Heiße Schlussphase ohne Sieger

Werder und Leipzig trennen sich 1:1-Unentschieden

Werder bleibt gegen Leipzig zum zehnten Mal hintereinander in der Liga vor heimischem Publikum ungeschlagen (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 15.04.2018 // 20:02 Uhr

Von David Steinkuhl

Nach zwei unterschiedlichen Halbzeiten trennen sich der SV Werder und RB Leipzig mit 1:1 (1:0). Vor ausverkauftem Haus im Bremer Weser-Stadion machte Werder im ersten Durchgang die Musik und ging durch Niklas Moisanders zweiten Saisontreffer (28.) hochverdient in Führung. Dass die Grün-Weißen vor der Pause nicht nachlegen konnten, bestrafte Ademola Lookman (50.) kurz nach dem Seitenwechsel. Die Partie blieb lange offen, Leipzig und Werder hatten in den Schlussminuten jeweils beste Möglichkeiten, die drei Punkte einzufahren. Dank des leistungsgerechten Remis bleibt Werder im zehnten Bundesliga-Spiel in Folge im Weser-Stadion unbesiegt. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass der direkte Abstieg für den SVW seit den gestrigen Niederlagen von Köln und Hamburg kein Thema mehr ist. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz vor dem Abstiegsduell zwischen Mainz und Freiburg am Montag beträgt nun zehn Punkte.

Aufstellung und Formation: Gegen Leipzig kehrt der zuletzt gelbgesperrte Niklas Moisander zurück in Werders Viererkette. Er verteidigt gemeinsam mit Gebre Selassie, Veljkovic und Friedl vor Keeper Jiri Pavlenka. Das grün-weiße Dreigestirn im zentralen Mittelfeld bleibt unverändert. Delaney, Bargfrede und Eggestein beginnen zum vierten Mal in Folge im Maschinenraum des Werder-Spiels. In der Offensive gibt Max Kruse den beweglichen Mittelstürmer, Kapitän Zlatko Junuzovic und Milot Rashica flankieren ihn.

Rashica wirbelt, Moisander netzt ein

Milot Rashica und Co. hielten die RB-Defensive in Durchgang eins auf Trab (Foto: nordphoto).

6. Minute: Ilsanker foult Rashica knapp 20 Meter vor dem Kasten, Werder bekommt einen Freistoß in vielversprechender Position. Junuzovic hebt die Kugel über die Mauer und verpasst haarscharf, sein Versuch streift noch das Außennetz.

14. Minute: Wieder wird es nach einem Junuzovic-Freistoß brandgefährlich. Diesmal bringt der Österreicher das Leder von der linken Seite in die Mitte. Dort bekommen die Leipziger die unübersichtliche Situation vorerst nicht bereinigt, dann klärt Konaté zur ersten Werder-Ecke.

19. Minute: Die Partie gehört bislang den Hausherren, der SVW wirkt zwingender. Über Rashica und Kruse landet das Leder bei Gebre Selassie, der volles Risiko nimmt und abzieht. Ein RB-Rücken fälscht den Abschluss des Tschechen noch ab, wieder gibt es Eckstoß für das Kohfeldt-Team.

28. Minute: TOOOR für Werder, 1:0, Niklas Moisander! Innenverteidiger Moisander taucht in guter Schussposition an Leipzigs Strafraum auf. Das Weser-Stadion fordert den Abschluss, der Finne legt aber noch einmal für Kruse auf, der sich dann selbst der Sache annimmt und die Latte trifft. Die Kugel landet wieder bei Moisander, von dessen etwas schwächerem rechten Fuß der Ball über die Linie kullert. Gulacsi ist nach dem Kruse-Schuss nicht schnell genug oben, um noch eingreifen zu können.

32. Minute: Kurze Zeit später hat der SVW Glück, dass Schiedsrichter Christian Dingert und auch seine Videoassistenz in Köln ein vermeintliches Handspiel von Eggestein im Strafraum nicht ahnden. Werders Mittelfeldmann hatte einen Freistoß von Dominik Kaiser an den Arm bekommen, die Beschwerden der Sachsen bleiben aber wirklungslos.

41. Minute: Gulacsi bewahrt sein Team gleich doppelt vor dem nächsten Einschlag. Den zweiten Ball nach einer Bremer Ecke hämmert der umtriebige Rashica auf den Ungarn im RB-Kasten und auch den Nachschuss von Junuzovic kann Gulacsi gerade noch abwehren. Leipzig wackelt in dieser Phase gehörig!

44. Minute: Rashica hat das nächste Ding auf dem Fuß. Der Kosovare zieht nach Junuzovics Zuspiel in die Mitte und schießt, ein Leipziger Abwehrbein blockt ab.

45. Minute: Pause im Weser-Stadion. Der SVW tritt hier sehr dominant auf und führt hochverdient mit 1:0. Von den Gästen kommt viel zu wenig, es hat den Anschein, als fehle es RBL deutlich an Frische. Das Torschussverhältnis von 9:1 zugunsten der Grün-Weißen spricht Bände, einzig das zweite Werder-Tor hat zur perfekten ersten Hälfte gefehlt.

Lookman haucht Leipzig Leben ein

Milos Veljkovic kommt vor Timo Werner an den Ball (Foto: nordphoto).

50. Minute: Tor für Leipzig, 1:1, Ademola Lookman. Ein Abstimmungsfehler im Bremer Strafraum bringt Leipzig kurz nach der Pause zurück ins Spiel. Nach Ilsankers flacher Hereingabe behindern sich Bargfrede und Eggestein gegenseitig, der eingewechselte Lookman setzt sich durch und lässt Pavlenka aus sieben Metern keine Chance.

52. Minute: Jetzt muss Werder sogar aufpassen, nicht in Rückstand zu geraten. Werner wird auf links freigespielt, zieht in den Sechzehner und versucht es aus spitzem Winkel direkt. Der Nationalspieler verfehlt knapp die lange Ecke. Kurz darauf kommt Werner nach einer Flanke von links mit dem Kopf an den Ball, wieder streicht das Leder nur einen halben Meter am Kasten vorbei.

57. Minute: Kruse meldet Werder ebenfalls mit einer Doppelchance im zweiten Durchgang an. Erst wird er von Bargfrede freigespielt und scheitert an Gulacsi, danach drückt er eine Friedl-Flanke per Kopf am Leipziger Gehäuse vorbei.

69. Minute: Werder hat den Leipziger Anfangsschwung etwas eindämmen können, von der Überlegenheit aus Durchgang eins ist allerdings kaum noch etwas zu sehen. Forsberg hat Leipzigs nächste Möglichkeit, der Drehschuss des Schweden landet am Außennetz.

72. Minute: Diesmal nimmt sich Forsberg einem ruhenden Ball an und versucht es mit dem Schlenzer auf die kurze Ecke. Pavlenka ist zur Stelle und faustet das Leder aus der Gefahrenzone.

80. Minute: Delaney setzt sich gegen Ilsanker durch und schlägt die weite Flanke in Richtung Jerome Gondorf. Werders Nummer Acht probiert es direkt, trifft das Spielgerät aber nicht sauber. Die Kugel trudelt am rechten Leipziger Torpfosten vorbei.

85. Minute: Lookman spielt den Ball für Werner in die Gasse, der mutterseelenallein vor Pavlenka steht und Leipzig Minuten vor dem Ende zum Auswärtssieg schießen kann. Bremens Nummer eins bleibt lange stehen und vereitelt glänzend mit dem Fuß.

87. Minute: Auf der Gegenseite hat auch Werder die Chance, das Spiel zu entscheiden. Belfodil überläuft Orban und feuert aus halbrechter Position. Gulacsi rettet zunächst, dann kommt Moisander mit dem Kopf an den Ball und verfehlt das leere Tor um Zentimeter. Wahnsinn, was diese Schlussphase plötzlich zu bieten hat!

90. Minute: Mit der letzten Aktion hat Belfodil noch einmal die Gelegenheit, Werders fünften Heimsieg in Serie einzusacken. Nach Kruses Ecke schraubt sich der Algerier hoch und köpft die Kugel einen Meter am Gehäuse vorbei.

90. Minute: Schluss im Weser-Stadion. Werder und RB Leipzig trennen sich 1:1-Unentschieden.

Fazit: Die Punkteteilung geht unter dem Strich in Ordnung. Im ersten Abschnitt waren die Werderaner das deutlich bessere Team, Leipzig machte den Eindruck, als steckte der Europa League-Auftritt in Marseille noch schwer in den Knochen. Das Führungstor durch Moisander war verdient, es fehlte nur das zweite Tor für die Mannschaft von Florian Kohfeldt. Die Strafe der Gäste folgte auf dem Fuß: Lookman brachte RB kurz nach dem Seitenwechsel zurück in die Partie. Die Grün-Weißen hatten Probleme mit der Systemumstellung der Sachsen, die immer besser wurden und nun weiter gute Gelegenheiten ausließen. Zwischenzeitlich nahm sich das dann Geschehen eine kurze Auszeit, um in der Schlussphase noch einmal richtig Fahrt aufzunehmen. Werner, Moisander und Belfodil hätten ihren Teams noch den Sieg bescheren können, exzellent aufgelegte Torhüter hatten allerdings etwas dagegen. Der Punktgewinn sorgt zwar noch nicht dafür, dass sich der SVW aller Abstiegssorgen entledigt hat, vier Spieltage vor dem Ende bleibt das Polster auf Rang 16 allerdings komfortabel.

 

Neue News

Mit Sicherheit richtig gut

16.07.2018 // Profis

Ein Kompliment an die Jugend

16.07.2018 // Kurzpässe

Alles in Echtzeit

16.07.2018 // Trainingslager Zillertal