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Zum 68. Geburtstag: Dieter Burdenskis Karriere bei Werder

Werders Rekord-Bundesligaspieler Dieter Burdenski feiert am Montag seinen 68. Geburtstag (Foto: nordphoto).
Profis
Montag, 26.11.2018 // 14:55 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Keiner stand häufiger im Werder-Tor, niemand bestritt mehr Partien für den SVW: Dieter Burdenski ist nicht nur Rekordspieler der Grün-Weißen, als siebter Ehrenspielführer des Vereins wurde dem Deutschen Meister von 1987/88 auch ganz eine besondere Ehre zuteil. Am heutigen Montag feiert „Budde“, wie ihn Mitspieler und Fans gerne rufen, seinen 68. Geburtstag. WERDER.DE gratuliert herzlich und blickt auf eine in vielen Facetten kuriose Vita zurück.

444. Eine Zahl, die wohl den meisten Werder-Fans ein Begriff ist. 444 Mal stand Burdenski für seinen SVW in der Bundesliga zwischen den Pfosten - bis heute Rekord. Dabei zog es den Keeper in jungen Jahren zunächst in die Heimatstadt seines Vaters, Herbert Burdenski, selbst Nationalspieler und auch Werder-Akteur in den frühen 50er-Jahren. In Gelsenkirchen, bei Schalke 04, begann „Buddes“ Bundesliga-Laufbahn, die zunächst allerdings von der „gekauften“ 0:1-Niederlage der Königsblauen gegen Arminia Bielefeld, bei der Burdenski im Tor stand, erschüttert wurde und erst nach dem Wechsel an die Weser richtig Fahrt aufnahm.

2005/06 wurde Dieter Burdenski der Titel "Ehrenspielführer" verliehen (Foto: nordphoto).

1973/74, in seiner zweiten Saison beim SVW und die viereinhalbmonatige Sperre aufgrund des Schalke-Skandals abgesessen, wurde Burdenski Nummer eins – und verpasste in 13 Erstliga-Spielzeiten gerade einmal fünf Partien. 155 Spiele hintereinander hütete er zwischenzeitlich den Kasten. An der Weser erlebte Burdenski „Jahre voller Frust“, aber auch den Schritt zurück an die nationale Spitze. Bittere 93 Mal musste der Schlussmann hinter sich greifen, als Werder 1979/80 zum einzigen Mal in der Vereinsgeschichte abstieg. Nie wieder kassierte ein Bundesliga-Keeper so viele Gegentore innerhalb einer Saison und doch bescherte ihm die verkorkste Spielzeit das einzige Profi-Tor seiner Karriere. Ein Elfmeter, der nicht für Zählbares bei der 2:3-Niederlage gegen Stuttgart reichte (die Highlights bei WERDER.TV).

Das Duell vom Punkt zieht sich wie ein roter Faden durch den Lebenslauf des Werderaners. Vater Heribert erzielte einst per Elfmeter das erste deutsche Länderspieltor nach dem Zweiten Weltkrieg (1950), 20 Jahre später entschied Sohn Dieter mit zwei Paraden das allererste Elfmeterschießen in Deutschland. „Etwas Besonderes“ für den damals 20-Jährigen Schalke-Keeper im Duell mit Zweitligist VfL Wolfsburg.

Unter Otto Rehhagel zählte Burdenski zu den Säulen. In den 80ern nach dem Wiederaufstieg wurde Werder dreimal Vize-Meister. Ein Meistertitel war Burdenski aber erst im letzten Jahr seiner Laufbahn vergönnt, in dem er der neuen Nummer eins, Oliver Reck, den Rücken frei hielt.

Und doch sollte die Karriere des außergewöhnlichen Torhüters noch einige kuriose Anekdoten parat halten. Im Alter von 37 machte er als ältester Debütant in Schwedens erster Liga seine einzige Partie für AIK Solna, weitere zwei Jahre später stand er in der Eredivisie für Vitesse Arnheim auf dem Platz. Noch erstaunlicher: Im annähernd biblischen Alter von 49 hütete Burdenski bei einem der damals noch populären Hallenturnieren das Tor, mit 51 Jahren sprang er - angestellt als Torwarttrainer - bei Werders Amateuren, der heutigen U 23, für den gesperrten Borel und die verletzten Ersatzmänner Walke und Olschewski ein. "Ich bin noch immer in Form und Europas bester Torhüter meiner Altersklasse", witzelte Burdeski vor dem Drittliga-Spiel, das dann doch mit 1:3 in Chemnitz verloren ging. 

Zu seinem Abschied aus dem aktiven Geschäft wurde der umtriebige Burdenski, der bis heute ein Sportgeschäft in Bremen sowie eine Eventagentur betreibt, mit den Worten zitiert: "Geld ist wichtig, aber es ersetzt nicht eine tolle Stadt, liebe Freunde und einen intakten Verein." Bis heute schlägt das Herz Burdenskis grün und weiß. Herzlichen Glückwunsch!