0:1-Niederlage bei Bayer 04

Werder kommt nach frühem Rückschlag nicht zurück - Käuper gibt Bundesliga-Debüt

Der Einsatz stimmte, das Ergebnis nicht: Werder verliert in Leverkusen mit 0:1 (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 13.12.2017 // 22:31 Uhr

Von David Steinkuhl

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge verliert der SV Werder bei Bayer 04 Leverkusen mit 1:0 (1:0). Den einzigen Treffer der Partie erzielte der Argentinier Lucas Alario bereits nach elf Minuten. Im Anschluss probierte Werder zwar viel, agierte aber hin und wieder nicht mutig genug und kam nur zu wenigen zwingenden Gelegenheiten. In der Schlussphase hatten die Grün-Weißen Glück, dass Bayer die sich ergebenden Kontersituationen gegen den aufgerückten SVW nicht nutzte. Werder hat damit weiterhin 14 Zähler auf dem Konto und verbleibt auf Platz 17 der Fußball-Bundesliga.

Aufstellung und Formation: Florian Kohfeldt muss seine Anfangsformation im Vergleich zum Spiel bei Borussia Dortmund vor vier Tagen auf drei Positionen verletzungsbedingt ändern. Lamine Sané kommt für den mit leichten muskulären Problemen vorerst auf der Bank sitzenden Philipp Bargfrede in die Mannschaft. In der Offensive ersetzt Florian Kainz Fin Bartels nach dessen Achillessehnenriss am Samstag. Die wohl größte Überraschung ist das Bundesligadebüt von U-23-Akteur Ole Käuper, der nicht nur erstmals im Profikader, sondern auch gleich in der Startelf des SVW steht. Kapitän Zlatko Junuzovic sitzt ebenfalls erstmal auf der Bank, eine Vorsichtsmaßnahme nach der vorzeitigen Auswechslung beim BVB. Max Kruse vertritt den Österreicher als grün-weißer Spielführer.

Alario macht's früh, Werder macht's zu selten

Der agile Leon Bailey bereitete Werder in der ersten Hälfte Probleme (Foto: nordphoto).

3. Minute: Moisanders Ballverlust leitet den ersten gefährlichen Bayer-Angriff ein. Volland hat 25 Meter vor dem Tor viel Platz, entscheidet sich statt des Schusses aber für einen Pass in den Lauf des startenden Lucas Alario. Im Eins gegen Eins hält Pavlenka stark, der Argentinier stand bei Vollands Zuspiel aber im Abseits.

11. Minute: Tor für Leverkusen, 1:0, Lucas Alario. Retsos spielt einen weiten Ball auf Bailey, der sich erst gegen Gebre Selassie durchsetzt, dann den Kopf hebt und die Kugel zurück an den Fünfmeterraum spielt. Dort will Sané klären, tritt aber über den Ball und bringt so den dahinter lauernden Alario ins Spiel, der keine Mühe mehr, hat Leverkusen in Führung zu bringen.

19. Minute: Werder hat Probleme, ernsthafte offensive Akzente zu setzen. Im Spielaufbau geht der Ball zu oft verloren, Sturmspitze Max Kruse hängt weitestgehend in der Luft. Jetzt klappt zumindest das hohe Pressing zum ersten Mal, Käuper und Gebre Selassie stellen zwei Leverkusener zu und holen so einen Einwurf heraus. Im Anschluss hat der SVW die erste Ecke, die die ‚Werkself‘ aber klären kann.

28. Minute: Über Werders rechte Abwehrseite kommt Bayer zur nächsten guten Gelegenheit. Bellarabi hängt Sané im Laufduell ab, Pavlenka kommt aber stark raus, verkürzt den Winkel und wehrt den Chipversuch des Nationalspielers aus kurzer Distanz ab.

32. Minute: Die erste gute Chance für Grün und Weiß! Gebre Selassie bekommt einen Ball von Kruse etwas zu weit in den Lauf gespielt, behält aber die Übersicht und legt zurück auf Florian Kainz. Der flankt das Leder mit rechts auf den Schädel von Maximilian Eggestein, Leno muss seine erste Flugeinlage auspacken.

38. Minute: Bei Leverkusen läuft aktuell alles über links, über den aktiven Leon Bailey. Nachdem der Jamaikaner vor ein paar Minuten noch Volland bedient hat, versucht er es vom linken Strafraumeck jetzt selbst. Sein Ziel ist die kurze Ecke, aber Pavlenka ist eher dort als der Ball und klärt zur Ecke.

45. Minute: Pause in der BayArena. Leverkusen führt verdient mit 1:0 gegen Werderaner, die sich bislang noch nicht mit demselben Offensivmut präsentieren wie unlängst in Dortmund. Zwar hatte Delaney kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine Halbchance nach einem Kruse-Freistoß aus dem Halbfeld, Torgefahr erzeugten die Grün-Weißen aber ansonsten nur bei Eggesteins Kopfball nach etwas mehr als einer halben Stunde. 

Die klaren Chancen fehlen

Viel zu tun im Leverkusener Regen: Jiri Pavlenka (Foto: nordphoto).

55. Minute: Nach einem Foul an Volland sieht Lamine Sané die Gelbe Karte. Den anschließenden Freistoß bringt Bailey flach und scharf in den Sechzehner, wo es richtig gebrannt hätte, wenn ein Rot-Schwarzer da noch die Fußspitze ans Spielgerät bekommen hätte. So gibt es Abstoß für Werder.

61. Minute: Nach einem hohen Bein von Sané gegen Bailey hat der Senegalese Glück, dass er keine zweite Gelbe Karte sieht und vorzeitig Duschen muss. Eine Spielunterbrechung später nimmt Kohfeldt seinen zentralen Innenverteidiger dann vorsichtshalber raus und bringt mit Zlatko Junuzovic eine deutlich offensivere Option. Für das System bedeutet das: Viererkette vor Pavlenka, vorne wirbeln Junuzovic, Kruse und Kainz jetzt zu dritt.

69. Minute: Die Umstellung zeigt erste Wirkung, denn das Spielgeschehen verlagert sich jetzt immer weiter in Leverkusens Hälfte. Eine echte Torchance ist für Werder dabei noch nicht herausgesprungen. Mit Ishak Belfodil steht Kohfeldts nächster Joker an der Seitenlinie bereit, er wird Florian Kainz ersetzen.

75. Minute: Augustinsson bekommt im linken Halbfeld viel Raum und bringt eine präzise Hereingabe an den Elfmeterpunkt. Dort geht Belfodil hoch und kommt relativ unbedrängt zum Kopfball, platziert die Kugel aber nicht gut genug – drei Meter am linken Pfosten vorbei.

82. Minute: Die Grün-Weißen werden nach wie vor zu selten zwingend, auch wenn der Einsatz stimmt. Durch die offensivere Ausrichtung ergeben sich für Bayer jetzt mehr und mehr Räume. Bellarabi bekommt in zentraler Position rund zwanzig Meter vor dem Tor die Kugel und drückt ab, Pavlenka lenkt den wuchtigen Schuss aber über die Latte.

85. Minute: Die Schlussphase bricht an und der SVW probiert‘s nochmal. Auch Junuzovic kommt aus der Distanz zum Schuss, aber Retsos kann abblocken. Leverkusen zieht sich weit zurück und verlagert sich ausschließlich aufs Kontern.

89. Minute: Bellarabi verpasst die Vorentscheidung. Brandt ist durch und legt vor Pavlenka auf den mitgelaufenen Teamkollegen rüber. Das Anspiel von Brandt ist etwas zu weit, Bellarabi muss den Ball aber nur noch über die Torlinie grätschen, trifft aber nur das Außennetz. Im Anschluss ist Bellarabi nochmal alleine vor Pavlenka, der aber ein weiteres Mal im Eins gegen Eins die Oberhand behält und Werder noch einen Funken Resthoffnung lässt.

90. Minute: Schluss in der BayArena. Werder verliert gegen Bayer Leverkusen mit 0:1.

Fazit: Werder verliert gegen einen Gegner, der auch heute seine starke Form bestätigen konnte, mit 0:1. Leverkusen war über weite Strecke das aktivere und wachere Team. Durch die offensiven Umstellungen die Werder-Coach Florian Kohfeldt Mitte des zweiten Durchgangs vornahm, konnte der SVW den Druck gegen Ende des Spiels nochmal etwas erhöhen, wirklich zwingende Torchancen sprangen dabei aber zu selten heraus. Am Ende hatte Bellarabi sogar noch mehrfach die Chance, zu erhöhen. Mit der kämpferischen Leistung kann man aus Werder-Sicht heute zufrieden, alleine die Kreativität und der Mut im Angriffsspiel ließen Kruse, Kainz und Co. heute etwas vermissen.