Auch nur ein Mensch

Konnte hinterher schon wieder lächeln: Jiri Pavlenka, im 1. Durchgang noch Werders Unglücksrabe (Foto: nph).
Profis
Samstag, 03.02.2018 // 21:12 Uhr

Aus Gelsenkirchen berichten Yannik Cischinsky und Niklas Behrend

Es bedurfte nicht vieler Worte, ein breites Grinsen genügte. Viel mehr brachte Jiri Pavlenka nach den nervenaufreibenden 90 Minuten von Gelsenkirchen aber auch nicht zu Stande. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagte der Keeper gegenüber WERDER.TV. Sein Missgeschick hatte die Schalker nach 24 Minuten in Front gebracht. Und die unglückliche Aktion sorgte auch nach dem Last-Minute-Erfolg für Kopfschütteln bei Werders Nummer 1. „Keine Frage, der geht auf meine Kappe“, sagte Pavlenka, der den Distanzschuss von Jewhen Konoplyanka hatte fangen wollen. Es misslang, gründlich. Der Ball flutschte durch die Hände und trudelte über die Linie.

„Jeder macht Fehler. Bei Pavlas sieht es einfach doof aus, wenn er sich einen als letzter Mann leistet“, sagte Max Kruse. „Jiri ist ein überragender Torwart, aber eben auch nur ein Mensch. Er hat uns schon oft genug die Punkte gerettet“, sagte Maximilian Eggestein. Auf Schalke lief es umgekehrt. Durch die Treffer von Kruse und Junuzovic siegte Werder in allerletzter Sekunde. Jiri Pavlenka durfte am Ende über das Missgeschick aus Durchgang eins schmunzeln – und der humorvolle Tscheche tat das auch.

Vergriffen: Jiri Pavlenkas Fehlgriff sorgte für die Schalker Führung (Foto: nordphoto).

„Wir wissen alle, was für ein Glück wir mit ihm im Tor haben“, betonte Landsmann Theodor Gebre Selassie. Sechsmal war Pavlenka in dieser Spielzeit ohne Gegentor geblieben, mit starken Paraden hatte er die Grün-Weißen in so manchem Spiel „am Leben“ gehalten. So auch gegen die Schalker, die Werder nach dem Pausenpfiff kräftig zusetzten. „Pavlas hatte einen großen Anteil daran, dass Schalke in dieser Phase das Spiel nicht entscheiden konnte. Er hat in der zweiten Halbzeit klasse gehalten“, unterstrich Kohfeldt eine erneut gute Leistung des Schlussmannes.

Sechs Torschüsse gaben die Hausherren ab, fünf davon entschärfte Pavlenka. In Erinnerung bleiben wird ihm nur der allererste. „Ich habe hinterher zu ihm gesagt: 'Gut, dass das heute passiert ist.' Mit dem Sieg im Rücken spielt das doch keine Rolle mehr“, witzelte Gebre Selassie. „Das gehört zum Fußball dazu“, resümierte Pavlenka – und verabschiedete sich mit einem Schmunzeln.