Klaassen: „Ich fühle mich wie zu Hause“

Davy Klaassen ist von den Bedingungen in Südafrika begeistert (Foto: nordphoto).
Profis
Montag, 07.01.2019 // 16:02 Uhr

Im Trainingslager geht es darum, den Grundstein für die nahe Zukunft zu legen. Doch die Winterpause bietet auch die Gelegenheit, zurückzublicken. Nach einem halben Jahr bei Werder ist für Davy Klaassen die Zeit gekommen, seine erste Halbserie zu resümieren. Im Interview erklärt der 25-Jährige, warum er das Weihnachtsfest in Bremen gefeiert hat, woher die offensichtliche Identifikation mit Werder kommt und über die Rolle, die er im Spiel des SVW einnimmt.

WERDER.DE: Starten wir mit dem Aktuellen, dem Trainingslager in Südafrika. Wie gefallen dir die Rahmenbedingungen und die Gegend?

Davy Klaassen: „Es ist wirklich sehr schön hier. Hier herrschen komplett andere Bedingungen als in Bremen. Der Platz ist anders als in Europa. Er ist etwas kürzer, aber er fühlt sich gut an. Dazu ist das Wetter schön warm, die Gewitter an den letzten beiden Tagen mal ausgenommen, und die Erfahrungen hier in der Höhe werden uns in Bremen weiterhelfen.“

WERDER.DE: Ist das der schönste Teil in der Winterpause - verreisen und etwas anderes sehen als den Trainingsplatz in Bremen?

Davy Klaassen: „Ja. Zunächst einmal ist es immer gut als Team über eine Woche lang Tag und Nacht beisammen zu sein. Das führt zwangsläufig zu einem ganz anderen Zusammenhalt, einem anderen Teamspirit. Du lernst die Mannschaftskollegen besser kennen. Das ist gut für mich, da ich im Grunde genommen noch nicht so lange dabei bin. Und außerdem ist es etwas Besonderes für mich, in diesem Jahr hier zu sein, einen anderen Teil der Welt zu sehen. Deswegen bin ich sehr glücklich, die zehn Tage in Südafrika zu verbringen.“

Klaassen wurde in kürzester Zeit wichtiger Bestandteil im Spiel von Florian Kohfeldt (Foto: nph).

WERDER.DE: Lass uns über die Hinrunde reden. Ihr seid Zehnter mit aktuell 22 Punkten auf dem Konto. Bist du zufrieden mit diesem Zwischenstand?

Davy Klaassen: „Nein, nicht wirklich. Wir hätten deutlich mehr Punkte auf unserem Konto haben können. Wir haben zu viele kleine individuelle Fehler gemacht, die uns einen besseren Tabellenplatz gekostet haben.“

WERDER.DE: Du hast dich als Neuzugang relativ schnell in die Mannschaft eingefunden. Wie sehr bist du mit deiner persönlichen Leistung bisher zufrieden?

Davy Klaassen: „Wir sind als Mannschaft sehr gut in die Saison gestartet. Ich habe mich da echt wohl auf dem Platz gefühlt. Danach haben wir einige Niederlagen hinnehmen müssen und auch meine Leistung war nicht immer gut. Ich bin daher nicht zufrieden, aber ich bin nie zufrieden mit meinen Leistungen. Es gibt noch viel zu verbessern. Ich traue mir zu, dass meine Leistungen wieder besser werden.“

WERDER.DE: Bei Werder übernimmst du viele Aufgaben der Achter-Position. Wie froh bist du über diese Rolle?

Davy Klaassen: „Ehrlich gesagt bin sehr froh darüber. Das gehört zu meinem Spielstil dazu, wie ich hier grade spiele. Ich habe bei Ajax diese Rolle auch gehabt, vielleicht war sie noch ein bisschen offensiver ausgeprägt. Bei Werder habe ich viele Freiheiten, offensiv wie defensiv. Damit fühle ich mich sehr wohl.“

Wir wollen immer den Ball haben, wir wollen selbst agieren und nicht abwarten.
Davy Klaassen

WERDER.DE: Es wirkt, als passe die Art und Weise, wie Werder spielt, perfekt zu dir…

Davy Klaassen: „Das stimmt. Wir wollen immer den Ball haben, wir wollen selbst agieren und nicht abwarten. Das ist der Grund, warum ich mich so wohlfühle. Ich habe gerne den Ball.“

WERDER.DE: Was ist schöner - eine erfolgreiche Grätsche, bei der man vom Gegner den Ball erobert oder ein öffnender Pass, der dem eigenen Team eine völlig neue Spielsituation eröffnet?

Davy Klaassen (lacht): „Das ist beides ein schönes Gefühl! Es kommt immer auf die Situation an. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre das eher der öffnende Pass.“

Fühlt sich im Weser-Stadion heimisch: Davy Klaassen (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Blicken wir voraus. Zu Beginn der Rückrunde erwarten euch Hannover und Frankfurt. Vor allem die Eintracht ist schwer zu schlagen. Wie denkst du über diese beiden schwierigen Spiele?

Davy Klaassen: „Ich denke, wir müssen beide Spiele gewinnen - vor allem gegen Hannover 96, da sie im Tabellenkeller stehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir die bessere Mannschaft sind. Frankfurt ist in der Hinrunde nicht gut so gut gestartet, aber dann immer stärker geworden. Wenn wir unsere ambitionierten Ziele, die internationalen Plätze, erreichen wollen, müssen wir diese Spiele gewinnen.“

WERDER.DE: Du hast Weihnachten mit deiner gesamten Familie in Bremen gefeiert. Wie heimisch fühlst du dich an der Weser?

Davy Klaassen: „Ich fühle mich sehr heimisch, eigentlich wie zu Hause. Ich bin in letzter Zeit nicht mehr so oft in den Niederlanden. Meine Familie kommt mich häufig in Bremen besuchen, da es ja nicht so weit entfernt ist. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen.“

WERDER.DE: Wenn man deine Interviews liest, dich beispielsweise im Quiz auf YouTube sieht, wirkt es, als würdest du dich sehr mit Werder identifizieren. Der Eindruck trügt nicht, oder?

Davy Klaassen: „Nein. Ich fühle mich sehr wohl hier und glaube, dass ich keine guten Leistungen bringen kann, wenn ich keine enge Bindung zu dem Verein habe…“

 

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