Mit erhobenem Haupt

Stimmen zur Partie gegen Leipzig

Werder und RB Leipzig lieferten sich ein intensives, abwechslungsreiches Spiel (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 25.11.2017 // 19:02 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Niklas Behrend

Die Stimme hatte Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt bei den Interviews in der Mixed-Zone nach der Partie gänzlich verlassen. „Ich habe sie irgendwo zwischen den lauten Werder-Fans und dem Platz verloren. Das ist aber nicht so schlimm, mehr ärgere ich mich, dass wir das Spiel verloren haben“, so Kohfeldt. Heiser versuchte der Bremer Coach seine Gefühlslage nach dem unglücklichen 0:2 bei RB Leipzig in Worte zu fassen. Die Grün-Weißen hatten gegen den Tabellenzweiten lange gut mitgespielt, mutig agiert – und am Ende doch verloren.

„Es war ein sehr enges, intensives Spiel, bei dem wir einen Punkt verdient gehabt hätten. Aber wir haben die ordentliche Leistung nicht in Punkte umgemünzt, deshalb bin ich nicht zufrieden.“ Auch bei Kohfeldts Schützlingen herrschte im Anschluss an intensive 90 Minuten in Leipzig Unzufriedenheit über verpasste Zähler und ungenutzte Chancen. Dennoch reisen die Bremer mit „erhobenem Haupt“ zurück an die Weser, zurecht.

WERDER.DE fasst die Stimmen nach dem 0:2 in Leipzig zusammen.

Zum Spielverlauf:

Fin Bartels und Co. schnupperten zwischenzeitlich am Ausgleich (Foto: nordphoto).

Fin Bartels: „Zwischendurch waren wir sehr nah dran. Wer weiß, was passiert wäre, wenn wir da das Tor machen. Wir können mit der Leistung in vielen Bereichen zufrieden sein, aber am Ende machen sie ihre Chancen und wir heute nicht. So stehen wir am Ende mit leeren Händen da. Das ist enttäuschend.“

Maximilian Eggestein: „Wir können den Platz erhobenen Hauptes verlassen. Wir haben uns sehr viel vorgenommen und an das letzte Auswärtsspiel in Frankfurt angeknüpft. Das war heute eine andere Ausgangslage als gegen Hannover. Da konnten wir das Spiel machen, heute hatten wir zwar durchaus auch Phasen, in denen wir dominant waren, aber Leipzig eben auch. Es war heute sehr lange ein offenes Spiel, wir haben gut dagegen gehalten. Viele Aspekte waren heute gut, umso bitterer ist es, ohne Punkte nach Hause zu fahren.“

Thomas Delaney: „Für mich war es kein typisches Spiel zwischen einem Spitzenteam und einem Kellerkind. Ich finde, wir haben eine gute Rolle gespielt. Es ging nicht darum, den Bus vor dem eigenen Tor zu parken. Wir haben mitgespielt, viele gute Momente gehabt und Leipzig vor einige Aufgaben gestellt. In meinen Augen haben beide Teams ungefähr gleich viele Chancen herausgespielt, aber eine Niederlage bleibt eine Niederlage.“

Ludwig Augustinsson: „Wir haben mutig agiert, umso enttäuschender ist das 0:2. Beide Gegentore waren sicherlich unglücklich, aber sie fallen zu einfach. Unter dem Strich waren wir nicht gut genug.“

Florian Kohfeldt: „Ich habe gegen einen Champions-League-Teilnehmer über 90 Minuten ein gutes Spiel von uns gesehen. Wir haben Ballgewinne dort geholt, wo wir wollten, Räume besetzt, Kombinationsfußball gezeigt. Wir wollten aber punkten, das ist uns nicht gelungen, weshalb wir alle enttäuscht sind.“

Frank Baumann: „Wir waren gut auf Leipzig eingestellt. Es war unser Ziel, kompakt zu stehen, uns aber aus dem Gegenpressing zu befreien und so Räume zu öffnen. Das ist uns immer wieder gelungen. Wir haben gute Aktionen mit Ball gehabt, Lösungen im Umschaltspiel nach vorne gefunden, aber unsere Konter nicht vernünftig zu Ende gespielt. Die Mannschaft kann erhobenen Hauptes vom Feld gehen. Sie hat mutig agiert, hat 121 Kilometer unter großem Tempo zurückgelegt. Nach 90 Minuten steht dennoch kein zusätzlicher Punkt auf unserem Konto und Punkte sind das, was wir momentan brauchen.“

Zur Chancenverwertung:

Führte immens viel Zweikämpfe: Maximilian Eggestein (Foto: nordphoto).

Maximilian Eggestein: „Gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir viele gute Phasen, waren sehr gefährlich im letzten Drittel. Da hat man gesehen, wie mutig wir sind. Am Ende sind wir leider dennoch ohne Torerfolg geblieben.“

Max Kruse: „Am Ende interessiert es keinen, wer mehr Chancen hatte oder das bessere Team war. Es zählt nur, wer gewinnt. Letzte Woche war quasi jeder Schuss ein Treffer, heute eben nicht."

Florian Kohfeldt: „Nach dem Hannover-Spiel haben alle von unserer Effektivität geschwärmt, deshalb sehe ich in der Chancenverwertung kein grundsätzliches Problem, das sich durchzieht. Dennoch müssen wir daran arbeiten, unsere Möglichkeiten konsequenter zu nutzen. Es wird Partien geben, in denen wir keine sechs, sieben Großchancen bekommen wie heute. Da muss der erste oder zweite Schuss auch mal drin sein.“

Frank Baumann: „Heute hat nicht geklappt, was letzte Woche hervorragend funktioniert hat. Nächstes Wochenende kann es ebenso wieder gut klappen.“

Zur aktuellen Tabellensituation und den kommenden Aufgaben:

Maximilian Eggestein: „Wir haben heute keine Punkte geholt. Nächste Woche haben wir ein Heimspiel gegen Stuttgart, das wollen wir dann unbedingt gewinnen.“

Fin Bartels: „Wir müssen mit der gleichen Energie weiterarbeiten, weiter an uns glauben. Wir sind auf einem guten Weg und nächste Woche gegen Stuttgart haben wir die nächste Chance.“

Thomas Delaney: „So direkt nach dem Spiel hängt der Kopf. In den nächsten zwei, drei Tagen werden wir die heutige Partie aufarbeiten und uns vor Augen führen, was wir mitnehmen können. Stuttgart tritt komplett anders auf, da werden wir körperlich noch intensiver gefordert sein. Gegen den VfB müssen wir mit allem was wir haben dagegen halten.“

Frank Baumann: „Wenn wir weiter so spielen wie heute, werden wir punkten. Bis Weihnachten müssen wir das auch, vor allem in den Heimspielen. Da wir bisher so viel liegen gelassen haben, sollten dazu noch einige Auswärtszähler, bei Dortmund oder Leverkusen, kommen.“