"Gemischte Gefühle"

Die Stimmen nach dem Hannover-Spiel

Hatte gegen Hannover 96 auch einen Treffer auf dem Fuß: Yuya Osako (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 25.08.2018 // 19:32 Uhr

Von Yannik Cischinsky, Christoph Pieper und Patricia Folkerts

Theodor Gebre Selassie konnte sich nicht freuen. Fünf Minuten vor Schluss hatte der Rechtsverteidiger Werder einen Punkt gerettet. Für Gebre Selassie, so wie auch für die anderen Werder-Profis, einfach zu wenig. „Wir wollten unbedingt gewinnen“, sagte ein enttäuschter Torschütze. „Keinerlei Zufriedenheit“, konnte Davy Klaassen, der gegen Hannover 96 sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte, innerhalb des Teams feststellen. Und auch Cheftrainer Florian Kohfeldt trat mit „gemischten Gefühlen“ vor die Kameras: „Wir haben das Spiel bestimmt, aber uns hat der letzte Zug gefehlt. Kontrolle und Geduld habe ich festgestellt, das Tempo hat mir gefehlt", resümierte der Werder-Coach. WERDER.DE fasst die Stimmen nach dem 1:1-Unentschieden gegen Hannover 96 zusammen.

Zum Spielverlauf:

Kampf und Leidenschaft, aber der ersehnte Heimsieg blieb aus (Foto: nordphoto).

Niklas Moisander: „Es war ein intensives erstes Spiel. Wir sind besser gestartet, haben eine halbe Stunde das Spiel dominiert, ehe Hannover vor der Pause gute Chancen hatte. In der zweiten Halbzeit haben wir gedrückt, wollten unbedingt das Tor machen und kassieren genau in dieser Phase den Gegentreffer. Wir hatten alles unter Kontrolle, das sollte uns nicht passieren. Deshalb hat es am Ende leider nur zum 1:1 gereicht.“

Theodor Gebre Selassie: „Ich bin froh über mein Tor und das wir nicht verloren haben, aber das waren zwei verlorene Punkte. Wir sind enttäuscht, weil wir uns mehr vorgenommen hatten. Wir haben gesehen, dass wir uns Chancen erspielen können, wenn wir den Plan durchziehen. Nur leider ist uns das heute nicht in letzter Konsequenz gelungen.“

Davy Klaassen: „Es ist normal, dass wir zuhause gegen Hannover gewinnen wollen – bei allem Respekt für die Leistung der Gäste. Deshalb sind wir mit dem Unentschieden nicht zufrieden. Da sind alle im Team einer Meinung. Das Gegentor war äußerst ärgerlich, ein blöder Ball.“

Maximilian Eggestein: „Ich fand, dass wir gerade in der ersten halben Stunde ein gutes Spiel gemacht haben. Leider haben wir es nicht geschafft, die Chancen bis zum Ende auszuspielen. Dadurch haben wir Hannover wieder ins Spiel gebracht. Das ist uns in der zweiten Halbzeit besser gelungen.“

Florian Kohfeldt: „In Summe war es kein ungerechtes Remis gegen eine sehr gute Mannschaft. Defensiv haben wir abgesehen vom Tor gerade mal zwei Fernschüsse zugelassen. Das ist ein großes Kompliment an unsere Abwehrreihe, die das über weite Strecken super verteidigt hat. Das Gegentor war ein Abstimmungsfehler zwischen Kette und Sechser, aber es war auch der 40. Ball, den Hannover in diese Schnittstelle gespielt hat. Deshalb mache ich den Jungs keinen allzu großen Vorwurf. Am Ende haben wir die Ruhe bewiesen und den einen Punkt mitgenommen."

Zur Torausbeute:

Theodor Gebre Selassie: „In der finalen Phase hat uns die Präzision gefehlt. Unsere Abschlüsse hätten effektiver sein müssen. Wir hatten genug Chancen, um mehr als das eine Tor zu machen.“

Maximilian Eggestein: „Bei so vielen Chancen müssen wir das Spiel eigentlich gewinnen. Da darf man auch ein bisschen enttäuscht sein.“

Florian Kohfeldt: „In Summe waren es doch einige Chancen. Veljkovic im ersten Durchgang, Ludde, Osako und Pizarro gleich mehrfach. Da kommt schon einiges zusammen, auch wenn man in meinen Augen nicht das Gefühl hatte, dass in einer Phase des Spiels das Tor unbedingt hätte falle müssen.“

Zur Erwartungshaltung:

Kapitän Max Kruse musste angeschlagen ausgewechselt werden (Foto: nordphoto).

Theodor Gebre Selassie: „Das war definitiv kein Rucksack für uns. Wir haben genug Qualität im Team und wollten einfach gewinnen. Nervös waren wir aber überhaupt nicht und wir haben uns auch nicht mehr Druck gemacht als sonst.“

Maximilian Eggestein: „Das Ziel Europa war mit der Mannschaft besprochen. Ich bin überzeugt davon, dass wir das auch weiterhin schaffen können. Aber dieses Ziel ist keinerlei Druck gewesen. Es war das erste Spiel. Natürlich wollten wir den Heimsieg holen, das ist uns leider nicht gelungen, aber das hat nichts mit dem Ziel zu tun.“

Florian Kohfeldt: „Die Erwartungen an einen ersten Spieltag sind hoch, gerade auch wenn man bedenkt, dass wir zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in einem Auftaktspiel wieder ein Tor geschossen haben. Das nimmt man schon mit, aber nicht die Zielvorgabe, die wir diese Woche noch mal verkündet haben.“

Niklas Moisander: „Es gibt noch viel zu verbessern, aber wenn man etwas erreichen möchte, muss man seine Ziele hoch setzen. Das hat uns heute nicht beeinflusst. Die Bundesliga ist schwer, das ist allen klar. Da müssen wir an jedem Spieltag eine Top-Leistung bringen.“

Zu Verletzung von Max Kruse:

Florian Kohfeldt: „Er hat einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen. Schon in der Halbzeit ging es eigentlich nicht weiter, doch Max wollte die Zähne zusammenbeißen. Das rechne ich ihm hoch an, aber es ging nicht weiter. Der Muskel hat zugemacht und er konnte nicht mehr laufen. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres und er steht uns gegen Frankfurt zur Verfügung. Mit einer Prognose halte ich mich aber zurück, da müssen wir den morgigen Tag abwarten.“

Zur Einwechslung von Claudio Pizarro:

Florian Kohfeldt: „Wir haben gemerkt, dass die Tempoläufe über die Außen heute nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorgestellt haben und sind froh, dass wir mit einem Stürmertyp wie Claudio reagieren können. Mit ihm gab es eine Veränderung in unserem Spiel, wir sind besser in die Box gekommen.“