"Eine komplett unerklärliche Niederlage"

Stimmen zum Spiel in Augsburg

Betretene Mienen nach der bitteren "Last-Minute-Niederlage" beim FC Augsburg (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 05.02.2017 // 19:42 Uhr

Aus Augsburg berichtet Dominik Kupilas

Es fiel den Grün-Weißen sichtlich schwer, ihre Gefühlslage nach der extrem bitteren 2:3-Niederlage beim FC Augsburg in Worte zu fassen. Trotz doppelter Führung verließen sie das Feld am Ende als Verlierer und mussten den Heimweg ohne Zählbares antreten. "Wir hatten die Augsburger in der zweiten Halbzeit im Griff und klare Chancen zum 3:1, doch dann bauen wir den Gegner mit eigenen Fehlern wieder auf", ärgerte sich Frank Baumann nach dem Schlusspfiff über die vergebene Möglichkeit, wichtige Auswärtspunkte einzufahren. Das klare Ziel, bei einem direkten Konkurrenten zu punkten, wurde verpasst. "Das ist sehr bitter, wir sind alle enttäuscht darüber, in letzter Minute noch alles aus der Hand gegeben zu haben", so der Geschäftsführer Sport weiter.

WERDER.DE hat sich nach der Partie unter den enttäuschten Werderanern umgehört und fasst die wichtigsten Eindrücke zum Spiel im Folgenden zusammen.

Zum Spielverlauf:

Max Kruse besorgte per Elfmeter die zwischenzeitliche 2:1-Führung (Foto: nordphoto).

Zlatko Junuzovic: „Das ist eine komplett unerklärliche Niederlage. Uns fehlt einfach die Cleverness. Wir gehen zweimal in Führung, haben das Spiel unter Kontrolle, mehr Ballbesitz und bestrafen uns dann selber. Mit solchen Fehlern wie heute stehen wir zu Recht dort unten. Wir können laufen was wir wollen, wir kämpfen, wir sind füreinander da, kommen zu Chancen und spielen teilweise guten Fußball und doch stehen wir am Ende als Verlierer da. Das ist der Wahnsinn. So ein Spiel darf man nie und nimmer verlieren.“

Frank Baumann: „Wir haben heute die bessere Spielanlage gehabt, führen zweimal, aber kassieren hinten solche Gegentore. Wir lassen aus dem Nichts heraus und in Überzahl unsere Dreierkette so auseinanderziehen und sind nachlässig im Zweikampf. Das müssen wir einfach besser verteidigen. Das ist unser Hauptproblem in dieser Saison, das müssen wir dringend abstellen. Es ist für mich schwer zu begreifen, warum wir bei einer Führung oder auch nach dem 2:2 unser eigenes Tor so nachlässig verteidigen."

Max Kruse: "Es ist schwer zu erklären, warum wir dieses Spiel verloren haben. Wir haben nach drei Spielen immer noch null Punkte, da kannst du gut spielen so viel du willst. Wenn man auswärts in der 70. Minute in Führung liegt, muss die ganze Mannschaft besser verteidigen. Das war teilweise dilettantisches Abwehrverhalten von uns allen."

Alexander Nouri: „Wir sind alle sehr niedergeschlagen. Die Art und Weise, wie wir hier heute verloren haben, ist extrem bitter. Ich wäre heute selbst mit dem 2:2 nicht zufrieden gewesen nach dem Spielverlauf. Wir haben die Partie kontrolliert, waren insbesondere in der zweiten Halbzeit das bessere Team. Aber dann müssen wir das 3:1 machen. Das lassen wir liegen und werden dafür bitter bestraft. Wir haben in den entscheidenden Sequenzen nicht gut verteidigt. Das ist umso bitterer, weil wir sonst wenig zugelassen haben.“

Thomas Delaney: „Ich habe keine Worte für das, was passiert ist. Wir haben gut gespielt, aber dann waren wir zehn Minuten nicht auf dem Platz, kassieren zwei einfache Gegentore. Wir müssen im Defensivverhalten einfach sehr viel aufmerksamer sein, dann bringen wir uns auch nicht immer um den eigenen Lohn.“

Robert Bauer: „Jeder von uns weiß, dass die letzten Minuten schlecht waren. Die Köpfe hängen natürlich unten bei den Teamkollegen in der Kabine, alle sind angefressen. Wir haben es trotz guter Chancen nicht geschafft, den Sack zuzumachen, das ist bitter. Wir hatten nach den letzten Spielen das Gefühl, dass wir hinten sicherer stehen. Aber die Gegentore fallen viel zu einfach. Wir müssen unser Tor besser verteidigen, die ganze Mannschaft muss schon die Entstehung unterbinden. Das ärgert uns am meisten.“

Fin Bartels: „Das ist Frust pur nach so einem Spiel. Wir führen zweimal, stehen am Ende wieder mit leeren Händen da und niemand weiß, warum. Nach unserem 2:1 war Augsburg mausetot, aber wir haben es verpasst, die endgültige Entscheidung zu erzwingen. Und dann lassen wir uns hinten zweimal so überrumpeln. Vielleicht hätten wir dann wenigstens den einen Punkt mitnehmen sollen, auch wenn das erstmal zu wenig klingt. So haben wir in allen drei Spielen in diesem Jahr gute Phasen gehabt, aber dafür können wir uns nichts kaufen. Es nützen nur Punkte, aber dafür müssen wir auch mal ein Spiel nach Hause fahren.“

Theodor Gebre Selassie: „Wir haben nach dem 2:1 viele Konterchancen gehabt, da müssen wir für die Entscheidung sorgen. Aber in unserer Situation machst du vorne die Tore nicht und kassierst hinten welche. Wenn es nicht läuft, dann geht alles gegen dich.“

Zur Tabellensituation:

Kampf und Leidenschaft nützten den Werderanern am Ende nichts (Foto: nordphoto).

Zlatko Junuzovic: "Die Tabelle sagt einiges aus. Das ist Überlebenskampf pur. Wir müssen jetzt Punkte holen, wir haben sie dringend nötig. Deshalb müssen wir weiter so hart arbeiten und an den Erfolg glauben. Es wird immer besser in den Abläufen, aber wir dürfen nicht so viele Gegentore bekommen. Das werden wir nächsten Samstag umsetzen.“

Frank Baumann: „Wir sind in einer ganz, ganz schwierigen Situation. Wir stehen unten und müssen schleunigst punkten. Natürlich ist die Enttäuschung einige Minuten nach so einer Niederlage brutal groß, aber es gibt keinen Grund jetzt aufzugeben. Wir müssen uns einmal schütteln, das Spiel genau analysieren und dann an die kommenden Aufgaben herangehen.“

Alexander Nouri: „Wir haben schon vor dem Spiel gesagt, dass wir unsere gute Spielanlage in Erfolg und Punkte ummünzen wollen. Das ist uns heute auf bittere Art und Weise nicht gelungen. Aber ich habe weiterhin vollstes Vertrauen in diese Mannschaft und bin mir sicher, dass wir Punkte erzwingen werden, wenn wir weiter solche Leistungen zeigen.“

Fin Bartels: „Es fällt nach so einem Spiel natürlich schwer, positive Worte zu finden. Aber wir müssen jetzt alles knallhart analysieren und den Kopf wieder hoch bekommen.“