"Es fühlt sich wie eine Niederlage an"

Die Stimmen zum Nürnberg-Spiel

Ärgerlich: Der SV Werder lässt in der letzten Minute drei Punkte gegen den FCN liegen (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 16.09.2018 // 19:49 Uhr

Von Patricia Folkerts und Max Brosta

Beim 2:1-Auswärtssieg gegen Eintracht Frankfurt hatte der SV Werder beim Last-Minute-Treffer von Milot Rashica noch das Glück auf seiner Seite. Gegen den 1. FC Nürnberg wendete sich das Blatt. Beim Last-Minute-Ausgleichstor des FCN zum 1:1-Endstand war das Glück auf Seiten des Gegners. Die Grün-Weißen haben über 92 Minuten geführt, um dann in letzter Minute doch noch die drei Punkte vor heimischem Publikum aus den Händen zu geben. „Es fühlt sich wie eine Niederlage an“, fasst es Davy Klaassen im Anschluss der Partie treffend zusammen. Auch allen anderen Werderanern stand die Verärgerung und Enttäuschung über zwei liegengelassene Punkte ins Gesicht geschrieben. Das schlägt auch in den Stimmen nieder.

WERDER.DE fasst alle Stimmen zum Spiel der Grün-Weißen gegen den 1. FC Nürnberg zusammen.

Zum Spielverlauf:

Werder hat lange geführt und dann doch in letzter Minute den Ausgleich kassiert (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Ich habe gemischte Gefühle zum Spiel. Ich war selten so wütend, weil mich das Tor wirklich extrem geärgert hat. Wir haben eine überragende erste halbe Stunde gespielt und auch in der zweiten Hälfte hatten wir gute Chancen, haben dann aber aufgehört die Räume richtig zu besetzen. Dann haben wir alles versucht, um das Spiel offensiver zu machen und es zu verteidigen. Wir müssen daraus lernen, aber das Lernen tut diesmal richtig weh und ich fühle mit den Jungs.“

Davy Klaassen: „Das Unentschieden fühlt sich wie einen Niederlage an. Wir sind gegen Nürnberg das bessere Team und müssen hier und heute als Sieger vom Platz gehen. Aber wir haben es einfach versäumt, die Tore zu machen. Unsere Abschlüsse waren nicht gut. Wir haben fünf bis sechs gute Chancen gehabt, die wir nicht genutzt haben. Wir müssen vieles besser machen, haben zu oft die Bälle verloren und dem Gegner zu große Räume gelassen.“

Maximilian Eggestein: „In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt. In der zweiten Hälfte hat uns der Mut verlassen und wir standen in den Räumen nicht richtig. Trotzdem ist es schade, dass das Spiel so ausgeht. Wir hätten das Ding eher für uns entscheiden müssen. Es ändert aber nichts an unseren Ansprüchen.“

Nuri Sahin: „Es ist wirklich extrem bitter: Wir gehen in Führung und müssen einfach nachlegen. Das ist uns nicht gelungen und das war das Problem. Wir haben zum Schluss darum gebettelt und das wird in der Bundesliga bestraft. Wir haben es einfach nicht zu Ende gespielt, uns viel zu tief hinten reingestellt und zwei Punkte liegen gelassen. Aber aus solchen Spielen müssen wir lernen und es nächste Woche besser machen.“

Frank Baumann: „Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß, wenn man über einen so langen Zeitraum führt. Gerade Zuhause im Weser-Stadion wollten wir unbedingt drei Punkte holen. Das Spiel hat sich umgedreht: Nürnberg, die in der ersten Halbzeit passiver waren, waren in der zweiten Hälfte aktiver. Im Gegensatz waren wir dann im zweiten Durchgang passiver und haben das Ergebnis nur verwaltet, hatten nicht die nötige Kontrolle und waren nicht clever genug. Wir haben die Bälle nicht mehr behauptet und dann sind es Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden. Es ist ein Prozess für uns, in dem wir dahinkommen müssen, über einen längeren Zeitraum gut zu spielen. Den Ausgleichstreffer verteidigen wir im Abwehrverbund einfach nicht gut. Letzte Woche haben wir es andersrum erlebt wie schön es ist, wenn du in der letzten Minute gewinnst. Heute kriegen wir in der letzten Minute das Gegentor zum Ausgleich.“

Zum Tor von Maximilian Eggestein:

Maximilian Eggestein erzielten per Traumtor den Führungstreffer für den SVW (Foto: nordphoto).

Maxi Eggestein: „Natürlich ist da immer ein bisschen Glück dabei. Freuen kann ich mich über meinen Treffer heute aber nicht.“

Davy Klaassen: „Maxi hat den Ball richtig gut getroffen. Der Schuss war extrem schnell. Es war ein sehr schönes Tor.“

Frank Baumann: „Dass Maxi gut schießen kann, hat er bereits in der letzten Saison bewiesen und wir haben es auch heute wieder gesehen. Es war ein sehr schönes Tor. Er war aber auch sonst sehr laufstark und hatte viele Aktionen Richtung Tor.“

Zum Videobeweis:

Maxi Eggestein: „Die Videobeweis-Entscheidung war für mich schon überraschend, weil ich es nicht hab kommen sehen. Danach ist man schon erleichtert. Es hätte uns aber klar sein müssen, dass das Ding noch nicht durch ist.“

Davy Klaassen: „Wenn es Abseits ist, ist es eben Abseits. Daher war es die richtige Entscheidung.“

Nuri Sahin: „Es war ein klare Entscheidung und daher richtig vom Videoassistenten einzugreifen.

Frank Baumann: „Ich bin zum vierten Offiziellen gelaufen, um darauf hinzuweisen, die Szene nochmal zu überprüfen. Die Erleichterung war nach dem zurückgenommenen Tor natürlich da, umso bitterer ist es aber, wenn man dann in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer kassiert.“

Zum Pflichtspieldebüt von Nuri Sahin:

Nuri Sahin: „Ich hätte auf mein Debüt lieber verzichtet und dafür die drei Punkte geholt. Mein Debüt hätte ich mir natürlich besser vorgestellt. Ich bin aber dennoch sehr froh, hier zu sein und auf dem Platz zu stehen. Wenn der Trainer mich braucht, bin ich da.“

Frank Baumann: „Er ist in einer schwierigen Phase reingekommen. Nuri hat sich aber gut eingefügt.“