Junuzovic: "Ein gewaltiger Weckruf"

Stimmen zum Spiel gegen Lotte

Die Enttäuschung stand den Werder-Profis ins Gesicht geschrieben (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 21.08.2016 // 20:28 Uhr

Von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

 Das hatten sich alle Grün-Weißen komplett anders vorgestellt. Nach der 1:2-Niederlage in Lotte waren die Werderaner angesichts des Ausscheidens im DFB-Pokal enttäuscht, verärgert, vor allem aber unzufrieden mit der eigenen Leistung. „Wir müssen uns alle kritisch hinterfragen, da darf sich keiner von ausnehmen. Es gibt viele berechtigte Kritikpunkte: Wir haben uns ihr Spiel aufdrängen lassen, waren nach vorne zu hektisch und nicht konsequent im Zweikampf, haben keine Lösungen präsentiert und nur den Ball nach vorne geschlagen“, resümierte Kapitän Clemens Fritz selbstkritisch. 

WERDER.DE hat die Reaktionen nach dem Erstrunden-Aus eingesammelt und fasst sie im Folgenden zusammen.

Zum Spielverlauf:

Trotz großem Kampf reichte es für Clemens Fritz und den SVW nicht zum Einzug in Runde zwei (Foto: nordphoto).

Viktor Skripnik: „Das war ein verdienter Sieg für Lotte. Wir hatten uns etwas ganz anderes vorgestellt und sind absolut enttäuscht. Wir haben hier keinen Spaziergang erwartet, aber in den entscheidenden Momenten hat die Einstellung gefehlt. Dass wir mit der ersten Standardsituation in Rückstand geraten, hat es sehr schwierig gemacht. Letztes Jahr sind wir überraschend ins Halbfinale eingezogen, dieses Jahr überraschend in der ersten Runde ausgeschieden – so ist Fußball.“

Zlatko Junuzovic: „Das Ausscheiden ist extrem bitter, weil es extrem unnötig ist. Aber wir sind zurecht draußen. Wir machen viel zu viele einfache Fehler, die natürlich bestraft werden. Dadurch machen wir den Gegner stark, die kommen immer besser ins Spiel, das Publikum ist plötzlich da. Wir wussten genau, was uns erwartet. Genau darüber haben wir gesprochen. Aber irgendwas passiert ab der ersten Sekunde mit uns. Das war ein gewaltiger Weckruf.“

Max Kruse: „Das war heute eine miserable Leistung. Wir haben den Kampf zu keinem Zeitpunkt angenommen. Das zwischenzeitliche 1:1 war das einzig gute heute von uns. Ansonsten war es katastrophal.“

Clemens Fritz: „Wir waren nicht überrascht von der Herangehensweise von Lotte. Das Trainerteam hat uns immer wieder darauf hingewiesen und exakt so ist es eingetreten. Zweimal kurz nach Beginn in Rückstand zu geraten, darf uns einfach nicht passieren.“

Florian Kainz: „Heute haben wir einfach zu viele Chancen für den Gegner zugelassen und uns enorm schwer getan. Wir wollten unbedingt gewinnen und sind sehr enttäuscht. Vielleicht wäre das Spiel anders verlaufen, wenn wir zu Beginn die Chance genutzt hätten, aber darüber brauchen wir jetzt nicht mehr nachdenken.“

Frank Baumann: „Für das, was wir uns vorgenommen haben, haben wir nicht die notwendige Leistung abgerufen. Wir wollten von der ersten Minute an defensiv konsequent spielen, Zug zum Tor entwickeln, unsere Chancen nutzen und sowohl taktisch als auch in den hektischen Situationen diszipliniert sein. Das alles ist uns nicht gelungen. Wir haben keine Zielstrebigkeit an den Tag gelegt, sondern uns provozieren und von unserem Spiel abbringen lassen. Hinten waren wir zu nachlässig. Die beiden Gegentore waren exemplarisch.“

ZUR DEN REAKTIONEN DER ENTTÄUSCHTEN FANS:

Max Kruse, hier gegen Matthias Rahn, hatte einen schweren Stand (Foto: nordphoto).

Frank Baumann: „Dass sie enttäuscht sind, ist logisch. Wir sind auch in der Pflicht, ihnen etwas zurückzugeben. Über Bengalos oder das Werfen von Gegenständen gibt es aber keine Diskussion, das geht nicht. Das sind einzelne Fans, die das machen. Der Großteil hat uns auch heute wieder das ganze Spiel über großartig unterstützt.“

Clemens Fritz: „Ich kann die Enttäuschung der Fans absolut nachvollziehen. Natürlich gehört es sich nicht, die Mannschaft zu bewerfen oder zu beschimpfen, aber das passiert aus der Emotion heraus.“

Max Kruse: „Die Fans sind heute sicher genauso enttäuscht wie wir, Pfiffe sind da in Ordnung, aber mit Gegenständen zu werfen, gehört sich trotzdem nicht.“

Zur roten Karte:

Frank Baumann: „Wir erwarten von unseren erfahrenen Spielern, dass sie cleverer spielen. Er muss aus größerer Distanz da gar nicht erst hinrennen. Über die eigentliche Aktion brauchen wir dann gar nicht mehr reden.“

Zur Platzwunde von Zlatko Junuzovic:

Zlatko Junuzovic: „Ich habe gleich gemerkt, dass ich stark blute. Die Wunde wurde mit sechs Stichen genäht und ist extrem stark geschwollen. Deshalb kann ich auf dem Auge leider nicht sehr viel sehen. Aber das ist heute das kleinere Übel.“