Fritz: "Absolutes Neuland für mich"

Clemens Fritz ist in neuer Funktion mit ins Trainingslager gereist, als Trainee (Foto: nordphoto).
Interview
Samstag, 14.07.2018 // 12:35 Uhr

Das Interview führte Felix Ilemann

Ein kurzer Plausch mit dem Cheftrainer, Autogramme für die Werders und jede Menge Handshakes mit den ehemaligen Teamkollegen. Clemens Fritz ist im Zillertal angekommen. Für den ehemaligen Werder-Kapitän ist es ein Trainingslager-Besuch in völlig neuer Funktion. Als Trainee sammelt Fritz wertvolle Erfahrungen. Für WERDER.DE gbt er in einem Kurzinterview einen Überblick, worum es für ihn während der Tage in Zell am Ziller geht.

WERDER.DE: Willkommen im Zillertal, Clemens. Hat dich die Sehnsucht nach dem Trainingsplatz gepackt?

Clemens Fritz: „Nein, gar nicht (lacht). Ich genieße es, die Einheiten mal aus einer anderen Perspektive verfolgen zu können und stehe gerne am Spielfeldrand.“

WERDER.DE: Du hast also keine Lust, dich von früh bis spät zu quälen...

Clemens Fritz: „Das habe ich lange genug mitgemacht, da scharre ich nicht mehr mit den Hufen. Ich weiß, was die Jungs hier leisten müssen, wie anstrengend das ist, aber auch wie wichtig für die gesamte Saison.“

Wiedersehen unter Ex-Teamkollegen: Martin Harnik und Clemens Fritz (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Worauf liegt stattdessen dein Hauptaugenmerk bei diesem Besuch?

Clemens Fritz: „Die Zillertal-Reise ist perfekt für mich, um in wenigen Tagen viele wertvolle Eindrücke zu sammeln. Alle Bereiche rund um die Bundesliga-Mannschaft findet man hier komprimiert. Für mich geht es auf der einen Seite darum, wichtige Trainingseinblicke zu bekommen, und auf der anderen Seite sind einige wichtige Sponsoren dabei, mit denen wir Workshops veranstalten. Darin geht es um die Ausrichtung des Unternehmens in jeglicher Hinsicht und um Pläne für die Zukunft.“

WERDER.DE: Wie hast du dich in deine neue Rolle als Trainee eingefunden?

Clemens Fritz: „Die Umstellung vom Spieler zum Trainee ist mir gar nicht so schwergefallen, wie von vielen prognostiziert. Mir wurde ja immer vorgehalten: ‚Du musst morgens viel früher raus‘ und ‚die Arbeitszeiten sind so viel länger‘. Das ist zwar in der Tat so, aber es sind sehr vielseitige und spannende Einblicke, die ich bekomme. Ich war viel mit dem Scouting unterwegs und war mit der internen Umstrukturierung konfrontiert. Frank Baumann nimmt mich in diesen Bereichen viel mit. Es sind viele neue Themen, aber auch Fragen, zu denen ich eine klare Meinung habe, da ich nicht erst seit gestern im Verein bin.“

Ich bin sehr glücklich, dass ich so viel von unserer Tochter miterleben darf
Clemens Fritz

WERDER.DE: Gibt es Dinge, die hinter den Kulissen ganz anders ablaufen, als du sie dir während deiner aktiven Zeit vorgestellt hast?

Clemens Fritz: „Sicherlich. Um als Beispiel mal bei den Scouts zu bleiben: Man denkt vordergründig vielleicht, dass die zum Auswärtsspiel fahren, sich die 90 Minuten auf dem Rasen entspannt angucken und sonst ein wenig Sightseeing in der Stadt machen. Aber das Aufgabengebiet der Jungs hat es definitiv in sich. Allein die ständige Reiserei, die stundenlange Vor- und Nachbereitung der Spiele, die Berichte für Spieler und Trainerteam. Das war für mich absolutes Neuland. Und so ist das in vielen Aufgabenfeldern rund um die Mannschaft, in die man als Spieler keinen allzu großen Einblick hat.“

WERDER.DE: Privat gab es für dich im Sommer ebenfalls ein Highlight…

Clemens Fritz: „Ja, definitiv. Alena und ich sind bekanntlich seit letztem Sommer verheiratet, haben aber noch einmal im engsten Kreis gefeiert. Das war sehr schön. Wir wollten keine Riesenveranstaltung und das ist uns auch gelungen. Zudem bin ich wirklich sehr glücklich, dass ich so viel von unserer Tochter miterleben darf.“