Baumann: "Wir ärgern uns brutal"

Die Stimmen zum Spiel gegen 1899 Hoffenheim

Serge Gnabry und Co. konnten sich nur selten gegen 1899 Hoffenheim behaupten (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 13.05.2017 // 19:42 Uhr

Von Dominik Kupilas, Yannik Cischinsky und León Küther

Die ersten 60 Minuten mussten die Grün-Weißen auch nach dem Schlusspfiff nochmal sacken lassen. 0:5 stand es beim letzten Heimspiel der Saison gegen 1899 Hoffenheim nach einer Stunde. "Wir haben es nicht geschafft, die Leidenschaft und den Einsatz der letzten Wochen auf den Platz zu bringen", ärgerte sich Frank Baumann nach dem Spiel.

"Das war seit langer Zeit mal wieder ein Spiel, in dem wir unsere Leistung über weite Strecken der Partie nicht abrufen konnten", fügte der Geschäftsführer Sport hinzu. Auch die drei Werder-Tore in der letzten halben Stunde konnten die Gemüter der Werderaner beim verkorksten Schlusspunkt vor heimischen Kulisse nicht aufhellen. Baumann: "Es war lediglich schön, dass wir den Fans noch ein paar Treffer vor der Ostkurve bescheren konnten."

WERDER.DE fasst wie gewohnt die Stimmen der Werderaner zusammen.

Zum Spielverlauf:

Auch Felix Wiedwald konnte den frühen Rückstand gegen die Hoffenheimer nicht verhindern (Foto: nordphoto).

Robert Bauer: „Wir sind schwer ins Spiel gekommen und durch individuelle Fehler – auch von mir – in Rückstand geraten. Hoffenheim hat unsere Schwachstellen gut analysiert und aufgedeckt. Natürlich hatten wir einen Matchplan, wollten variieren. Sicherlich hat auch die Umstellung von Dreier- auf Viererkette eine Rolle gespielt. Zu Beginn waren wir zu unorganisiert.“

Zlatko Junuzovic: „Wir sind heute die ersten 55 Minuten überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Da hat Hoffenheim den Ball nach Belieben laufen lassen und die Chancen eiskalt genutzt. Das 5:0 war dann schon heftig. Da waren wir allesamt fassungslos. Danach haben wir das Gesicht gezeigt, dass wir von Anfang an hätten zeigen sollen. Die Reaktion war dann gut, aber kam leider viel zu spät – fünf Tore sind dann doch sehr schwer aufzuholen.“

Theodor Gebre Selassie: „Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen. Ausschlaggebend für die Hoffenheimer Tore waren vor allem unsere individuellen Fehler. Oft war unsere Abstimmung nicht optimal und wir haben in vielen Situationen keinen Zugriff bekommen. Wir hatten unseren Plan, den wir überhaupt nicht umgesetzt haben. Es war gut, dass wir noch drei Tore geschossen haben. Dennoch war das Spiel enttäuschend.“

Fin Bartels: „Es war heute ein schwaches Spiel von uns. Die zwei Tore haben wir einfach viel zu schnell kassiert. Hinzu kommt, dass die Hoffenheimer es auch wirklich gut machen. Wir waren in vielen Situationen einen Schritt zu spät und sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Durch die Umstellung der Hoffenheimer haben sie uns auf den Flügeln vor erhebliche Probleme gestellt. In vielen Momenten der Partie haben wir nicht gut verteidigt. Im Endeffekt stehen wir etwas ratlos da, wie das passieren konnte.“

Thomas Delaney: „Es ist wirklich ein negatives Gefühl. Wir wussten vor der Partie, wie Hoffenheim spielt und haben trotzdem nicht den Schlüssel zum Spiel gefunden. Zurückliegen oder mit 0:5 zurückliegen ist nochmal ein Unterschied. Wir müssen zurückfinden zu unserer Art Fußball zu spielen. Wir wissen, wie es geht.“

Alexander Nouri: „Ich nehme das Spiel heute auch auf meine Kappe. Wir hatten einen Plan, der ist leider nicht aufgegangen. Wir hatten nicht die nötige Stabilität und die nötige Sicherheit in unserem Spiel. Man muss aber auch anerkennen, dass wir gegen eine sehr starke Hoffenheimer Mannschaft gespielt haben. Wir haben zu viele Fehler gemacht und in vielen Phasen des Spiels die nötige Aggressivität vermissen lassen. Dafür wurden wir eiskalt bestraft.“

Frank Baumann: „Wir haben lethargisch gespielt und Hoffenheim spielen lassen. Dann zeigen sie, welche Qualität sie haben, dann wird es schwer gegen sie. Wir sind erst nach einer Stunde aufgewacht und haben trotz des 0:5 Moral bewiesen. Dennoch müssen wir uns brutal ärgern. Wir haben eine große Chance verspielt und können das nicht einfach so abhaken.“

Zur Minimalchance auf Europa:

Die Aufholjagd der Werderaner kam zu spät (Foto: nordphoto).

Robert Bauer: „Ich bin gesperrt. Das Spiel wird ein dickes Brett. Dortmund hat viele Heimspiele gewonnen, aber wir haben auch gezeigt, dass wir auch starke Gegner schlagen können. Der Trainer hat uns oft sehr gut eingestellt.“

Zlatko Junuzovic: „Das ist natürlich alles Rechnerei. Aber so lange die Chance noch da ist, werden wir alles dafür versuchen. Wir fahren deshalb nach Dortmund und wollen dort gewinnen.“

Theodor Gebre Selassie: „Es ist wichtig, dass wir uns gut auf das nächste Spiel vorbereiten und besser auftreten. Wir haben nichts zu verlieren und gucken am Ende, wo wir stehen.“

Fin Bartels: „Wir müssen das jetzt abhaken und in Dortmund nochmal alles raushauen. Am Ende des Spiels können wir dann ein Fazit ziehen.“

Santiago Garcia: "Ich glaube es ist schwierig, jetzt noch in die Europa-League zu kommen. Es ist sehr hart, in Dortmund zu gewinnen. Dennoch können wir sagen, dass wir diese Saison hier etwas aufgebaut haben."

Frank Baumann: „Dortmund ist ein sehr starker Gegner, für den es noch um viel geht und der zuhause spielt. Wir müssen von der ersten bis letzten Minute konzentriert sein und nochmal alles mobilisieren, um in Dortmund 90 Minuten Vollgas geben zu können. Dort wollen wir das Unmögliche möglich machen.“

Zur Reaktion der Fans:

Robert Bauer: „Natürlich pfeifen die Fans uns auch mal aus, wie zur Halbzeit – und das völlig zurecht. Sie haben uns selbst in den harten Phasen unterstützt, standen immer hinter uns - auch heute. Es ist in ganz Deutschland bekannt, dass wir außergewöhnliche Fans haben.“

Zlatko Junuzovic: „Unsere Fans haben uns die letzten Wochen und Monate nach vorne gepeitscht. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle im Namen der ganzen Mannschaft bedanken. Wir wollten unseren Anhängern dafür ein Sieg schenken, aber wenn man die gesamte Rückrunde sieht, sollte die Enttäuschung nicht allzu groß sein.“

Alexander Nouri: „Die Fans waren auch heute wieder super, haben uns trotz des 0:5 weiter angefeuert. Es tut mir leid, dass wir ihnen im letzten Heimspiel keinen Sieg schenken konnten und auch, dass wir den Spielern, die heute verabschiedet wurden, keinen würdigeren Rahmen bieten konnten.“

Frank Baumann: „Das Publikum hat mit dem Jubel nach dem Schlusspfiff die Leistungen der letzten Wochen honoriert. Wir wissen, was wir an ihnen haben und sie haben uns auch heute wieder unterstützt, selbst als es 0:5 stand. Das Team hätte sich gerne mit einem Sieg verabschiedet, das hat leider nicht geklappt.“