"Dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen"

Die Stimmen zum Frankfurt-Spiel

Zeigte sich mit dem Unentschieden unzufrieden: Kapitän Zlatko Junuzovic (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 08.04.2017 // 00:58 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Selbstverständlich wurde sie auch nach dem 2:2 in Frankfurt gestellt, die Frage nach dem einen gewonnenen oder den zwei verlorenen Punkten. Aufgrund von Werders 2:0-Pausenführung eine klassische, aber durchaus berechtigte Nachfrage, wie Werders Geschäftsführer Sport Frank Baumann zugab: „Ich bin hin- und hergerissen. Ein Sieg wäre angesichts der Führung drin gewesen, aber damit müssen wir jetzt leben.“ Cheftrainer Alexander Nouri, der sich aufgrund des frühen Wechsels und der taktischen Umstellungen sowie der großen Druckphase der Frankfurt in der zweiten Halbzeit durchaus mit dem Punktgewinn zufrieden gab, stimmte insbesondere die Reaktion seiner Mannschaft positiv. „In der Kabine war eine gewisse Enttäuschung zu spüren, das erachte ich als gutes Zeichen“, so der Werder-Coach über sein ehrgeiziges Team, dass die „Englische Woche“ am liebsten mit der perfekten Punkteausbeute beendet hätte.

WERDER.DE fasst die Reaktionen der grün-weißen Akteure auf das 2:2 bei Eintracht Frankfurt zusammen.

Zum Spielverlauf:

Avancierte schnell zum Aktivposten gegen die Eintracht: Florian Kainz (Foto: nordphoto).

Maximilian Eggestein: „Die erste Halbzeit war sehr schwierig. Frankfurt ist deutlich besser ins Spiel gekommen und unsere Führung war sehr glücklich, so wie auch das zweite Tor. Am Ende haben wir sogar durch Grillitsch und Kruse noch die Chance auf das 3:2, aber der Punkt geht in Ordnung. Wir können damit leben.“

Max Kruse: „Frankfurt hat uns in der ersten Halbzeit sehr gut zugestellt, aber wir haben aus zwei Torschüssen zwei Tore gemacht. Das zeichnet uns aktuell aus. Die Eintracht ist dann mit Wut aus der Kabine gekommen, sie haben seit neun Partien nicht gewonnen und hatten eine Menge zu verlieren. Dennoch müssen wir das cleverer machen und dürfen nicht gleich nach drei Minuten den Anschlusstreffer kassieren. Das war sehr unnötig und ärgerlich da die Frankfurter dadurch mächtig Aufwind bekommen haben.“

Zlatko Junuzovic: „Der Punkt für Frankfurt war verdient. Der Kräfteverschleiß war enorm groß, vor allem nach dem Schalke-Spiel, in das wir viel investiert haben. Die Läufe in die Tiefe waren nicht mehr möglich, da hätten wir mehr attackieren müssen.“

Frank Baumann: „Die 2:0-Führung kam aus dem Nichts, ohne Frage. In der zweiten Halbzeit konnten wir dann nicht dagegen halten, wir konnten nicht für die nötige Entlastung sorgen. Das ist erst nach dem 2:2 wieder besser gelungen. Kurz vor Schluss hätten wir die Partie sogar nochmal zu unseren Gunsten kippen können.“

Alexander Nouri: „Wir haben uns den Punkt redlich verdient und ich bin angesichts des Spielverlaufs und der frühen Umstellungen zufrieden mit dem Ergebnis. Das war eine großartige Energieleistung der Mannschaft, wir haben den Fight angenommen und füreinander gekämpft. Natürlich wollten wir nach der Pause ohne Gegentor bleiben, aber man kann nicht jeden Standard verhindern. Mich stimmt positiv, dass wir danach wieder stabil standen und die eingewechselten Kainz und Garcia sofort im Spiel waren.“

Zur Serie von acht ungeschlagenen Spielen:

Fin Bartels und Co. erkämpften sich einen Punkt bei der Eintracht (Foto: nordphoto).

Max Kruse: „Im Fußball geht es mal bergab und mal bergauf, das haben wir diese Saison erlebt. Wichtig ist, dass man unabhängig davon hart an sich arbeitet und die Konzentration sowie das Selbstbewusstsein nicht verliert. Das ist bei uns der Fall.“

Zlatko Junuzovic: „Wir sind heute ungeschlagen geblieben und haben unsere Serie ausgebaut, das war unser größtes Ziel. Wir müssen allerdings noch einiges an unserer Leistung ausbauen, denn wenn man mit 2:0 führt darf egal was passiert am Ende kein 2:2 dabei herauskommen. Die Liga ist so eng, da dürfen wir nicht nachlassen oder uns in Sicherheit wiegen. Wir müssen hochkonzentriert bleiben.“

Felix Wiedwald: „Mit sieben Punkten aus der 'Englischen Woche' hätten sicher die wenigsten gerechnet. Auch wenn neun – gerade nach der Führung – schöner gewesen wären, können wir mit dieser Punkteausbeute gut leben.“

Alexander Nouri: „Die Spieler gewinnen durch die Ergebnisse Selbstvertrauen und Überzeugung. Wir haben unheimlich viel Aufwand betrieben und einen starken Teamspirit. Wir lassen uns nicht verleiten, von unserem klar definierten Weg zum Klassenerhalt abzukommen. Wir müssen weiter Punkte sammeln, das wird noch ein harter Schlussspurt.“

Fin Bartels: „Wir treten ganz anders auf als noch vor ein paar Wochen. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Die letzten Spiele haben großen Mut gemacht, dass wir den Klassenerhalt schnell schaffen werden.“

Zum anstehenden Nordderby:

Max Kruse: „Wir haben noch Zeit bis zum Hamburg-Spiel und werden diese nutzen, um hart zu arbeiten. Das wird ein heißes Spiel.“

Fin Bartels: „Das sind immer heiße Partien, auf die wir uns freuen. Wir müssen jetzt vernünftig regenerieren und dann den kompletten Fokus auf diese Partie legen. Natürlich gehen wir dank der letzten Ergebnisse etwas entspannter und mit breiterer Brust in das Spiel, aber wir dürfen auf dem Platz keinen Zentimeter nachgeben, sonst verlieren wir.“

Zlatko Junuzovic: „Wir können uns gut und lange auf das Nordderby vorbereiten und dann gibt es nur eins: Vollgas! Hamburg ist ebenfalls gut drauf. Das wird ein Derby mit viel Feuer, das wir ganz klar gewinnen wollen.“

Alexander Nouri: „Wir wollen den Erfolg im Derby um jeden Preis.“