(K)ein Standardgegner

Der Vorbericht zum Wolfsburg-Spiel

Zlatko Junuzovics Qualitäten könnten gegen Wolfsburg besonders gefragt sein (Foto: Heidmann).
Profis
Donnerstag, 23.02.2017 // 08:34 Uhr

Nur eine knappe Woche nach dem Auswärtserfolg bei Mainz 05 ist vergangen, da packen die Grün-Weißen schon wieder ihre sieben Sachen und machen sich auf die nächste Reise. Ziel ist diesmal die Wolfsburger VOLKSWAGEN ARENA, in der es am Freitag, 24.02.2017, um 20.30 Uhr (ab 20.15 Uhr im Live-Ticker auf WERDER.DE) gegen einen Gegner geht, der sich zwar in den gleichen Sphären der Tabelle bewegt wie der SVW, den dort zu Saisonbeginn allerdings so wirklich niemand erwartet haben dürfte. Allein die im Winter getätigten Transfers von europaweit begehrten Talenten wie Malli, Ntep oder Bazoer zeigen deutlich welche Ansprüche man im südlichen Niedersachsen hat, bei der Umsetzung bleibt aber nach wie vor Sand im Getriebe. Um die „extrem hohe Qualität“ im Wölfe-Kader weiß Werder-Coach Alexander Nouri ganz genau. „Die Mannschaft ist individuell absolut hochklassig besetzt. Wenn man die Tabelle betrachtet, verkauft sich dieses Team schon etwas unter Wert. Wir wissen ganz genau, was für ein schweres Spiel das wird und was uns dort abverlangt werden könnte.“ 

Welche Rolle der ruhende Ball für den SV Werder spielen könnte, was den Wölfen trotz namhafter Offensivspieler in dieser Saison besonders abgeht und welcher Werderaner weiter an seinem Ruf des Auswärtsspezialisten basteln könnte, wurde im Folgenden zusammengefasst.

Wussten Sie schon, dass ...

… die zuletzt starken Bremer Standards wieder das Mittel zum Erfolg sein könnten? Theodor Gebre Selassie, Max Kruse, Serge Gnabry, Thomas Delaney - vier unterschiedliche Akteure, die Werders letzten vier Treffer erzielten, alle nach einem ruhenden Ball. Mit dem VfL Wolfsburg trifft man auf ein Team, das in Sachen Standards verteidigen zuletzt umgekehrt richtig Probleme hatte. Drei der letzten fünf Gegentore fingen sich die Wölfe in Folge einer Standardsituation. An dieser Stelle erinnert man sich doch gerne noch einmal an das Hinspiel zurück…

Im Hinspiel fiel das Last-Minute-Siegtor nach einem Eckball (Foto: nordphoto).

… Werder im Hinspiel den ersten Sieg der Saison 2016/17 einfahren konnte? Und zwar durch, na klar, ein Standardtor! Aber der Reihe nach: Grün-Weiß geriet trotz Dominanz Mitte der zweiten Halbzeit durch ein Eigentor von Robert Bauer (69.) überraschend in Rückstand. In der Folge sorgte das glückliche Händchen von Werder-Coach Alexander Nouri für die Wende. Erst glich Joker Lennart Thy (86.) aus, kurze Zeit später war es Debütant Niklas Schmidt, der eine Ecke genau auf den Kopf von Theodor Gebre Selassie (90.) schlug und dem Tschechen so die optimale Vorlage für das viel umjubelte 2:1-Siegtor lieferte.

… der SVW bei einem Sieg in Wolfsburg mit den Niedersachsen gleichziehen könnte? Der VfL gewann bisher nur sechs seiner Bundesliga-Spiele in der Saison 2016/17. Für ein Team, das mit Ambitionen in Richtung Europapokalplätze und einem mit zahlreichen Nationalspielern gespickten Kader an den Start ging, zu wenig. Gewinnt Werder am Freitag in der VOLKSWAGEN ARENA ziehen Gnabry, Junuzovic und Co. punktemäßig gleich mit den Wölfen, die allerspätestens dann ebenfalls wieder im Abstiegskampf stecken. Nach jahresübergreifend drei Siegen am Stück sah es am Mittellandkanal kurzzeitig nach der Wende aus, jüngst verlor Wolfsburg allerdings wieder vier der fünf letzten Pflichtspielauftritte.

… der VfL die magerste Torausbeute seiner Bundesliga-Geschichte aufweist? In dieser Spielzeit trafen die Wolfsburger in 21 Partien erst 19-mal ins gegnerische Netz. So selten trafen die Wölfe nach knapp zwei absolvierten Saisondritteln in ihrer Historie im deutschen Oberhaus noch nie. Da passt es dem SV Werder doch ganz gut, dass sich die beiden Partien, in denen die Grün-Weißen bisher eine weiße Weste behielten, jeweils in fremden Stadien (1:0 in Berlin, 2:0 in Mainz) abspielten…

In Mainz stellte Serge Gnabry seine Torgefährlichkeit auf fremdem Platz unter Beweis (Foto: nordphoto).

… sich Werder vor Auswärtsspielen momentan ohnehin nicht scheuen muss? Die bereits erwähnten Auswärtsauftritte in Mainz und Berlin haben natürlich großen Anteil daran, insgesamt holte der SVW sogar sieben seiner letzten acht Bundesligazähler  in der Fremde. Von den letzten fünf Bundesliga-Auftritten abseits der Weser verlor das Team von Alexander Nouri nur einmal (2:3 in Augsburg). Dazu kommt, dass mit Serge Gnabry der Auswärtstorschütze vom Dienst seine Kernkompetenz in Mainz bereits zum siebten Mal fernab des Weser-Stadions unter Beweis stellen konnte. Nur eines seiner acht Saisontore erzielte Gnabry am Osterdeich.

... Wolfgang Stark Referee der Partie sein wird? Schon zum dritten Mal pfeift Stark den SV Werder in dieser Saison, letztmals war er beim Unentschieden gegen den 1. FC Köln kurz vor Weihnachten Leiter einer Begegnung mit Werder-Beteiligung. Die Partie endete 1:1. Starks Gesamtbilanz bei SVW-Spielen ist demnach unverändert positiv, in 32 Spielen gab es 14 Siege, acht Unentschieden und zehn Niederlagen. Starks Assistenten am Freitag sind Mike Pickel und Martin Petersen, der vierte Offizielle an der Seite ist Christian Bandurski.

… die Partie wie gewohnt im Live-Ticker auf WERDER.DE und auf dem Smartphone verfolgt werden kann? Ab 20.15 Uhr am Freitag berichtet das Medien-Team der Grün-Weißen live aus der VOLKSWAGEN ARENA und wird alle Informationen schnell und umfangreich direkt auf die Endgeräte der Werder-Fans bringen.

Zusammengestellt von OPTA und WERDER.DE