Mit Courage aus der Kabine

Stimmen zum Darmstadt-Spiel

In einer umkämpften Partie erzielte Lamine Sané den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 01.10.2016 // 18:55 Uhr

Aus Darmstadt berichtet Dominik Kupilas

Hätte man in der Halbzeitpause eine Umfrage in der Werder-Kabine durchgeführt und gefragt, ob alle mit einem Punktgewinn zufrieden wären, so hätte man vermutlich jede Menge Einverständnis geerntet. Nach dem Schlusspfiff bot sich dagegen ein gänzlich anderes Bild. „Jetzt nach dem Spiel fühlt es sich eher nach zwei verlorenen Punkten an“, sagte Kapitän Clemens Fritz. In ein 2:1 hatten die Grün-Weißen die Partie dank einer deutlich couragierteren zweiten Halbzeit zwischenzeitlich gedreht, am Ende musste sich die Elf von Interims-Coach Alexander Nouri aber die Punkte mit den Darmstädtern teilen. „Wir nehmen die positiven Aspekte des heutigen Spiels mit und müssen uns mit einem Punkt zufrieden geben“, so Nouri.

Die wichtigsten Stimmen zum 6. Spieltag fasst WERDER.DE im Folgenden zusammen:

Zum Spielverlauf:

Kurzzeitig jubelten die Grün-Weißen über eine Führung (Foto: nordphoto).

Alexander Nouri: „Gefühlt fing das Spiel heute erst in der zweiten Halbzeit an. Im ersten Durchgang waren wir nicht eng genug am Mann, haben dem Gegner zu viele Räume geboten und waren zu passiv, das hat mir nicht gefallen. Nach der Pause hat die Mannschaft eine Reaktion gezeigt, hat mehr investiert, mehr Mut bewiesen und ist zu einigen Abschlüssen gekommen. Diese positiven Aspekte nehmen wir mit.“

Clemens Fritz: „In der ersten Halbzeit sind wir nicht gut ins Spiel gekommen. Da haben wir uns durch die Zweikampfstärke der Darmstädter den Schneid abkaufen lassen und keine Lösungen gefunden. Zur zweiten Halbzeit haben wir taktisch umgestellt und haben das sehr gut gemacht. Da haben wir die freien Räume gesucht und gefunden, haben die Darmstädter laufen lassen und sind verdient in Führung gegangen. Der unbedingte Wille war da, das war sehr positiv. Das wir wenig zugelassen haben, aber trotzdem zwei Tore bekommen, müssen wir uns auch heute ankreiden lassen.“

Serge Gnabry: "In der ersten Halbzeit haben wir zu viel mit langen Bällen agiert. Danach haben wir angefangen Fußball zu spielen und es lief plötzlich viel besser. Wir hätten hier heute auch mit einem Sieg nach Hause fahren können. Beim nächsten Mal müssen wir einige Situationen besser verteidigen. Wenn man immer wieder Gegentore bekommt, ist es schwer Punkte zu holen."

Zlatko Junuzovic: "Am Ende war es ein gerechtes Unentschieden. Die erste Halbzeit war sehr zerfahren, es gab viele Unterbrechungen. Durch den Elfmeter sind wir dann unglücklich in Rückstand geraten. In der zweiten Halbzeit haben wir auf zwei Spitzen umgestellt. Wir waren viel bissiger, haben den Ball gut laufen lassen und mehr Zug zum Tor entwickelt. Nach dem Ausgleich hatten wir noch zwei, drei Chancen, aber wir nehmen den Punkt heute gerne mit."

Zur Tabellensituation:

Im ersten Durchgang konnten sich Izet Hajrovic und Co. kaum Torchancen erarbeiten (Foto: nordphoto).

[] Serge Gnabry: "Wir hätten heute drei Punkte holen können, hätten gegen Mainz auch punkten können - dann wäre die Ausgangssituation auch sichtbar entspannter. Aber wir haben in den letzten Spielen gute Leistungen gezeigt, sind als Einheit aufgetreten und haben Charakter bewiesen. Deshalb werden wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern akribisch weiter arbeiten."

Clemens Fritz: "Die Situation ist jetzt ein bisschen entspannter als bei der ersten Länderspielpause nach dem Bayern-Spiel, aber natürlich sind vier Punkte nach sechs Spielen zu wenig. Man kann fast nie sagen, dass eine Länderspielpause zum optimalen Zeitpunkt kommt, wir werden jetzt einfach die Zeit nutzen und intensiv an unseren Schwächen arbeiten."

Zum Elfmeter:

Theodor Gebre Selassie: "Der Elfmeter war sehr unglücklich. Der Gegner ist in meinem Rücken, ich kann ihn gar nicht sehen und berühre ihn dann nur leicht. Ich hoffe, dass so eine vergleichbare Situation beim nächsten Mal auch zu unseren Gunsten ausgelegt wird."