsgelände kenne ich (lacht). Ich habe in den ersten zwei Wochen mit der U23 trainiert und konnte somit die Gegebenheiten vor Ort kennenlernen. Zudem habe ich zwei Spiele der Bundesliga-Mannschaft im Stadion verfolgen können. Mehr war es aber noch nicht, weshalb ich mich auf den Sommer freue, wenn ich noch mehr entdecken kann.“

WERDER.DE: Hast du die Spiele von Werder weiterhin verfolgt?

Romano Schmid: „Ich habe versucht jedes Spiel zu sehen. Das ist für mich selbstverständlich. Ich will so gut es geht mitbekommen, wie es läuft. Daher habe ich die Partien am Fernseher geschaut.“

WERDER.DE: In einer im Jahr 2017 veröffentlichten Liste der englischen Zeitung ‚The Guardian‘ wurdest du als eines der größten Talente des Fußballs bezeichnet und in einem Atemzug mit Jadon Sancho oder Moise Kean genannt. Wie hast du das damals wahrgenommen und wie bist du mit dem Druck umgegangen?

Romano Schmid: „Als junger Spieler ist es eine Ehre, bei so einer Liste dabei zu sein. Ich empfand zudem keinen Druck. Viele Außenstehende dachten, dass es dann bei mir schnell kann oder hatten zumindest diesen Wunsch. Ich selbst bin mit meiner bisherigen Entwicklung im Reinen, versuche immer meine beste Leistung zu zeigen, mit Leidenschaft Fußball zu spielen und alles aus mir rauszuholen.“

 

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