Pizarro kann's nicht lassen – Doppelpack & zwei Assists beim 5:2 über Meppen

Werder entscheidet Testspiel gegen den Drittligisten für sich

Bestens aufgelegt. Yuya Osako bedankt sich bei Claudio Pizarro für die Torvorlage zum zweiten Bremer Treffer (Foto: Nordphoto).
Profis
Samstag, 08.09.2018 // 17:04 Uhr

von Maximilian Hendel

Überaus torreich entschied der SV Werder sein zweites Testspiel im Rahmen der aktuellen Länderspielpause für sich. Gegen Drittligist SV Meppen schraubten die Grün-Weißen das Ergebnis im Schlussakkord noch auf 5:2 (2:0). Allen voran Angreifer Claudio Pizarro machte dabei vor 2.524 Zuschauern im Cloppenburger pk-Sportpark auf sich aufmerksam. Der Peruaner war an vier Treffern direkt beteiligt. Er schnürte einen Doppelpack (4., 90.) und legte zudem für Yuya Osako (18.) sowie Josh Sargent (82.) auf. Ebenso traf U19-Akteur Pascal Hackethal nach Vorlage von Davy Klaassen (76.). Für die Meppener konnte der eingewechselte Deniz Undav zwischenzeitlich zwei Mal verkürzen (60., 79.).

Aufstellung und Formation: Drei personelle Wechsel in der Startaufstellung nahm Cheftrainer Florian Kohfeldt im Vergleich zum vorherigen Testspiel am vergangenen Dienstag vor. Der 18-jährige A-Junior Henry Rorig durfte in der Viererkette den Rechtsverteidiger geben, zudem begann Abwehrchef Niklas Moisander auf seiner Stammposition als linker Innenverteidiger an der Seite von Sebastian Langkamp. Auf der linken Außenbahn verteidigte Thore Jacobsen. Im Tor stand erneut Luca Plogmann. Für den verletzten Kevin Möhwald rutschte Angreifer Yuya Osako an die Seite von Davy Klaassen auf eine Halbposition im Dreier-Mittelfeld, das zentral wiederum von Nuri Şahin gelenkt werden sollte. Den dadurch frei gewordenen Platz in der vordersten Position neben Josh Sargent und dem leicht versetzt agierenden Kapitän Max Kruse übernahm Claudio Pizarro.
 

Blackout der Meppener Defensive ebnet dem SVW den Weg

Claudio Pizarro ist hellwach und grätscht den SVW zur frühen Führung (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

5. Min.: TOOOOR, 1:0 für den SVW, Claudio Pizarro. Meppens Schlussmann Domaschke muss machtlos mitansehen, wie durch einen kapitalen Abstimmungsfehler im Spielaufbau der Ball urplötzlich frei durch seinen Strafraum kullert, was Pizarro clever erspäht hat und die Kugel aus wenigen Metern ins verwaiste Tor grätscht.

12. Min.: Şahin lässt sich in ungünstiger Position zentral in der Bremer Hälfte den Ball stibitzen, Wegner legt daraufhin für Leugers in den Lauf, doch Plogmann macht die kurze Ecke dicht und wehrt diese große Meppener Chance gut ab.

18. Min.: TOOOOOR, 2:0 für den SVW, Yuya Osako. Kruse hebt eine Freistoßflanke von links in den Strafraum, Pizarro ist am langen Pfosten hellwach, hält den Ball kurz vor dem Aus am Leben und spielt quer, wofür sich Osako mit einem Abstauber bedanken darf.

28. Min.: Glück für die Grün-Weißen, dass der Kopfball eines Meppeners nach einem scharfen Freistoß nur den Querbalken touchiert. Zweite gute Gelegenheit für den SVM.

36. Min.: Pizarro, umkreist von drei Gegenspielern, kommt über halbrechts im Strafraum trotzdem zum Abschluss, aber Domaschke entschärft den druckvollen Flachschuss des Angreifers am kurzen Pfosten.

39. Min.: Meppen kombiniert sich über die rechte Seite gefällig bis auf die Grundlinie, doch Langkamp klärt den folgenden Rückpass, bevor es erst richtig gefährlich werden konnte.

45. + 1 Min.: Halbzeitpfiff in Cloppenburg. Werder geht mit zwei Toren Vorsprung in die Kabine.

Scheibenschießen in der Schlussviertelstunde

Auch Pascal Hackethal reihte sich in die Bremer Torschützenliste ein (Foto: Nordphoto).

51. Min.: Kruse und Klaassen leiten für Josh Sargent ein, der den Ball halbrechts im Strafraum bestens aufgelegt bekommt; sein anschließender Flachschuss gerät zwar scharf, jedoch etwas zu unplatziert – der zur Pause eingewechselte Torwart Gies kann mit einer Fußabwehr klären.

60. Min.: TOR, 1:2-Anschluss des SVW, Denniz Undav. Meppen kommt wieder heran, weil die Grün-Weißen auf der eigenen linken Defensivseite eine Flanke genauso wenig verhindern wie den folgenden Kopfball von Undav, der im Netz landet.

70. Min.: Erneut lassen die Bremer ihre Gegner über die linke Abwehrseite gewähren; der Ball kommt flach nach innen, wo es Torschütze Undav aus 14 Metern direkt probiert, doch Plogmann ist ganz schnell unten und pariert sehenswert.

76. Min.: TOOOOOOR, 3:1 für den SVW, Pascal Hackethal. Na, da hat sich der Ausflug zu den Profis doch glatt ausgezahlt. U19-Akteur Pascal Hackethal veredelt technisch hochwertig einen schnell ausgespielten Konter, indem er Klaassens lang gezogene Vorlage in einer Bewegung mit links unter Kontrolle bringt und aus der Luft ins lange Eck legt.

78. Min.: Der SVM versucht, direkt wieder heranzukommen. Wagner geht nach einer Flanke von der rechten Seite volles Risiko und drischt den Ball am langen Pfosten aus Nahdistanz volley knapp drüber.

79. Min.:  TOR, 2:3 des SVM, Deniz Undav. Kaum 60 Sekunden später ist es dann doch passiert. Erneut verkürzt Undav, diesmal drückt er eine Eingabe von der linken Seite volley in die Maschen.

82. Min.: TOOOOOOR, 4:2 für den SVW, Josh Sargent. Feine Kombination zwischen dem Sturmduo Pizarro und Sargent, an deren Abschluss der US-Boy kaltschnäuzig vollendet.

90. Min.: TOOOOOOOR, 5:2 für den SVW, Claudio Pizarro. Was ist denn hier auf einmal los?! Werders Rekordtorschütze setzt aller Voraussicht nach den Schlusspunkt unter eine wilde Schlussviertelstunde, in der noch einmal vier Tore gefallen sind. Problemlos köpft Pizarro eine butterweiche Hereingabe von der rechten Seite aus ins Netz.

90. + 1 Min.: Abpfiff durch Schiri Bokop.

 

Fazit: Mithilfe des folgenschweren Bocks der Meppener Hintermannschaft konnten die Grün-Weißen den Test frühzeitig ergebnistechnisch positiv gestalten. Wenn es dabei offensiv gefährlich wurde, war in den allermeisten Fällen der emsige Claudio Pizarro mit von der Partie, der die Meppener Defensive wiederholt in ärgste Bredouille brachte. Für seinen großen Aufwand belohnte sich der Peruaner mit Tor und Vorlage. Dabei sollte es später nicht bleiben. Im Anschluss an diesen perfekten Start hielt der SVW durchweg die Spielkontrolle, ließ Ball und Gegner über weite Strecken der Zeit souverän laufen, streute gute Spielverlagerungen ein, befreite sich kombinationsstark auch aus gelegentlichen Meppener Pressingversuchen nah am Bremer Strafraum. Das Tempo der ersten 20 Minuten ließen sie jedoch Stück für Stück etwas schleifen. Zudem schlich sich Mitte des zweiten Durchgangs vermehrt Passivität ein, was der Drittligist mit dem unnötigen Anschlusstreffer bestrafte. Allerdings blieben die Bremer im Angriff treffsicher. Die Schlussviertelstunde behielt den Zuschauern dann noch ein regelrechtes Scheibenschießen vor, bei dem Hackethal, Sargent und wiederum Pizarro – nach Undavs kurzzeitig erneutem Anschluss – das Ergebnis noch in die Höhe schraubten.
 

Stenogramm

Werder Bremen: Plogmann – Rorig, Langkamp, Moisander (64. Dettki), Jacobsen – Şahin (73. Carneiro Alves), Klaassen, Osako (46. Engelhardt) – Kruse (64. Hackethal), Sargent, Pizarro

SV Meppen: Domaschke (46. Gies) – Jesgarzewski (64. Deters), Vidovic, Komenda, Amin – Leugers (64. Demaj), von Haacke – Kleinsorge, Kremer (64. Ballmert), Posipal – Wegner

Schiedsrichter: Franz Bokop (Vechta)

Tore: 1:0 Pizarro (5.), 2:0 Osako (18.), 2:1 Undav (60.), 3:1 Hackethal (76.), 3:2 Undav (79.), 4:2 Sargent (82.), 5:2 Pizarro (90.).

pk-Sportpark in Cloppenburg: 2.524 Zuschauer