Ein Meister als Prüfstein

Vorbericht zum Spiel gegen Club Brügge

Thomas Delaney hat gegen Brügge in dieser Saison schon sehenswert getroffen (Foto: nordphoto).
Vorbericht
Samstag, 07.01.2017 // 17:08 Uhr

Von David Steinkuhl

Der Montag hat es in sich! Einen Tag vor der Abreise aus dem Trainingslager im spanischen Alhaurín el Grande bestreitet der SV Werder gleich zwei Testspiele innerhalb weniger Stunden. Am frühen Nachmittag (09.01.2017, 14 Uhr) ist Zweitligist Karlsruher SC Gegner auf der Anlage am Alhaurín Golf Resort, vier Stunden später (09.01.2017, 18 Uhr) treffen die Grün-Weißen dann im rund 30 Kilometer entfernten Marbella auf den belgischen Erstligisten Club Brügge. WERDER.DE hat beide Teams vor den Tests am Montag mal etwas genauer unter die Lupe genommen.

Aus dem westflämischen Teil Belgiens ist der Club Brügge KV in Spaniens Süden gereist. Seit dem 5. Januar weilt der amtierende belgische Meister im Trainingslager in Sotogrande, neben dem Duell mit Werder testet man am 12.01.2017 noch gegen den SC Freiburg.

Tore, Tore, Tore! Auch im Test gegen Brügge?

Gute Erinnerungen an Brügge dürfte Werders Neuzugang Thomas Delaney haben. In der Gruppenphase der laufenden Champions League-Saison empfing der FC Kopenhagen mit Delaney als Kapitän den Club Brügge am zweiten Spieltag. Kopenhagen siegte souverän mit 4:0, Werders neuer Nummer Sechs gelang ein absolutes Traumtor. In der Gruppe mit dem FC Porto und Leicester City verlor Brügge auch die weiteren fünf Vorrundenspiele und schied sang- und klanglos aus.

Besser läuft es für die „Blau-Schwarzen“, wie die Spieler des Club Brügge aufgrund ihrer Vereinsfarben in Belgien genannt werden, dafür in der heimischen Jupiler League. Nach 21 Spielen grüßt das Team von Trainer Michel Preud‘homme als Titelverteidiger erneut von der Spitze, Erzrivale RSC Anderlecht folgt mit zwei Zählern Rückstand.

Ein betagter Kapitän

Der Anführer des Spitzenreiters ist ein Altbekannter: Timmy Simons, zwischen 2010 und 2013 bei einem anderen „Club“, dem 1. FC Nürnberg, unter Vertrag trägt im zarten Fußballeralter von 40 Jahren die Kapitänsbinde bei den Flandern. Noch im vergangenen November stellte Simons einen neuen Rekord als Belgiens ältester Nationalspieler auf.

Jelle Vossen, hier im Trikot der belgischen Nationalelf, ist Brügges gefährlichster Scorer (Archivfoto: nordphoto).

In Brügges Offensive gilt es, vor allem auf Jelle Vossen zu achten. Wie so mancher Belgier zunächst als verheißungsvolles Talent durch die Gerüchteküchen europäischer Topklubs gegeistert, hat es den 27-Jährigen nach zwei gescheiterten Versuchen in der Premier League Fuß zu fassen zurück in die Jupiler League verschlagen. Dort stellt er seine ganze Klasse unter Beweis: Zwölf Tore und sechs Vorlagen in der laufenden Spielzeit sind ein deutliches Zeichen dafür.

Über Brügge zum Triumph

Das letzte Duell zwischen dem Club Brügge und dem SV Werder wird besagter Jelle Vossen selbst wohl nicht mehr in Erinnerung haben, auch wenn es ein denkwürdiges war. Im April 1992 trafen beide Teams im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger aufeinander, zuerst vor den fanatischen Anhängern im Jan Breydel Stadion zu Brügge, zwei Wochen später dann zum Rückspiel im Bremer Weser-Stadion.

Nach einer 0:1-Auswärtsniederlage in Westflandern drehte Werder den Spieß um und siegte an der Weser mit 2:0 durch Treffer von Marco Bode und Manfred Bockenfeld. Es folgte einer der größten Momente der Vereinshistorie: Im Finale in Lissabon bezwang man den AS Monaco, der SVW holte seinen bis dato einzigen großen Titel auf internationaler Ebene. Nun jährt sich der Triumph zum 25-mal und Werder trifft wieder auf die Belgier – diesmal nur unter nicht ganz so großen Vorzeichen.

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