Wenn die Leichtigkeit fehlt...

Stimmen zum Spiel gegen die "Geißböcke"

Max Kruse feierte gegen den FC sein Comeback, aber leider keinen Sieg (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 22.10.2017 // 17:30 Uhr

Von Yannik Cischinsky und Niklas Behrend

Wieder kein Tor, wieder kein Sieg. Auch wenn der SV Werder nach dem torlosen Unentschieden beim Schlusslicht in Köln immerhin einen Zähler mitnehmen kann, bleibt der erhoffte Befreiungsschlag aus. Bei den Beteiligten war im Anschluss an die Partie alles andere als Zufriedenheit auszumachen, dabei wurde nach der Chancenflut der letzten zehn Minuten immerhin die noch schmerzhaftere Niederlage verhindert. 

WERDER.DE fasst die Stimmen zum Auswärtsspiel beim 1. FC Köln im Folgenden zusammen.

Zum Spielverlauf:

Zlatko Junuzovic hatte sich sein Comeback in der Startelf anders vorgestellt (Foto: nordphoto).

Maximilian Eggestein: „Der Druck war sehr hoch und wir haben nicht gut ins Spiel gefunden. Natürlich war der Formationswechsel eine Umstellung, aber das hat im Verlauf des Spiels immer besser gegriffen. Die letzten 20 Minuten war es ein total offenes Spiel, das beide unbedingt gewinnen wollten. Wir hatten Glück, gleichzeitig aber auch genug Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden. Da hat man gut gesehen, woran es beiden Teams aktuell fehlt. Wir sind enttäuscht, dass es wieder nicht für einen Sieg gereicht hat.“

Zlatko Junuzovic: „In der ersten Halbzeit waren beide sehr bemüht, kein Tor zu kassieren. Es war ein unansehnlicher Durchgang mit viel Kampf, vielen langen Bällen. Die zweite Halbzeit war unterhaltsamer, eine offene Partie, in der es hin und her ging. Wir trauern den Chancen nach. Man hat gesehen, dass die letzte Überzeugung gefehlt hat, den Lucky Punch noch zu setzen, den Ball über die Linie zu drücken. Der Ball wollte nicht über die Linie.“

Max Kruse: „So ist das, wenn man unten drin steht. Beide Mannschaften waren angeschlagen und dann will der Ball manchmal einfach nicht rein. Wir haben unsere Chancen wieder nicht genutzt, darüber ärgern wir uns.“

Florian Kainz: „Wir sind natürlich enttäuscht, denn wir wollten unbedingt gewinnen. Wir haben heute auch gute Ansätze gehabt, gute Aktionen und uns auch gute Chancen erarbeitet. So eine wie die von Thomas hüpft wahrscheinlich rein, wenn du mehr Punkte hast. Allerdings muss man auch sagen, dass die Kölner gute Möglichkeiten hatten, deswegen ist die Partie für mich gerade noch nicht so leicht einzuordnen."

Frank Baumann: „Beide Teams hatten schlechtere Phasen in diesem Spiel. Wir haben einfach zu viele unnötige Ballverluste im Mittelfeld gehabt, durch die wir die Kölner gefährlich vor unser Tor haben kommen lassen. Das war kein ansehnliches Spiel.“

Alexander Nouri: „Ich denke, wir sind sehr gut in die Partie gestartet. Danach hat man gemerkt, dass die Leichtigkeit fehlt in unserer aktuellen Situation. Es gab einige Fehlpässe und viel Kampf. Unterm Strich denke ich, es war genau die Partie, die aller erwartet haben. Ein Spiel mit sehr viel Leidenschaft und Wille. Ich denke, wir haben 90 Minuten alles füreinander gegeben und uns gute Möglichkeiten herausgespielt. Es ist bitter, dass wir uns dann nicht belohnen und so ein Kopfball wie der von Thomas geht normalerweise auch rein."

Zur Punkteausbeute:

Jiri Pavlenka konnte zahlreiche Torschüsse abwehren (Foto: nordphoto)

Zlatko Junuzovic: „Die Punkteteilung ist gerecht, der Zähler reicht aber für beide Teams nicht. Wir brauchen nicht groß reden, sondern müssen unserer Selbstvertrauen wiederholen und weiter geschlossen auftreten.“

Max Kruse: „Natürlich wächst das Selbstvertrauen nach neun sieglosen Spielen nicht in den Himmel und man wird schlecht geredet, aber davon dürfen wir uns nicht beeinflussen lassen. Dafür sind wir Fußball-Profis. Man kann viel reden, aber am Ende müssen wir alle einfach unsere Leistung auf den Platz bringen."

Florian Kainz: „Wir sind nicht glücklich, wir wollten hier gewinnen. Vorab haben wir einiges verändert. Wir haben mit einer anderen Grundordnung gespielt und viel gegeben. Wir nehmen den Punkt jetzt mit. Wichtig ist, dass jeder Einzelne weiter an sich glaubt. Dann werden wir auch belohnt."

Alexander Nouri: „Wir sind mit dem Punkt überhaupt nicht zufrieden, denn wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Das Ziel war ganz klar, hier drei Punkte zu holen. Die Chancen dazu waren da. Trotzdem können wir etwas Positives mitnehmen. Die Moral war heute über die ganze Distanz hervorragend und das ist die Basis, die wir brauchen.“

Frank Baumann: „Aus dem Keller kommt man nur mit Siegen, deshalb war das heute nur ein kleiner Schritt für beide Vereine. Wir haben zwar fünf Remis aus neun Spielen, aber einfach zu wenige Punkte. Das reicht nicht. Wir dürfen nicht die Nerven verlieren, aber reden die Situation auch nicht schön. Um den Anschluss nicht zu verlieren, brauchen wir in der Liga jetzt schnell einen Dreier.“

Zur Rückkehr von Max Kruse

Max Kruse: „Ich habe viel dafür getan, dass ich möglichst schnell wieder dabei sein kann. Ich wollte unbedingt wieder spielen. Natürlich musste ich mich heute dann schnell reinfinden und es lief nicht alles von alleine, aber ich habe mich sehr gefreut.“

Florian Kainz: "Es ist sehr gut für uns, dass er wieder dabei ist. Max hat große Qualitäten, die uns weiterhelfen werden."

Frank Baumann: „Wir haben unter der Woche intensiv diskutiert. Natürlich muss man Chancen und Risiken abwägen, denn ein erneuter, längerer Ausfall wäre sehr schlecht für uns. Aber wir haben eben auch die Chance gesehen, dass ein Einsatz über wenige Minuten dem Team helfen könnte. Wir haben gemeinschaftlich entschieden, dass er mitfährt, am Freitag und Samstag trainiert und wir dann die Situation vor dem Spiel bewerten. Max ist sehr ehrgeizig, er wollte unbedingt dabei sein und spielen. Das spricht für ihn. Man muss allerdings immer eine vernünftige Entscheidung treffen.“

Alexander Nouri: "Max ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Sein Einsatz war mit ihm und der medizinischen Abteilung abgestimmt und wir freuen uns natürlich sehr, dass er wieder dabei ist.“

Zum Pokalspiel:

Frank Baumann: „Hoffenheim ist ein starker Gegner, der sicher nicht so verunsichert auftritt, wie Köln heute. Das Spiel wird eine große Herausforderung, aber daran müssen wir wachsen.“

Zlatko Junuzovic: „Unser Fokus liegt auf der Bundesliga, wo wir dringend einen Sieg brauchen. Dennoch können wir im Pokal mit einem Erfolgserlebnis Rückenwind für die Liga sammeln. Es ist gut, dass wir jetzt gleich das nächste Spiel vor der Brust haben.“

Alexander Nouri: „Es ist wichtig, dass wir jetzt weiterarbeiten und die positive Grundausrichtung behalten. Dann müssen wir gegen Hoffenheim unseren Weg weitergehen und arbeiten und fighten. Es geht darum, das Erfolgserlebnis zu erzwingen."

Florian Kainz: „Das ist das Schöne am Fußball. Wir können es in drei Tagen wieder probieren. Wir werden uns jetzt anschauen, was wir gut gemacht haben. Natürlich gucken wir uns auch die Möglichkeiten an, die wir nicht genutzt haben und dann versuchen wir zuhause zu gewinnen.“