Schwer zu begreifen

Die Stimmen nach dem Halbfinal-Aus

Endstation Halbfinale: Der SV Werder ist nach aufopferungsvollem Kampf ausgeschieden (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 25.04.2019 // 00:38 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Lukas Kober

Sie alle konnten ihre Enttäuschung und den Frust kaum in Worte fassen. „Das ist einfach unfassbar bitter“, formulierte Frank Baumann im Spielertunnel auf dem Weg zurück in die Kabine. „Wir haben einen überragenden Pokalwettbewerb gespielt, auch heute eine tolle Leistung gezeigt und sind trotzdem ausgeschieden. Es tut mir so leid für die Mannschaft, die gefightet hat, zurückgekommen ist und in meinen Augen unverdient ausgeschieden ist“, so Baumann weiter. Neben dem Frust über die strittige Elfmeterentscheidung, die zum 3:2-Siegtreffer des FC Bayern führte, war bei den Werderaner auch Stolz über das Comeback sowie Begeisterung für die Unterstützung der Fans zu spüren.

WERDER.DE fasst nach dem Halbfinal-Aus die Stimmen der Protagonisten zusammen.

Zum Spielverlauf:

Maximilian Eggestein leitete das 2:2 von Milot Rashica ein (Foto: nordphoto).

Kevin Möhwald: "Wir haben heute ein deutlich besseres Spiel gemacht als Samstag in München, hatten mehr Chancen, mehr Abschlüsse. Nach der Halbzeit waren wir gut drin, da war das zweite Gegentor ein echter Genickschlag. Es ist bitter, so zu verlieren, insbesondere, wenn du 0:2 hinten liegst, das Spiel vorbei ist und du kommst in zwei Minuten ran. Es ist gerade einfach schwer. Ich bin dennoch stolz auf unsere Mannschaft. Ich glaube, nicht jeder kommt nach einem 0:2 gegen Bayern zurück. Ein großes Kompliment an die Mannschaft." 

Davy Klaassen: "Ich finde, wir haben nicht schlecht gespielt. Wir sind nach dem 0:2 sehr stark zurückgekommen. Und dann dieser Elfmeter in so einer Situation. Naja! Wir sind alle sehr frustriert…"

Maximilian Eggestein: "Der Schiedsrichter sagt, der Kontakt sei unten gewesen. Aber unten war kein Kontakt. Ich verstehe es nicht. Der Video-Schiedsrichter muss sich ja so sicher gewesen sein, dass er gesagt hat, es ist ganz klar. Ich finde es ehrlich gesagt einfach unfair. Wir haben dann noch einmal alles probiert. Ich erinnere mich, dass wir vor drei Jahren eine ähnliche Situation hatten. Heute haben wir den Videobeweis und es passiert trotzdem nichts. Das ist wirklich schwer zu begreifen."

Frank Baumann: „Die Mannschaft hat eine überragende Leistung gezeigt, war von der ersten Minute an aktiv. Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben nach dem Rückstand nicht aufgesteckt, uns zurückgekämpft. Das ist brutal, heute zu verlieren.“

Zur Unterstützung der Fans:

Einzigartige Stimmung: Die Ostkurve mit einer atemberaubenden Choreo (Foto: nordphoto).

Davy Klaassen: "Die Fans waren einfach unglaublich. Es ist überragend, wenn du 90 Minuten so nach vorne gepeitscht wirst."

Maximilian Eggestein: "Es ist unglaublich, was heute passiert ist. Gerade solche Abende, wenn das Flutlicht an ist, macht es am meisten Spaß. Beim 2:2 dachte ich, jetzt brechen alle Dämme. Das war der absolute Wahnsinn, schon bei der Busankunft. Ich erinnere mich, wie ich im Bus neben Marco Friedl saß und zu ihm sagte: 'Genau deswegen habe ich verlängert.'"

Kevin Möhwald: "Der ganze Tag war heute einfach Gänsehaut für uns. Wir haben die richtige Atmosphäre, wurden durch die Fans noch mal richtig gepusht. Das Spiel war emotional, energiegeladen. Die Fans waren ein Faktor, dass wir noch mal zurückgekommen sind."

Florian Kohfeldt: "Ich möchte mich bei unseren Fans bedanken. Das war ein wahnsinniger Empfang. Es tut mir unendlich leid und es fällt mir schwer, darüber zu sprechen. Das ist ein trauriger Moment."

Zum Erreichen der Saisonziele:

Davy Klaassen: "Die Bundesliga ist jetzt das, was wir haben. Wir wissen, dass Düsseldorf ein sehr schwerer und unangenehmer Gegner ist, aber wir werden alles dafür tun, um noch nach Europa zu kommen."

Maximilian Eggestein: "Heute und morgen dürfen wir traurig sein. Man merkt es in der Kabine. Wir sind alle extrem traurig. Das tut einfach weh. Aber wir versuchen jetzt die positiven Dinge herauszuziehen. Am Freitag wollen wir weitermachen und unsere Ziele zu erreichen. Hoffentlich packen wir noch Platz sechs oder sieben."

Florian Kohfeldt: "Wir wollen mehr solcher Abende erleben, deshalb fangen wir direkt an, uns zu regenerieren und wollen am Samstag mit einem Sieg in Düsseldorf einen großen Schritt Richtung Europa gehen, damit die Lichter in Bremen wieder häufiger brennen."