"Mutige Phasen", kein Ertrag

Applaus gab es für die Leistung des SV Werder, von Fans und Medien, aber keine Punkte (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 15.12.2018 // 22:00 Uhr

Aus Dortmund berichten Yannik Cischinsky und Christoph Pieper

Vor lobenden Worten konnten sich die Werderaner nach ihrem Auftritt in Dortmund kaum retten. Gegner, Journalisten, Fans - sie alle lobten die mutige Spielweise des SV Werder. Doch unter dem Strich blieb Werder ohne Punkte, 1:2 unterlagen die Grün-Weißen nach aufreibenden 98 Minuten. "In der Bundesliga zählen nur Punkte", konstatierte Cheftrainer Florian Kohfeldt nach dem Schlusspfiff. Doch der Werder-Coach sagte auch: "Wir haben immer auf Sieg gespielt und die Möglichkeiten waren da. Die Art und Weise war heute gut."

WERDER.DE fasst die Aussagen der Werder-Profis nach dem 1:2 in Dortmund wie gewohnt zusammen.

Zum Spielverlauf:

Max Kruse machte das 1:2, hatte die Möglichkeit zum Ausgleich und ärgerte sich über vergebene Chancen (Foto: nordphoto).

Maximilian Eggestein: „Ich glaube, beides wäre möglich gewesen – eine deutlichere Niederlage oder der Ausgleich für uns. Wir wollten eben nicht mauern, wir wollten mutig spielen, auch nach dem 0:2 weiter auf eigene Tore gehen. Wir hatten gute Chancen, haben diese aber nicht genutzt. Unter dem Strich sind wir zu oft in Konter gelaufen. Das wollten wir vermeiden, insbesondere nach eigenen Ecken.“

Max Kruse: „Wir brauchen nicht stolz sein, hier heute keinen Geleitschutz für eine Dortmunder Siegesserie gegeben zu haben. Wir wollten viel mehr. Und das wäre möglich gewesen. Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gezeigt, aber die entscheidenden Situationen nicht genutzt und zu viele Konter zugelassen.“

Nuri Sahin: „Ich schätze es sehr am Trainer, dass wir hier in Dortmund unser Spiel durchziehen und nicht den Bus parken. Es gibt Schöneres, als Leute wie Marco Reus oder Jadon Sancho mit Tempo auf sich zukommen zu sehen. Wir haben dagegen gehalten, ein ordentliches Spiel gemacht, über weite Strecken vernünftig verteidigt. Mit ein bisschen Glück nehmen wir einen Punkt mit und vermutlich fragt sich keiner, warum.“

Sebastian Langkamp: „Dortmund hat eine sehr stabile Mannschaft, die in dieser Saison lange oben stehen wird. Wir haben das zwischen den Linien gut gemacht, wollten dann später in der Raute weiter nach vorne verteidigen. Der Lucky Punch wäre heute schön gewesen, war uns aber nicht vergönnt. Uns fehlte teilweise die Cleverness. Ich glaube, wir hätten teilweise mehr wichtige Zweikämpfe gewinnen müssen.“

Frank Baumann: „Wir haben die gleiche Leidenschaft wie im Düsseldorf-Spiel gezeigt, aber zwei unnötige Gegentore kassiert, wenngleich Dortmund auch weitere Chancen hatte. Ich muss der Mannschaft und dem Trainerteam dennoch ein Kompliment aussprechen, weil wir mutig agiert haben, in dem Wissen wie gefährlich Dortmund mit Tempo ist. Wir haben über 90 Minuten einen Fight geliefert, aber es nicht geschafft, den Ausgleich zu erzwingen. Deshalb sind wir enttäuscht.“

Florian Kohfeldt: „Die Jungs haben ein gutes Spiel gemacht. Nach dem 0:2 hatten wir eine mutige Phase mit Torchancen. Wir haben immer auf Sieg gespielt und die Möglichkeiten waren da. Die Art und Weise war heute gut. Das Ergebnis natürlich nicht. Wir können und wollen uns nicht verstellen. Wir wollen auch hier in Dortmund mit dem Ball spielen und überlegen uns immer sehr genau, was und wie wir es machen."

Zur Tabellensituation:

Es war ein temporeiches und chancenreiches Spiel gegen Dortmund (Foto: nordphoto).

Max Kruse: „Andere Teams mit anderen Möglichkeiten haben das gleiche Ziel wie wir. Wir wissen doch, dass es kein Selbstläufer wird, sondern harte Arbeit und, dass kleinere Krisen dazugehören. Wir haben noch zwei Spiele und dann können wir Weihnachten ein Zwischenfazit ziehen.“

Nuri Sahin: „Ich bin ehrlich: Wir sind auf Schlagdistanz zu den Plätzen, auf die wir wollen. Unser Ziel ist nicht gefährdet. Jeder weiß was er zu tun hat. Wir wissen, wo wir Punkte liegen gelassen haben, darüber können wir uns ärgern, die müssen wir uns in der Rückrunde wiederholen. Aber ich bin sehr optimistisch aufgrund der aktuellen Situation. Wir haben viele junge Spieler in unseren Reihen, die dazu lernen. Am Ende des Jahres sehen wir, wo wir stehen.“

Florian Kohfeldt: "Wir werden unser Saisonziel nicht verändern. Wir wollen besser werden und müssen akzeptieren, dass Ergebnisse nicht immer dazu passen. Wir werden uns durch so ein Spiel weiterentwickeln.“

Zur Englischen Woche vor Weihnachten:

Maximilian Eggestein: „Wir sind enttäuscht, aber es bleibt nicht viel Zeit, um zurück zu blicken. Am Montag richtet sich der Blick auf Hoffenheim. Wir wollen beide Partien bis Weihnachten noch gewinnen.“

Sebastian Langkamp: „Wir müssen gut und schnell regenerieren und gegen Hoffenheim Zählbares holen.“

Frank Baumann: „Wir haben noch zwei Spiele, unter anderem gegen Hoffenheim, die wir in der Tabelle überholen können. Das ist unser Ziel für das Spiel am Mittwoch.“

Florian Kohfeldt: „Auch wenn hier in Dortmund eine tolle Atmosphäre herrscht, freue ich mehr auf das Weser-Stadion. Das ist etwas Besonderes. Da wollen wir am Mittwoch auf jeden Fall gewinnen, mit allen weiteren Details zum Gegner beschäftigen wir uns in den kommenden Tagen.“